Zoll beschlagnahmt Stoßzahn am Bodensee Airport

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Schwäbische Zeitung

Zollbeamte haben Anfang November im Koffer einer Reisenden aus Nigeria den Stoßzahn eines Elefanten entdeckt. Die Frau kam zuvor über Frankfurt am Main nach Friedrichshafen und wählte am Flughafen bei der Einreise den „grünen” Ausgang - „nichts zu verzollen“.

Bei einer Röntgenkontrolle ihres Gepäcks entdeckten Zollbeamte dann allerdings den 25 Zentimenter langen und rund 300 Gramm schweren Stoßzahn, in den verschiedene Muster graviert waren. Die Frau gab an, dass es sich um ein Souvenir handele. „Das hat sie durchaus glaubwürdig behauptet“, sagte ein Sprecher des Zolls auf Anfrage von Schwäbische.de

Verbrannte Haare

Weil trotzdem der Verdacht eines Verstoßes gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen bestand – Elfenbein darf von wenigen Ausnahmen abgesehen praktisch gar nicht gehandelt werden – untersuchte der Zoll den Zahn eingehend. „Ein Begleiter der Frau hatte behauptet, der Zahn sei nur aus Kunststoff“, so der Zollsprecher.

Es wurde deshalb ein Schnelltest angewendet, der bereits deutliche Hinweise darauf lieferte, dass es sich beim Zahn um echtes Elfenbein handelt. „Wer zum Beispiel Späne aus Elfenbein mit dem Feuerzeug anzündet, bemerkt einen Geruch wie von verbrannten Haaren“, so der Zollsprecher. Kunststoff würde ganz anders riechen. Auch der Zusammenhang von Größe und Gewicht des Zahns habe auf echtes Elfenbein hingewiesen.

Auch wenn die Indizien eindeutig waren, schickten die Zöllner den Zahn schließlich zur Begutachtung an Experten beim Stuttgarter Flughafen, die nach einigen Tagen bestätigten, dass es sich beim Zahn um geschütztes Elfenbein handelte.

Strafe bis zu 500 Euro

Die Beamten leiteten ein Strafverfahren gegen die 34-Jährige ein und beschlagnahmten den Stoßzahn. Der Frau droht jetzt eine Strafe bis zu 500 Euro. Außerdem wurde der Zahn beschlagnahmt.

Immer wieder beschlagnahmt der Zoll auch in der Region illegale Produkte, die von Artenschutzübereinkommen geschützt sind. Schuhe, Gürtel oder Geldbeutel aus Krokodilleder oder Schlage gehören zu den klassischen, verbotenen Urlaubs-Mitbringseln. Auch Tierfelle, Schlangen im Schnaps oder Potenzmittel mit artengeschützten „Wirkstoffen“ werden auch regelmäßig bei Kontrollen von Reisenden entdeckt - oder bei der Prüfung von Paketen aus dem Ausland.

Es gibt nur eine Möglichkeit, Elfenbein heutzutage legal über die Grenze zu bringen - mit einer besonderen Genehmigung, die das Produkt als Erbstück ausweist. Das ist nur in seltenen Fällen zu bekommen.

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