ZF Forum wird ein „schönes Stück Haus“

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Das ZF-Forum. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Für den Neubau des ZF Forums stehen jetzt alle Ampeln auf grün. Das Gelände am ehemaligen Güterbahnhof ist abgeräumt, der Untergrund erkundet, und die Zauneidechsen sind nach Schnetzenhausen umgesiedelt. Nachdem die Stadt der ZF die Baugenehmigung erteilt hat, könnten jetzt die Baumaschinen anrollen. Das Signal dafür soll mit dem ersten Spatenstich im Frühjahr gegeben werden.

Am Dienstag haben erstmals die Mitglieder des Technischen Ausschusses virtuelle Bilder zu sehen bekommen, mit Erläuterungen aus erster Hand durch den Architekten Professor Wolfgang Kergaßner. „Ein schönes Stück Haus wird in Friedrichshafen sichtbar“, meinte Erster Bürgermeister Dr. Stefan Köhler zu den Bildern. Das Video, das in einer Animation den Aufbau der einzelnen Gebäudeteile und Geschosse zeigt, ist auch auf der Homepage des Architekten (www.kergassner.com) zu sehen. Leider ohne Ton, sodass der Betrachter nur wenig mit den bewegten Bildern anfangen kann. Beeindruckend sind sie dennoch. Vor allem die Ansichten, die ganz am Schluss des knapp drei Minuten langen Films zu sehen sind, geben einen realistischen Eindruck dessen, was hier entstehen soll.

ZF investiert rund 80 Millionen

Gegründet auf rund 300 Pfählen wird in den nächsten zwei Jahren an der Löwentaler Straße die neue Konzernzentrale entstehen. Die ZF gibt dafür rund 80 Millionen Euro aus. Eröffnet wird das neue ZF-Headquarter 2015, dem Jahr in dem das Stiftungsunternehmen sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Auf rund 3500 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird die ZF ihre historische Sammlung zeigen, aber auch Produkte der Gegenwart und den Alltag an ZF-Arbeitsplätzen erlebbar machen. Integriert ist ein Schulungszentrum, die Wissenswerkstatt und ein Schülerforschungszentrum, ein Mitarbeiterrestaurant, Büros und ganz oben auf der fünften Ebene Räume für den Vorstand. Rund 600 Menschen werden einmal hier arbeiten. Das auf das trapezförmige Areal zugeschnittene viergliedrige Gebäude wirkt trotz seiner beeindruckenden Ausmaße eher leicht. Darauf legte der Architekt bei seinen Erläuterungen denn auch besonderen Wert und versicherte, dass eine spätere Aufstockung aus statischen Gründen nicht möglich sei. Weder Baufenster noch die im Bebauungsplan festgesetzten Höhen seien ausgeschöpft.

Statt eines massiven Baukörpers, den eine Bruttogeschossfläche von rund 30000 Quadratmetern erwarten lässt, zeigt das Haus eine fast filigrane Struktur, teilweise auf Stelzen stehend und mit viel Durchblick. Lüftungsanlagen und Aufzüge ragen an keiner Stelle heraus, sondern sind ins Gebäude integriert.

Kein Betonbunker

Am Hauptzugang in Verlängerung der Charlottenstraße entsteht ein großzügiger Platz, der teilweise überdacht und nachts illuminiert ist. Dadurch, dass sich die Baukörper nach unten verjüngen, wirkt er auf den Bildern weit und luftig. Dieser Eindruck setzt sich im Innern fort. Der virtuelle Einblick ins Foyer beeindruckt schwer.

Im Video wird die Höhenentwicklung des ZF Forums im Vergleich zur Umgebungsbebauung demonstriert. Man sieht, wie sich (rot) die Treppenhäuser und Aufzüge aufbauen, wie sich die Stockwerke und Verbindungen zusammenfügen und wie sich das Gebäude am Schluss zeigt. Kein grauer Betonbunker, sondern ein weiß angestrichenes Haus mit vielen großen Glasflächen und davor zwei alte Bäume. „Wir müssen auf dem Gelände nicht erst Atmosphäre schaffen, wir haben sie schon“, sagte Professor Kergaßner in Bezug auf die Bäume.

Das Architekten-Video ist im Internet unter www.kergassner.com zu sehen.

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