Sexuelle Belästigung gehört auch bei Jugendlichen zum Alltag.
Sexuelle Belästigung gehört auch bei Jugendlichen zum Alltag. (Foto: Rebekka Jakob)
Schwäbische Zeitung

Sexuelle Grenzverletzungen durch andere Jugendliche gehören zum Alltag vieler Mädchen und Jungen. Mit dem interaktiven Präventionsparcours „Echt krass!“ sollen Jugendliche sensibilisiert werden, sexuelle Grenzverletzungen wahrzunehmen, sich gegen Übergriffe zu wehren und frühzeitig Hilfe zu holen. Zur öffentlichen Auftaktveranstaltung des Parcours am Montag, 14. Januar um 18 Uhr im Jugendzentrum Molke, Meistershofener Straße 11, Friedrichshafen sind Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Eltern sowie interessierte Personen eingeladen. Einen Impulsvortrag zur Einführung in den Präventionsparcours gibt Iris Gerster, Leiterin der Beratungsstelle Morgenrot gegen sexuellen Missbrauch in Friedrichshafen. Im Anschluss besteht auch die Gelegenheit, den Präventionsparcours anzusehen.

Sexuelle Grenzverletzungen reichen von sexistischen Sprüchen über unangemessene Berührungen bis hin zu einer Vergewaltigung. Jugendliche sind teilweise selbst von Übergriffen betroffen, können Zeuge werden oder selbst Grenzen von anderen übertreten. Auch wenn sexuelle Grenzverletzungen zum Alltag vieler Mädchen und Jungen gehören, leiden sie oftmals sehr darunter und erkennen manchmal keinen Ausweg aus ihrer Notlage. Aber auch übergriffige Jugendliche können unter ihrem Verhalten leiden und benötigen ebenfalls angemessene Reaktionen und Hilfen.

Ziel des Parcours ist es, das Bewusstsein der Jugendlichen für ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung zu stärken und sexuellen Übergriffen vorzubeugen. An fünf Erlebnisstationen setzen sich die Jugendlichen mit Aspekten von Sexismus, sexueller Gewalt und Schutzrechten auseinander. Spielerisch wird zum Beispiel erprobt, welche Formen der Annäherung angemessen sein können und welche Reaktionen am geeignetsten sind, um lästige Anmache abzuwehren. Es geht um Fairness in partnerschaftlichen Beziehungen und um Zivilcourage, wenn fiese Sprüche auf Kosten anderer gemacht werden. Nicht zuletzt werden Gerüchte über Sexualität und strafbare Handlungen thematisiert, um über Rechte und Pflichten aufzuklären.

Der Präventionsparcours des PETZE-Instituts für Gewaltprävention gGmbH in Kiel wurde auf Initiative der Beratungsstelle Morgenrot und Vertreterinnen aus dem Landratsamt Bodenseekreis sowie der Stadt Friedrichshafen in den Bodenseekreis geholt. Die Durchführung wird ermöglicht durch eine Spende der Schweizer Stiftung Nova Vita der Familie Pfeiffer und des Vereins Kommunale Kriminalprävention Bodenseekreis e. V.. Der Parcours findet im Zeitraum vom 14. bis 25. Januar im Jugendzentrum Molke in Friedrichshafen statt. Angemeldet sind insgesamt 43 Schulklassen der Klassenstufe 8 aus dem ganzen Bodenseekreis.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen