Zerkleinern, rühren, schöpfen, pressen, trocknen

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Anna Vogel von der Papiermühle Basel erklärt, wie aufwendig die Herstellung von Papier im Mittelalter war.
Anna Vogel von der Papiermühle Basel erklärt, wie aufwendig die Herstellung von Papier im Mittelalter war. (Foto: Fotos: Schulmuseum Friedrichshafen)
Schwäbische Zeitung

Besucher des Häfler Schulmuseums können derzeit so manch weiße Stelle im Garten des Museums erkennen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Schnee, sondern um die Überbleibsel eines Workshops, wie das Schulmuseum mitteilt. Am Mittwoch zog es 16 interessierte Kinder und Erwachsene bei schönem Wetter und entspannter Stimmung in den Garten des Schulmuseums zum Papierschöpfen. Der Workshop stand im Kontext der aktuellen Wechselausstellung „#schreiben – Tinte oder Tablet?“.

Unter der Leitung von Anna Vogel von der Papiermühle Basel konnten die Kinder und Erwachsenen hautnah und am eigenen Leib erleben, wie aufwendig es war, im Mittelalter Papier herzustellen.

Der ganze Herstellungsprozess begann in damaligen Zeiten mit dem Zerreißen von Faserplatten (früher wurden hierfür Lumpen gesammelt und zerkleinert), die mit Wasser und unter kräftigem Rühren zu einem Brei verarbeitet werden. Aus diesem Brei, der sogenannten Pulpe, wurde mit Schöpfsieben das Papier aus großen Bottichen, der Bütte, geschöpft, danach gepresst und mit einer Bügelpresse getrocknet. Dass jedoch etwas vom Papierbrei auch mal daneben gehen kann, davon zeugen die „Papierschneeflecken“ im Gras.

Zwischen den verschiedenen Arbeitsschritten wurden die Teilnehmer mit anderen Beschreibstoffen, wie Papyrus und Pergament, vertraut gemacht. Ebenso mit der Bedeutung des Wasserzeichens, welches sich am Ende des Workshops und beim Trocknen der einzelnen Papierbögen als nützlich erwies, da die Papierschöpfer so ihre eigenen Bögen erkennen und mit nach Hause nehmen konnten.

Bei der Gestaltung des Wasserzeichens konnten die Besucher ihrer Fantasie freien Lauf lassen, und so war von Kleeblättern bis zu kunstvoll gestalteten Initialen alles dabei. Danach konnten sich die Teilnehmer am Schreiben mit Gänsekiel und Tinte versuchen.

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