Zurück zu alter Stärke und zwar Schritt für Schritt

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Geschafft: Der VfB Fridrichshafen gewinnt gegen die Alpenvolleys Spiel eins. Am Mittwoch wollen die Häfler den Sack zumachen.
Geschafft: Der VfB Fridrichshafen gewinnt gegen die Alpenvolleys Spiel eins. Am Mittwoch wollen die Häfler den Sack zumachen. (Foto: Günter Kram)

Mittwoch, 18. April, 19 Uhr: Alpenvolleys - VfB Friedrichshafen (Olympiahalle in Innsbruck), Rhein-Main gegen Berlin (Fraport Arena in Frankfurt); Stand in den Play-offs: VfB - Alpenvolleys 1:0, Berlin - Rhein-Main 1:0

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Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen stehen mit einem Bein im Finale um die deutsche Meisterschaft. Nach dem 3:1-Erfolg am vergangenen Sonntag gegen Hypo Tirol Alpenvolleys Haching gastieren die Häfler am Mittwoch (19 Uhr, live auf sportdeutschland.tv) in der Olympiahalle in Innsbruck zum Rückspiel. Im Modus „best of three“ sind zwei Siege dazu nötig. Das Häfler Team will den Deckel drauf machen.

Geht es nach Außenangreifer David Sossenheimer, so ist das Aus in der Champions League schnell abgehakt gewesen. „Zumindest für mich war das so“, sagt er. Im ersten Halbfinalspiel um die deutsche Meisterschaft gegen die Alpenvolleys wirkte der VfB aber müde, spielte fahrig, schusselig, nicht so, wie man die Mannschaft von Trainer Vital Heynen in dieser Saison meistens gesehen hat. „Ich hatte im Vorfeld Recht. Es wird das schwierigste Spiel der Play-offs“, meinte Heynen. Aber was war denn so schwierig? Nach 40 Begegnungen seit Saisonbeginn – so viele hat keine andere deutsche Mannschaft – muss sich jeder Spieler neu finden, an seine Grenzen gehen und vor allem seine Kräfte so einteilen, dass die Leistung nicht darunter leidet. „Die Müdigkeit ist im Kopf, nicht in den Beinen“, sagt Heynen.

Variables Training

Das Training wurde dementsprechend gestaltet. Wer am Montag zum Beispiel Lust hatte in der Halle aufzuschlagen, anzunehmen und anzugreifen, der konnte das tun. Die Alternative war Krafttraining. David Sossenheimer hat die Geräte gewählt. „Ich bin der festen Überzeugung, dass das nächste Spiel einfacher wird. Wir spielen eine tolle Saison und vor allem haben wir nichts verlernt. Manchmal gibt es kleine Dellen, die sind aber kein Beinbruch. Wir wissen, was wir können“, betont er. In der ersten Partie gegen die Alpenvolleys am Sonntag war es der erste Satz, der nicht passte. 21:25 hieß es am Ende. Die Gäste machten 19 Punkte selbst, sechs der VfB für die Alpenvolleys. „Das können wir deutlich besser“, meinte VfB-Zuspieler Simon Tischer hinterher. Auch David Sossenheimer weiß, dass er und der Rest des Teams ein anderes, besseres Niveau spielen können. Und der VfB Friedrichshafen versucht in den nächsten Wochen Schritt für Schritt zu alter Stärke zurückzukommen. Bereits am Mittwoch wollen die Häfler anders auftreten. „Wir werden einen Schritt nach vorne machen. Vielleicht reicht es zum Sieg. Wenn die Alpenvolleys gewinnen, haben wir die Gewissheit, dass es noch eine dritte Partie in Friedrichshafen gibt. Der Druck liegt bei den Alpenvolleys“, sagt Heynen.

Starke Saison

Der VfB-Trainer erwartet zwar ein schwieriges Spiel in der Olympiahalle in Innsbruck, aber solche Partien ist die beste deutsche Mannschaft gewohnt. „Wir können alles richtig einschätzen, vor allem, was wir können“, sagt Sossenheimer. Und nun gilt es sich daran zu erinnern, was alle die gesamte Saison geleistet haben. Sieg im Supercup und im DVV-Pokal, alle 20 Spiele der Hauptrunde klar gewonnen: Mehr geht national nicht. In den Play-offs gab es im Viertelfinale zwei glatte Erfolge gegen Bühl. Nun folgte am Sonntag der 23. Sieg in der Meisterschaft. Kein Spiel national verloren, nie richtig in Bedrängnis geraten, die Zuschauer begeistert. „Wir haben etwas geleistet“, betont Sossenheimer.

In der Tat gibt es aktuell keine Mannschaft in Europa, die so eine Siegesserie hingelegt hat (37 Spiele in Folge). Und wenn ein Team an seine Grenzen kommt und gegen eine andere, die eine Sahnetag hat, mit 0:3 verliert (Zaksa in der Champions League), dann ist das erklärbar. Der Schmerz ist da, die Enttäuschung auch, doch der VfB ist eine Mannschaft, die genau weiß, was sie tun muss, um wieder in die Gänge zu kommen. Erfolgreich Volleyball spielen können die Häfler. „Wir wollen Deutscher Meister werden, das ist unser Anspruch und auf diesem Weg geben wir alles“, betont Sossenheimer.

Die Alpenvolleys sind eine gefährliche Mannschaft, die dem VfB durchaus Schmerzen bereiten können, aber der größte Schmerz war das Aus in der Champions League und der ist langsam verdaut. Er ist abgehakt. Die Mannschaft blickt nach vorne.

Mittwoch, 18. April, 19 Uhr: Alpenvolleys - VfB Friedrichshafen (Olympiahalle in Innsbruck), Rhein-Main gegen Berlin (Fraport Arena in Frankfurt); Stand in den Play-offs: VfB - Alpenvolleys 1:0, Berlin - Rhein-Main 1:0

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