Wenn auch Feuerwehrschläuchen Stühle werden

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Die Firma „Schlaeuchle“ besteht aus 16 Schülern der elften Klasse des Graf-Zeppelin-Gymnasiums.
Die Firma „Schlaeuchle“ besteht aus 16 Schülern der elften Klasse des Graf-Zeppelin-Gymnasiums. (Foto: gzg)
Johanna Muro

Den „SimpleChair“ kaufen unter

www.schlaeuchle.de

Schüler der elften Klasse des Graf-Zeppelin-Gymnasiums (GZG) haben die eigene Firma „Schlaeuchle“ gegründet. Sie verkaufen darüber den selbstproduzierten „SimpleChair“, einen zweiteiligen Steckstuhl mit einer Lehne aus Feuerwehrschläuchen.

Die insgesamt 16 Schüler bauen seit Beginn des Schuljahres ihr Produkt und recyceln dabei alte Feuerwehrschläuche. Die Schülerfirma wird jedes Jahr im Rahmen von „Junior“, einem staatlich finanzierten Projekt, und mit Unterstützung von Winfried Schenk und Peggy Seifritz gegründet und besteht bis zum Ende des Schuljahres. Innerhalb dieser Zeit werden Abteilungen zur Produktion, den Finanzen und dem Marketing gebildet, ein Vorstand gewählt, der dieses Jahr aus Ludwig Gottmann und Felix Stange besteht. Außerdem müssen die Schüler ein Produkt entwickeln und durch den Verkauf von Aktien ein Startkapital für ihre Firma „Schlaeuchle“ schaffen. Eine Aktie wurde für zehn Euro verkauft, auch Schulleiter Axel Ferdinand und die Schüler selbst beteiligten sich so an der Finanzierung ihres Projektes. Insgesamt kamen so ungefähr 30 Aktionäre zusammen.

Die Idee für den „SimpleChair“ kam von Schülern, die bei der Jugendfeuerwehr tätig sind: „So können wir alte Feuerwehrschläuche, die sonst weggeworfen werden, für etwas Sinnvolles wiederverwenden“, sagt Marc Stauber, der für das Marketing verantwortlich ist. Die Schläuche werden ihnen von den Feuerwehren in Friedrichshafen und Oberteuringen zur Verfügung gestellt. Bereits über 100 Stühle wurden in den Werkräumen des GZG von den Schülern gesägt, abgeschliffen, zusammengeschraubt und für je 19,95 Euro verkauft – zum einen über Bestellungen, zum anderen über verschiedene Verkaufsstände. Mit der Zeit hat sich der „SimpleChair“ sogar noch etwas gewandelt: „Wir haben Kritik und Vorschläge einiger Kunden angenommen und den Stuhl ein wenig verbessern können“, so Stauber. Jeder Schüler verdient durch die Schülerfirma 50 Cent pro Stunde, das meiste des eingenommenen Geldes geht am Ende des Schuljahres zurück zu den Aktionären und eventuell in die Kasse für den Abiball im nächsten Jahr. Doch die Schüler profitieren nicht nur durch ihren Lohn, sondern besonders durch die Erfahrung, ein richtiges Unternehmen auf die Beine stellen zu müssen, miteinander im Team zu arbeiten und ihre eigenen Produkte zu Produzieren und zu Verkaufen. Dabei versuchen sie, so eigenständig wie möglich zu arbeiten und ihren Kunden ein optimales Produkt anzubieten.

Den „SimpleChair“ kaufen unter

www.schlaeuchle.de

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