Der Humboldt-Container soll noch zum ZU-Sommerfest wieder am Bodensee ankommen.
Der Humboldt-Container soll noch zum ZU-Sommerfest wieder am Bodensee ankommen. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Die Zeppelin Universität (ZU) lädt am Samstag, 13. September, zum elften Male zum traditionelles Sommerfest. Start ist 17.30 Uhr am Seemooser Horn. Ausdrücklich weisen die Organisatoren darauf hin, dass es in diesem Jahr ein abgespecktes Programm beim Sommerfest geben wird, was allerdings nichts mit den aktuellen Vorgängen rund um Kanzler-Rausschmiss und Präsidenten-Rücktritt zu tun habe. Grund sei vielmehr, dass „im nächsten Jahr die große Campus-Eröffnung ist“, schreibt Ulrike Shepherd vom artsprogram der ZU.

Konversation, Kunst, Konzerte

Und dieses artsprogram ist es auch, das in diesem Jahr den Ton angeben wird. Es wird keine Eröffnungsrede von Ex-Präsident Stephan A. Jansen geben, heißt es. Auch andere, bekanntlich interessante und abwechslungsreiche Vorträge von ZU-Dozenten finden in diesem Jahr nicht statt. Statt dessen erwartet die Besucher auf dem Campus am Seemooser Horn Konversationen, Kunst und Konzerte.

Im vergangenen Jahr feierte die ZU groß den zehnten Geburtstag, und im nächsten Jahr steht die feierliche Eröffnung des neuen „ZF Campus der Zeppelin Universität“ im Fallenbrunnen an. „Was ist jetzt eigentlich nochmal Zivilgesellschaft?“ – diese Frage steht im Mittelpunkt des Sommerfestes. Und dieser Frage widmen sich ab 17.30 Uhr Ausstellungen und Gespräche in einem Abendprogramm mit musikalischer Begleitung.

Um das Thema „Zivilgesellschaft“ geht es auch in den Beiträgen des artsprogram der ZU beim Sommerfest. In künstlerischen Beiträgen von Andrew McNiven aus Großbritannien und Frans van Lent aus den Niederlanden, dem „Unnoticed Art Project“, werden „performative Arbeiten aufgeführt, die sich in der Normalität verbergen“. Die eingesetzten Ausdrucksformen passen sich an das übliche soziale Verhalten im öffentlichen Raum an und werden gerade deshalb bei unbeteiligten Zuschauern kaum in ihrer Künstlichkeit wahrgenommen.

Zwischen dem Öffentlichen und Privaten bewegt sich auch die Ausstellung der studentischen Initiativen der ZU, indem sie ihr zivilgesellschaftliches Engagement in einem inszenierten Wohnraum präsentieren. Die Gruppen, die hier dabei sind, sind keine Unbekannten, sondern erfolgreiche und vor allem studentische Initiativen, die bereits vieles bewegt haben. Dazu gehören Ashoka, Club of International Politics, die Initiative „Gemeinsam Wohnen“, Queer@ZU, die mehrfach ausgezeichnete Aktion „Rock Your Life“, die Veranstalter des Seekult-Festivals sowie Soapbox, die Student Lounge, Tatendrang und die ZU Finanzgruppe. Das wird interessant werden. Zum Sommerfest-Thema präsentieren die studentischen Initiativen ihr zivilgesellschaftliches Engagement in der Ausstellung „Soziale Räume“ und laden in inszenierten Wohnräumen zu Gesprächen über ihre Projekte, zu Tee, Spielen und Filmen und zum Entspannen ein.

Auch das Forschungsprojekt von Alma Sammel, Catharina Bühring, Daniel Schulte-Hillen, Eva Hunger, Niklas Egberts, Nora Schäfer und Per Braig wird vorgestellt. Der sogenannte Humboldt-Container der sieben Studenten der ZU stand in Kapstadt. Die Studenten waren dorthin gereist, um eigenständige Forschungsprojekte zu starten. Der Container wurde im Stadtzentrum installiert und diente als Labor, Wohnzimmer, Werkstatt und Bühne. In verschiedenen Veranstaltungsformaten wurde dort der Kontakt zur Zivilgesellschaft hergestellt und ausprobiert, wie Menschen gemeinsam öffentlichen Raum gestalten können.

Die Hochschulgruppe ZU|Fotografie greift das Leitthema „Zivilgesellschaft“ mit dem Medium der Fotografie auf und gestaltet dafür den Raum in der Lounge um. Gedanken und Anregendes zum Thema gibt es dort inhaltlich, optisch und interaktiv mit den Zuschauern.

Vor dem Partyteil des Sommerfestes zeigt der Chor der ZU, verstärkt mit Solisten und Instrumentalisten und geleitet von Ina Weißbach, um 20 Uhr im Raum LZ7/LZ8 die Schuloper „Der Jasager“ von Brecht und Weill.

Infos und Anmeldung unter zu.de/sommerfest

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