ZF verkleinert den Vorstand auf sechs Mitglieder

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Neu im ZF-Vorstand: Michael Hankel, bisher Vorsitzender der Geschäftsführung der ZF Lenksysteme GmbH, einem Gemeinschaftsunterne (Foto: ZF)
Schwäbische Zeitung
Regionalleiter

Ein Ausrufezeichen zum Jahresende: Der Vorstand der ZF Friedrichshafen AG wird neu organisiert. Dabei wird die bisherige Trennung von Divisions- und Ressortverantwortung aufgehoben.

Laut Beschluss des Aufsichtsrats wird die Zahl der Vorstände von acht auf sechs verringert. Die bisherigen Mitglieder Reinhard Buhl, Dr. Gerhard Wagner und Dr. Peter Ottenbruch werden den ZF-Vorstand 2013 verlassen. Neu einziehen wird Michael Hankel, bisher Chef der ZF Lenksysteme GmbH. Die neue Struktur trägt sicher auch die Handschrift des ZF-Vorstandsvorsitzenden Dr. Stefan Sommer, der seit 1. Mai 2012 den Stiftungskonzern leitet.

Der Schritt ist als Weiterentwicklung der unter dem Namen „Go4ZF!“ gelaufenen organisatorischen und strategischen Neuausrichtung des Unternehmens zu verstehen. Am 1. August 2011 waren alle großen deutschen ZF-Gesellschaften auf die ZF Friedrichshafen AG verschmolzen worden. Zugleich wurden vier Divisionen für die vier Geschäftsfelder Pkw-Antrieb, Pkw-Fahrwerk, Nutzfahrzeug und Industrie geschaffen. Jede Division wurde von einem Vorstand operativ geleitet.

Damit ist jetzt Schluss. Der künftig sechsköpfige Vorstand soll sich auf strategische Aufgaben konzentrieren. Zwar bleiben Vorstandsmitglieder für die Divisionen verantwortlich. Die operative Arbeit, also das Tagesgeschäft, wird aber anderen Führungskräften übertragen.

„Die strategische Ausrichtung in der Vorstandsarbeit erhält mehr Gewicht“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Professor Dr. Giorgio Behr. „Wir wollen darüber hinaus eine intensivere Vernetzung und Zusammenarbeit im gesamten ZF-Konzern erreichen, um das künftige Wachstum besser zu bewältigen.“

„Bessere Zusammenarbeit“

Die Vorstandsmitglieder Reinhard Buhl (59), zuständig für die Division Fahrwerktechnik, und Dr. Gerhard Wagner (60), zuständig für die Division Antriebstechnik, werden im zweiten Quartal 2013 in den Ruhestand gehen. „Nach der erfolgreichen Neuausrichtung des Unternehmens in den zurückliegenden zwei Jahren wollen wir den eingeschlagenen Weg konsequent weiter beschreiten“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Behr. Es sei wichtig, Konzernsynergien besser zu realisieren. „Wenn die Vorstandsmitglieder künftig die Konzern- und Divisionsinteressen ganzheitlicher beurteilen, ist dies im Sinne einer besseren Zusammenarbeit.“ Zwischen den Zeilen ist durchaus zu lesen, dass die Kooperation zwischen den Divisionen einerseits und wohl auch zwischen Divisionen und Gesamtkonzern andererseits bisher nicht an allen Stellen rund gelaufen ist.

Das bisher von Peter Ottenbruch verantwortete Ressort Technik wird in die Bereiche Forschung & Entwicklung, Qualität und Produktion aufgeteilt. Neu in den Vorstand berufen wurde Michael Hankel (55), bisher Vorsitzender der Geschäftsführung der ZF Lenksysteme GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen von ZF und Robert Bosch GmbH mit Sitz in Schwäbisch Gmünd.

Er wird künftig den Vorstandsbereich Pkw mit den Divisionen Antriebstechnik und Fahrwerktechnik (und damit zwei Drittel des Gesamtumsatzes) sowie das Ressort Produktionstechnik verantworten. Er ist auch zuständig für Gusstechnologie und Elektronische Systeme. Technikvorstand Peter Ottenbruch wird neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der ZF Lenksysteme GmbH .

Der Vorstandsvorsitzende Stefan Sommer behält die Zuständigkeit für die Ressorts Markt sowie für ZF Services und übernimmt das Ressort Forschung & Entwicklung. Rolf Lutz bleibt für die Division Nutzfahrzeugtechnik und Südamerika verantwortlich. Er übernimmt zusätzlich das Ressort Qualität. Wilhelm Rehm wird neben der Industrietechnik das Ressort Materialwirtschaft übernehmen. Personalvorstand Jürgen Holeksa übernimmt zusätzlich Asien-Pazifik. Dr. Konstantin Sauer bleibt zuständig für Finanzen, Controlling, IT, Prozessmanagement und Nordamerika. Noch nicht entschieden ist, wer die in Friedrichshafen beheimatete Nutzfahrzeugdivision T operativ leiten wird. OB und ZF-Aufsichtsrat Andreas Brand nennt die Veränderung eine „konsequente, vorausschauende und zupackende Weiterentwicklung von ,Go4ZF!`".

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