Zwei Pleiten in Nizza: Friedrichshafener Abstimmung passt noch nicht ganz

 Trotz zweier Niederlagen des VfB Friedrichshafen zeigte sich Trainer Mark Lebedew (li.) mit den Leistungen in Nizza nicht unzuf
Trotz zweier Niederlagen des VfB Friedrichshafen zeigte sich Trainer Mark Lebedew (li.) mit den Leistungen in Nizza nicht unzufrieden. (Foto: Verein)
Schwäbische.de
Sportredakteur

Für den Volleyball-Bundesligisten VfB Friedrichshafen ist die Reise nach Nizza sportlich wenig erfolgreich verlaufen. Es gab zwei 1:3-Niederlagen gegen Narbonne Volley und den Gastgeber Nice Volley-Ball. Zum ersten Mal wieder mit Zuspieler und Kapitän Dejan Vincic auf dem Feld begannen die Häfler stark, hatten aber noch ein wenig mit der Konstanz, Abstimmung und Zielgenauigkeit zu kämpfen.

„Wir haben hier gegen zwei starke französische Mannschaften gespielt, die in einer Woche in die Liga starten, deshalb waren sie schon fast im Vollgasmodus“, wird Lebedew in der Mitteilung des Vereins zitiert. „Sie haben uns gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen. Dabei geht es vor allem um das Zusammenspiel, die Koordination und darum, dass wir in gewissen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen. Aber ich bin nicht unzufrieden mit der Leistung des Teams.“

Sehr wertvoll für den VfB war es sicherlich, dass Vincic seine ersten Minuten in der Vorbereitung für den VfB absolvierte. So hat Friedrichshafen auch einige neue Akteure verpflichtet, mit denen sich der Kapitän noch einspielen muss. Bislang war das aufgrund der Einsätze mit der slowenischen Nationalmannschaft (Nations League, Weltmeisterschaft) und dem darauffolgenden Urlaub noch nicht möglich. Mitte vergangener Woche reiste er dann an den Bodensee. „Ich fühle mich fit“, betonte Vincic in der VfB-Mitteilung. Das bewies er in Nizza auch zwei Sätze lang gegen den ersten Häfler Gegner Narbonne Volley. Den ersten Durchgang gewannen die Häfler mit 26:24, den zweiten gaben sie mit 23:25 ab.

Mark Lebedew wechselt fleißig durch

Dann wechselte Lebedew durch. Vincic nahm für Mateusz Biernat auf der Bank Platz. Für Tim Peter, der unter anderem mit zwei Assen im ersten Satz auffiel, kam Simon Kohn. Über die Mitte durfte nun Andre Brown für Marcus Böhme ran. Diagnonalangreifer Michal Superlak und Libero Blair Bann blieben auf dem Feld. „Bei Tim und Dejan sind wir vorsichtig. Tim hatte sich in Chaumont leicht verletzt und Dejan hat bei der WM viel gespielt“ erklärte Lebedew. „Ich hätte auch Ziga Stern und Michal Superlak gerne mehr geschont, aber das ging leider nicht.“ Die Häfler gaben die Sätze drei und vier mit 22:25 und 19:25 schließlich ab und somit siegte Narbonne am Freitag in Sätzen mit 3:1.

Einen Tag später schickte Lebedew wieder die identische Startformation vom Spiel gegen Narbonne aufs Feld. Zu Beginn funktionierte das prächtig, denn Vincic fand vor allem Peter und Stern über Außen. Je länger die Partie dauerte, desto besser kamen allerdings die Franzosen ins Spiel. Friedrichshafen agierte dann zu ungenau. Viele Angriffe landeten hinter oder neben dem Feld. Schlussendlich holte sich das Team von Trainer Rafael Redwitz – 2019 noch als Zuspieler in Diensten des VfB – den Satz mit 25:19.

Im zweiten Durchgang steigerten sich Böhme & Co. wieder und schien laut der Friedrichshafener Mitteilung „dann die Müdigkeit der zehnstündigen Anreise abgeschüttelt zu haben“. Dank vieler Punkte von Superlak und Stern führte der deutsche Pokalsieger über längere Zeit (12:9, 17:14). Zum Satzsieg sollte es jedoch nicht reichen: Nizza gewann 26:24. Friedrichshafen präsentierte sich aber auch danach sehr ordentlich und überzeugte in Satz drei mit starkem Aufschlagspiel und guter Blockarbeit. 25:23 für die Häfler – somit gab es noch einen vierten Spielabschnitt. Lebedew schickte wie am Vortag erneut Vincic und Peter auf die Bank und brachte Kohn und Biernat. Am Ende hatte Nizza mehr Kraft und sicherte sich mit einem 25:23 den 3:1-Erfolg.

Erst Bounce House Cup, dann Ligaauftakt

In der Heimat am Bodensee bereitet sich Friedrichshafen in verschiedenen städtischen Hallen auf den Bounce House Cup am kommenden Wochenende vor. Es ist ein Vorbereitungsturnier aller Bundesligisten mit Pflichtspielcharakter und eine wichtige Standortbestimmung für den Ligaauftakt in der Folgewoche. Auch für den VfB Friedrichshafen, der wegen des Lizenzentzugs von Frankfurt allerdings erst am 16. Oktober mit dem Auswärtsspiel in Berlin in die neue Bundesligasaison startet. Die Heimspielpremiere des VfB wurde wegen Verzögerungen beim Umbau des Hangars R nach hinten verlegt: Am 12. November gegen Königs Wusterhausen soll erstmals eine Partie der VfB-Profis in der neuen Volleyballarena am Bodensee-Airport in Friedrichshafen stattfinden. Die geplante Begegnung gegen Lüneburg am 23. Oktober soll nun am 8. Dezember ausgetragen werden.

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