Zunftmeisterempfang: Häfler Narren sind einfach „obachene Kerle“

Lesedauer: 4 Min
Brechend voll ist der Alfred-Colsman-Saal beim Zunftmeisterempfang (am Mikrofon: Augustin Reichle, Präsident des Alemannischen N
Brechend voll ist der Alfred-Colsman-Saal beim Zunftmeisterempfang (am Mikrofon: Augustin Reichle, Präsident des Alemannischen Narreinrings.) (Foto: big)
Brigitte Geiselhart

Ehre wem Ehre gebührt: Beim Zunftmeisterempfang im Graf-Zeppelin-Haus gab es am Sonntag viel Lob für die rund 90 teilnehmenden Zünfte – allen vor natürlich die Häfler Narrenzunft Seegockel, die sich für Organisation und Vorbereitung des 50-jährigen Jubiläums des Alemannischen Narrenrings volle vier Jahre ins Zeug gelegt hat. Dass sich damit in gewisser Weise ein Kreis schließt, darauf ging Landrat Lothar Wölfle in seiner Ansprache ein – schließlich wurde dieser rührige Narrenverband 1969 im damals noch vergleichsweise bescheidenen Zeppelin-Museum gegründet.

Der Orden geht verloren

Klar, dass der Zunftmeisterempfang in bester Stimmung über die Bühne ging. Seegockel-Zunftmeister Oliver Venus wurde mit dem „Ehrenhäsorden Silberkranz“ geehrt. Doch es zeigte sich, dass diese hohe Auszeichnung kurzfristig einfach nicht mehr aufzufinden war. Kein Problem für Augustin Reichle als Präsident und Narrenmeister des ANR – er überreichte kurzerhand seinen eigenen. Das vermisste Stück wurde später dann doch noch gefunden – und so wechselte der Ehrenhäsorden auch wieder von der einen närrischen Brust auf die andere. Über die höchste Auszeichnung des ANR – die Goldene Narrenkappe – dürfen sich Charlie Meier, der krankheitsbedingt fehlende Ehrennarrenmeister aus Langenargen, Rolf Weißenberger von der NG Hasle Maale aus Stetten und Josef Gommeringer, vormaliger Präsident des Narrenvereins Wolkenschieber aus Heiligenberg, freuen.

Natürlich habe die jahrelange Planung des Ringtreffens für „manche schlaflose Nacht“ im elfköpfigen Organisationsteam gesorgt, sagte Oliver Venus und blickte schon mal ein paar Jahrzehnte voraus. „Wenn alles wieder so laufen würde, wie es gelaufen ist, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass man im Hafen wieder über die Durchführung des 75-jährigen Jubiläums des ANR sprechen könnte.“ Dem konnte Thorsten Spörl, Vize-Ringpräsident aus dem Zollern-Alb-Kreis, nur beipflichten: „Ihr Häfler seid einfach obachene Kerle. Was ihr so g’macht hend, des hat alles gepasst“, sagte er – um schmunzelnd hinzuzufügen: „Wir haben sicherheitshalber schon mal im Seehotel Zimmer für den 5., 6. und 7. Februar 2044 gebucht.“

OB zollt höchsten Respekt

Aber zurück zur Gegenwart: „Wir sagen einfach danke.“ So drückte Bruno Kramer, Büttel der Berger Schotterwäldner, seine Glücksgefühle aus.

Dass er in Sachen Narren und Hästräger gleich in seinem ersten Jahr in Friedrichshafen vieles gelernt habe, räumte Oberbürgermeister Andreas Brand gut gelaunt ein. Er kommt ursprünglich aus dem pietistischen Protestantismus, der sich mit der Fasnetszeit zu Brands Jugend eher schwertat. „Was unsere Narren – aber auch viele andere Vereine – in ihrem ehrenamtlichen Engagement leisten, das verdient höchsten Respekt und Anerkennung“, sagte das Stadtoberhaupt. Und wenn die anderen nach rundum gelungenen drei Tagen sagten „Es war schön, wir wollen wiederkommen“, dann habe sich die Mühe mehr als gelohnt, so Brand.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen