Zeppelin Museum weiht Luftschiff-Simulator ein

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 Zur Aufgabe gehört es, den Zeppelin im Wind in Position zu halten.
Zur Aufgabe gehört es, den Zeppelin im Wind in Position zu halten. (Foto: Marcus Fey)
Digitalredakteur

Einmal selbst ein Luftschiff steuern - Im Zeppelin Museum ist das ab Samstag, 13. April möglich. Zumindest virtuell.

An zwei Steuerknüppeln können sich die Besucher auf wissenschaftliche Mission begeben. Es gilt, den riesigen Koloss präzise auf einen Meereswirbel zuzusteuern und den Zeppelin im peitschenden Wind auf Position zu halten. Das ist – zumindest für ungeübte Spieler – gar nicht so einfach. Zwei Minuten haben die Piloten Zeit, den Wirbel zu erfassen. Dann ist die Mission entweder erfolgreich oder gescheitert. So soll garantiert werden, dass jeder Besucher sich einmal an die Aufgabe machen kann, ohne dass lange Schlangen entstehen.

„Das besondere ist, dass wir schon versucht haben, das sehr träge Flugverhalten dieses Luftschiffes rüberzubringen und spürbar zu machen“, sagt Jürgen Bleibler, Museumsleiter Abteilung Zeppelin. Eine absolut realitätsgetreue Simulation dürfen die Spieler aber nicht erwarten. „Das ist kein Ausbildungssimulator, sondern ein Game für unsere Besucher. Aber in dem Rahmen ist es schon sehr realistisch.“

Reales Vorbild

Die Mission ist an einen echten Forschungseinsatz des Helmholtz Zentrums Geesthacht angelehnt. Die echten Forscher sind mit einem Zeppelin und hochauflösenden Spezialkameras unterwegs, um Wirbel in der Ostsee auf und messen Daten für die Klimaforschung. Das Forschungszentrum hat gemeinsam mit dem Zeppelin Museum, dem Verkehrshaus der Schweiz, der Firma Eyecatcher aus Zürich und ZLT Friedrichshafen das Projekt realisiert. Ein Vorgängermodell des Simulators steht bereits seit 2016 im Verkehrshaus Zürich.

In Friedrichshafen ist er, thematisch passend zwischen Ballon-Modell und physikalischen Versuchsanordnungen, im Raum „Auftrieb, Antrieb, Aerodynamik“ aufgebaut. Mia Bienias hat den Simulator für die „Schwäbische Zeitung“ ausprobiert. Die 16-jährige Schülerin schaffte die Mission im ersten Anlauf, allerdings durchaus mit anfänglichen Schwierigkeiten. „Es sieht leichter aus, als es ist. Wenn man in den Sturm kommt, wird man abgedrängt. Es ist eher wie ein Computerspiel und nicht wie ein Simulator, aber es macht trotzdem Spaß.“ Die Benutzung des Simulators, ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Der Simulator ist barrierefrei nutzbar. Ein Umstand, der einige Anpassungen im Vergleich zum Schweizer Prototypen nötig machte. Wie Direktor Jürgen Bleibler versichert, sind zusätzliche Missionen oder auch eine Aufrüstung in Richtung dreidimensionaler Darstellung per VR-Brille mögliche Optionen für die Zukunft.

 Am Steuer geht es auf wissenschaftliche Mission.
Am Steuer geht es auf wissenschaftliche Mission. (Foto: Marcus Fey)
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