„Wenn man einen Apfel presst, gibt’s Apfelschorle“

Lesedauer: 4 Min
Experten unter sich: Elli Miller, Bernhard Lang und Brigitte Wallkamm vom BUND (von links) wissen bestens Bescheid, wenn es um a
Experten unter sich: Elli Miller, Bernhard Lang und Brigitte Wallkamm vom BUND (von links) wissen bestens Bescheid, wenn es um alte Apfelsorten geht. Bild: W. Geiselhart (Foto: Wilfried Geiselhart)
Wilfried Geiselhart

Beim Streuobstfest, zu dem die BUND-Ortsgruppe Friedrichshafen und die Ortschaft Ailingen nach Weilermühle eingeladen hatte, gab es viel zu sehen und zu erleben. So durften die Besucher auf dem Freizeitgelände Weilermühle auch selbst Hand anlegen. Die Kinder zum Beispiel beim Einsammeln von Äpfeln und Birnen oder beim Pressen von frischem Saft.

Die Erwachsenen durften sich derzweil von Experten davon überzeugen lassen, dass auf dem idyllisch gelegenen Freizeitgelände auch noch viele in Vergessenheit geratene Apfelsorten wie Brettacher oder Boskoop wachsen und gedeihen.

Herausforderung Baumschnitt

Was haben Schwaikheimer Rambour, Beutelsbacher Roter, Geflammter Kardinal, Horneburger Pfannkuchen und Signe Tillisch gemeinsam? Auch sie gehören neben vielen anderen Sorten zum Bestand im Streuobstgarten Weilermühle. „Insgesamt sind es 160 Bäume aller Altersstufen. Manche sind 80 bis 100 Jahre alt“, berichtet Elli Miller vom BUND. Die studierte Agraringenieurin ist zusammen mit Bernhard Lang unter anderem für den Baumschnitt verantwortlich, was nicht nur Fachkenntnis verlangt, sondern angesichts der Baumhöhen und der teilweise extremen Hanglage auch zur abenteuerlichen Herausforderung werde kann.

„Wir schneiden immer erst im beginnenden Frühjahr, nach den Frösten. Der Schnitt nimmt auch den Pilzdruck“, erklärt Elli Miller und verweist darauf, dass der Streuobstwiese auch eine große ökologische Bedeutung zukommt. „In den Baumhöhlen gibt es viele Nistmöglichkeiten für Vögel“, sagt sie. „Und die hier lebenden Insekten dienen der natürlichen Schädlingsbekämpfung.“

Die vierjährige Mara und ihr siebenjähriger Bruder Luis haben eine eigene Theorie: „Wenn man Äpfel presst, kommt unten Apfelschorle heraus.“ Eine Vorstellung die den Eltern Nicole und Sascha ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Die Familei kommt aus Hessen und verbringt derzeit ihren Urlaub am Bodensee. Dass die Realität ein wenig anders aussieht, das haben Mara und Luis an diesem Nachmittag in Weilermühle gelernt. „Und sie haben festgestellt, dass frisch gepresster Saft von Streuobstwiesen viel besser schmeckt als der gekaufte“, freuen sie die Eltern der beiden Kinder.

Umgebung beeindruckt

Viel Spaß hat auch eine vierköpfige Familie aus Oberteuringen. Sie seien zum ersten Mal hier und sehen sich ein wenig auf dem großzügigen Freizeitgelände um. „Wir sind sehr beeindruckt von dieser naturnahen Umgebung und davon, wieviel hier für die Ökologie getan wird“, ist man sich einig.

Zu den zahlreichen Besuchern des Streuobstfestes gehört auch Ailingens Ortsvorsteher Georg Schellinger. „Dieses Fest und Ailingen – das passt einfach wunderbar zusammen“, sagt er und gibt gerne zu, dass er an diesen Nachmittag wieder etwas dazugelernt hat.

„Selbst wenn man meint, man kenne viele Apfelsorten, hier wird man immer eines Besseren belehrt“, sagt er mit Begeisterung. Dann war es aber höchste Zeit, um sich Kaffee und Kuchen, und natürlich ein Glas frisch gepressten Apfelsaft schmecken zu lassen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen