Wie ZF-Mitarbeiter Bedürftigen weltweit mit Überstunden oder Gehalt helfen

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Schwäbische Zeitung

Seit knapp 15 Jahren bündelt ZF sein humanitäres Engagement im gemeinnützigen Verein ZF hilft e.V. „ZF hilft.“ bietet den Mitarbeitern des Konzerns laut einer Pressemitteilung die Möglichkeit, Überstunden oder Teile ihres Gehalts auf unkomplizierte Weise für wohltätige Zwecke zu spenden.

Dabei fließen alle Erträge zu 100 Prozent in die verschiedenen Hilfs- und Bildungsprojekte des Vereins – denn die Verwaltungskosten trägt ZF. Seit seiner Gründung konnte „ZF hilft.“ demnach über 12 Millionen Euro an Spendengeldern sammeln.

Am Anfang stand eine der dramatischsten Naturkatastrophen der Neuzeit: An Weihnachten 2004 löste ein Erdbeben im indischen Ozean eine Reihe von Tsunamis aus, die rund 230000 Menschen in den Tod rissen und 1,7 Millionen Einwohner der betroffenen Regionen obdachlos machten.

Die Mitarbeiter reagierten mit einer überwältigenden Hilfsbereitschaft und spendeten insgesamt rund 450 000 Euro, heißt es in der Mitteilung weiter. ZF als Unternehmen habe diese Spendensumme auf eine Million Euro aufgerundet.

Der Erfolg zeigt, wie sehr unseren Mitarbeitern humanitäre Themen am Herzen liegen.

Achim Dietrich, Betriebsratschef

Um die enorme Summe besser verwalten und geeigneten Hilfsorganisationen zuführen zu können, gründete ZF den gemeinnützigen Verein ZF hilft e.V. Seit seiner Gründung unterstützt er die Opfer von Naturkatastrophen, Epidemien, Hungersnöten und Konflikten weltweit. Neben der Nothilfe für Menschen in Krisengebieten liegt ein Schwerpunkt auf Schul- und Ausbildungsprojekten für Kinder in benachteiligten Gebieten.

„ZF ist ein global tätiges und führendes Technologieunternehmen. Für uns bedeutet das: Mit einem weltweiten Zugang zu Märkten geht auch eine globale gesellschaftliche Verantwortung einher – und die nehmen wir sehr ernst“, sagt Sabine Jaskula, Vereinsvorsitzende und im ZF-Vorstand für das Thema Personal verantwortlich.

„‚ZF hilft.‘ gibt uns die Möglichkeit, unser soziales Engagement zu bündeln und auf die Projekte zu fokussieren, die den Betroffenen vor Ort schnell helfen und eine nachhaltige Entwicklung fördern.“

Zusätzlich zu verschiedenen laufenden Aktivitäten organisiert der Verein jedes Jahr eine Spendenaktion, bei der die Mitarbeiter an den deutschen ZF-Standorten ihre Überstunden oder Teile ihres Gehalts für einen konkret ausgewählten wohltätigen Zweck abgeben können.

„Der Erfolg zeigt, wie sehr unseren Mitarbeitern humanitäre Themen am Herzen liegen“, erklärt Betriebsratschef Achim Dietrich, zweiter Vorsitzender von „ZF hilft.“.

„100 Jahre – 100 Schulen“

Die bisher größte Spendenaktion in der Vereinsgeschichte initiierte „ZF hilft.“ anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des ZF-Konzerns im Jahr 2015. Unter dem Titel „100 Jahre – 100 Schulen“ startete der Verein den Auf- und Ausbau von 100 Bildungsstätten in Armutsregionen rund um den Globus, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Wenn „100 Jahre – 100 Schulen“ Ende Dezember nach knapp vier Jahren Laufzeit ihren Abschluss finde, habe die Aktion ihr Ziel weit übertroffen: Anstatt der ursprünglich geplanten 30 wurden insgesamt 85 Schulen neu errichtet oder modernisiert.

Mehr als 17 000 Kinder an bereits bestehenden Schulen profitieren von besseren Ausbildungsbedingungen, über 4 000 Schüler konnten sich über ein neues Fahrrad freuen. Die gesamte Spendensumme belief sich auf 4,2 Millionen Euro. Die UBS Optimus Foundation stockte die von „ZF hilft.“ gesammelten 2,4 Millionen Euro noch einmal um rund 1,8 Millionen Euro auf.

Mobilität schafft Bildung

„100 Jahre – 100 Schulen“ ist nur eines von vielen Projekten, mit denen „ZF hilft.“ die Mobilität als wichtigen Faktor einer gut ausgebauten Bildungsinfrastruktur fördert, schreibt ZF weiter.

Damit knüpfe der Verein auch an die Initiative #MobilityLifeBalance an, mit der ZF konsequent den Menschen in den Mittelpunkt stelle: Mobilität sei kein Selbstzweck, sondern müsse dazu beitragen, „unsere Lebensqualität zu steigern – beispielsweise, indem sie den Zugang zu Bildung und nachhaltiger Entwicklung in der Dritten Welt erleichtert.

Daher setzt „ZF hilft.“ seine Zusammenarbeit mit „World Bicycle Relief“ im Projekt „Mobilität für alle“ fort“. Bis 2022 wollen die beiden Organisationen demnach in Simbabwe jährlich 800 Fahrräder ausliefern und die Region Hwange in Sachen Bildung, Gesundheitsversorgung, Wirtschaft und Umwelt mobil machen.

Die Fahrräder verkürzen Kindern den Schulweg, ermöglichen Krankenpflegern eine schnellere medizinische Versorgung ihrer Gemeinde und sind ein umweltfreundliches Transport- und Verkehrsmittel. Das Gesamtbudget liegt laut ZF bei rund 490 000 Euro.

Ein weiteres Beispiel für den humanitären Einsatz neuer Mobilitätskonzepte sei die Initiative „Mobile Quality Schools“: In Bangladesch habe „ZF hilft.“ zusammen mit der YOU Stiftung zwei Busse zu mobilen Schulen umgebaut und übernehme bis Ende 2020 die Kosten für Lehrer, Unterrichtsmaterialien, Fahrer und Kraftstoff. Die rollenden Klassenzimmer vermitteln demnaach rund 150 Slum-Kindern, die keinen Zugang zu adäquater Bildung haben, Grundkenntnisse in Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften.

Gegen das Leiden im Stillen

Im kommenden Jahr richtet „ZF hilft.“ das Augenmerk laut der Mitteilung auf humanitäre Krisen, die von der Öffentlichkeit größtenteils übersehen werden: Denn auch wenn 130 Millionen Menschen weltweit jedes Jahr Opfer von Konflikten und Katastrophen sind, schaffen viele dieser Vorfälle es gar nicht erst in das öffentliche Bewusstsein.

Für die Betroffenen hat das laut ZF dramatische Folgen, denn ohne öffentliche Aufmerksamkeit fehlen oft auch die Ressourcen für Hilfsaktionen.

In ihrer Studie „Suffering in Silence“ rücke die internationale Hilfsorganisation CARE daher jedes Jahr zehn Krisen in den Mittelpunkt, die keine Schlagzeilen machen, obwohl jeweils über eine Million Menschen betroffen ist. Mit seiner aktuellen Spendenaktion unterstütze „ZF hilft.“ Projekte in diesen Gebieten und setze so ein Zeichen gegen das Leiden im Stillen.

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