Schwäbische Zeitung
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Ein Kribbeln im Bauch und plötzlich sinkt die Nase des Zeppelins Richtung Langenargener Seeufer. Gelächter in der Gondel. Ängstlich ist keiner der zehn Passagiere bei den extremen Manövern des Luftschiffs am Samstag. Achterbahngefühle kommen auch nicht auf. Dafür zeigt Zeppelin mit den neuen Xtrem-Flügen, was die Luftschiffe alles können.

Schlicht geradeaus fahren und dabei traumhafte Aussichten auf den Bodensee und die Alpen genießen – dafür ist der Zeppelin bekannt. Während des Fluges dürfen die Passagiere normalerweise aufstehen und sogar Fenster öffnen. Das ist bei Zeppelin Xtrem allerdings nur auf dem geruhsamen Rückflug erlaubt. Bis dahin muss selbst die Flugbegleiterin sitzen bleiben, die Passagiere angeschnallt und Taschen draußen bleiben. Denn der Zeppelin zeigt, wie wendig er sein kann. Bei diesen Manövern könnten sonst nicht nur die Taschen, sondern auch die Passagiere durch die Gondel poltern.

Zeppelin fliegt extreme Manöver
Wer am Wochenende am Bodenseeufer stand und den Zeppelin beobachtet hat, könnte einen Schreck bekommen haben. Plötzlich hat das Luftschiff die Nase gesenkt und ist in den Sinkflug gegangen. Dabei hatte der Zeppelin aber keine technischen Schwierigkeiten, der Pilot wollte nur zeigen, zu was sein Fluggerät alles fähig ist.

„Wir haben Propeller, die wir schwenken können. Das erlaubt uns, so manövrierfähig zu sein, wie ein Helikopter“, sagt Pilot Oliver Jäger, der die extremen Manöver zum ersten Mal mit Passagieren fliegt. Bei maximaler Leistung fliegt Jäger mit seinem Co-Pilot einen Steigflug, sodass die Passagiere in die Rückenlehne zurückfallen. Während die Nase des Luftschiffs in den Himmel zeigt, ist durch die große Scheibe im hinteren Teil des Zeppelins der glitzernde See zu sehen.

Oben angekommen schraubt sich der Zeppelin in gemächlichem Tempo in einer Spirale wieder nach unten. „Es ist nicht so extrem. Das finde ich manchmal im Flugzeug schlimmer. Aber es macht unwahrscheinlich Spaß dieses Rauf und Runter“, sagt Christoph Rixen aus Moos bei Radolfzell. Mit seiner Frau fliegt er zum ersten Mal mit dem Zeppelin. Auch wenn er sich gleich für die Variante mit besonderen Manövern entschieden hat, für ihn ist es eine besonders ruhige und entspannte Art zu Fliegen. „Man kann die Aussicht wirklich genießen“, sagt Rixen.

Ein Raunen geht durch die Gondel, als Pilot Oliver Jäger das große Luftschiff tanzen lässt. Es kippt nach rechts und links und dreht sich in alle Richtungen. „Wow, das ist toll“, schallt es Richtung Cockpit, das nicht durch Trennwände oder Vorhänge vom Passagierraum getrennt ist. Nach den Manövern, die insbesondere vom Langenargener Seeufer sicher spektakulär aussahen, unterhielt sich Jäger sogar entspannt mit einigen Passagieren.

Eigentlich wollte die Reederei mit dem neuen Angebot bereits im Herbst vergangenen Jahres starten, doch das Wetter spielte nicht mit. Der strahlende Sonnenschein am Samstagvormittag belohnte die Passagiere jedoch dafür, dass der Flug mehrmals kurzfristig abgesagt werden musste. „Es war richtig genial. Der Flug war gigantisch“, sagt Katrin Lorenz mit strahlendem Lächeln. Sie ist bereits mehrmals Zeppelin geflogen, doch der Xtrem-Flug war für sie ein besonderes Erlebnis.

Die ersten Passagiere des neuen Angebots waren weniger auf der Suche nach Adrenalin und Achterbahngefühl. Sie staunten eher über die Wendigkeit und die besonderen Perspektiven, die das Drehen und Neigen mit sich bringt.

Für den Piloten selbst war der Flug allerdings kein großer Nervenkitzel. Diese Manöver seien längst nichts alles, was der Zeppelin fliegen könne. Lediglich aus Sicherheitsgründen reize Jäger die Möglichkeiten nicht aus: „Da ist noch viel mehr drin, aber hier geht es ja darum, ein besonderes Flugerlebnis möglich zu machen.“

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