Zoll kontrolliert auf Baustellen wegen Schwarzarbeit und zieht Bilanz

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 Der 20-jährige Shoby Kalami und sein 22-jähriger Kollege Mustafa Hashad klettern im Januar 2020 aus Verzweiflung auf die Kräne
Der 20-jährige Shoby Kalami und sein 22-jähriger Kollege Mustafa Hashad klettern im Januar 2020 aus Verzweiflung auf die Kräne auf einer Baustelle in Friedrichshafen. (Foto: Archiv: Jan Scharpenberg)
Schwäbische Zeitung
Crossmediale Redakteurin

Ende Januar kam es auf einer Baustelle an der Regenerstraße in Friedrichshafen zu Unruhen. Diese gipfelten darin, dass zwei Arbeiter Baukräne besetzten und damit drohten, von diesen herunterzuspringen. Anlass für die Unruhe auf der Baustelle sollen ausgebliebene Lohnzahlungen an Mitarbeiter eines italienischen Subunternehmers gewesen sein. Der 22-jährige Mustafa Hashad und sein 20-jähriger Kollege Shoby Kalami ließen sich schließlich überreden von den Kränen abzusteigen. Mehrere weitere Mitarbeiter streikten auf der Baustelle. Die Rohbauarbeiten liefen am Tag nach der aufsehenerregenden Protestaktion ganz normal weiter – ohne Mitarbeiter des italienischen Subunternehmers.

Dass Firmen aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten vorübergehend keine Löhne bezahlen, komme laut Zoll zwar öfter vor, Fälle für den Zoll werden daraus aber nicht automatisch. Relevant für den Zoll sei nicht das, was im Geldbeutel des Arbeiters fehlt. Das sei zivilrechtlich zu regeln. Dem Zoll geht es vielmehr um möglicherweise nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge – was einen Straftatbestand erfüllen würde – und um mögliche Mindestlohnverstöße, die als Ordnungswidrigkeiten gelten.

Nach der Protestaktion hat der Zoll ein Prüfverfahren eingeleitet, erklärt ein Sprecher des Hauptzollamtes Ulm. Da die Hauptverantwortlichen aber nicht in Deutschland, sondern in Italien ansässig sind, sei die Kommunikation schwierig gewesen. Auch seien die betroffenen Arbeiter nicht für Angaben greifbar gewesen. Es habe sich vonseiten des Zolls kein Strafverfahren daraus entwickelt und der Zoll habe das Verfahren beendet.

Einen ersten Schritt, um den nicht gezahlten Lohn zivilrechtlich zu erstreiten, haben die Arbeitnehmer laut Informationen des Zolls genommen: Sie seien im Anschluss an die Proteste bei der Polizei gewesen.

Das sagt die Kontrollbehörde dazu. Auch der Baustellen-Streik in Friedrichshafen hat den Zoll noch beschäftigt. So ging es weiter.

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Dass Firmen aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten vorübergehend keine Löhne bezahlen, komme laut Zoll zwar öfter vor, Fälle für den Zoll werden daraus aber nicht automatisch. Relevant für den Zoll sei nicht das, was im Geldbeutel des Arbeiters fehlt. Das sei zivilrechtlich zu regeln. Dem Zoll geht es vielmehr um möglicherweise nicht abgeführte Sozialversicherungsbeiträge – was einen Straftatbestand erfüllen würde – und um mögliche Mindestlohnverstöße, die als Ordnungswidrigkeiten gelten.

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Einen ersten Schritt, um den nicht gezahlten Lohn zivilrechtlich zu erstreiten, haben die Arbeitnehmer laut Informationen des Zolls genommen: Sie seien im Anschluss an die Proteste bei der Polizei gewesen.

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