Wenig chronische Lungenerkrankungen in der Region

Schwäbische Zeitung

COPD belegt weltweit Platz 3 in der Liste der Todesursachen, hinter koronarer Herzerkrankung und Schlaganfall. Die englische Abkürzung steht für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Die gute Nachricht: In der Region ist die Zahl der Betroffenen im landesweiten Vergleich niedrig. So waren 2019 in Bodensee-Oberschwaben 7846 AOK-Versicherte wegen einer COPD in ärztlicher Behandlung. Davon kamen 1891 aus dem Bodenseekreis, 3172 aus dem Landkreis Ravensburg und 2783 aus dem Landkreis Sigmaringen.

„Etwa 13 von 100 Menschen, die älter als 40 Jahre sind, haben in Deutschland die Diagnose COPD“, sagt Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK – Die Gesundheitskasse Bodensee-Oberschwaben. Die Dunkelziffer sei jedoch hoch. Es sind mehr Männer als Frauen betroffen, was sich auch in den Zahlen der Region Bodensee-Oberschwaben widerspiegelt (3588 Frauen und 4258 Männer). In Baden-Württemberg ist der Anteil der COPD-Erkrankten ab 40 Jahren im Vergleich aller Bundesländer am niedrigsten.

Das Rauchen von Tabak ist die wichtigste Einzelursache für die Entstehung von COPD. „Fast 90 von 100 COPD-Erkrankungen lassen sich in Deutschland auf Rauchen und Passivrauchen zurückführen“, so Roland Beierl. Der Zeitpunkt des Raucheinstiegs liege häufig bereits in der Jugend und betreffe aktuell zunehmend Mädchen und junge Frauen. Rund 20 Jahre später etwa führt der Tabakkonsum unter anderem oft zu chronischer Bronchitis, ab etwa Mitte 40 gehäuft auch zu COPD, Lungenkrebs und einer Überblähung der Lunge, dem so genannten Lungenemphysem.

„Typische Beschwerden einer COPD sind Atemnot, Husten und Auswurf. Sie treten zunächst bei körperlicher Belastung, später auch in Ruhe auf“, erklärt der AOK-Geschäftsführer. COPD ist zwar behandelbar, doch nicht alle Schädigungen sind vollständig wieder rückgängig zu machen. Ein Rauchstopp ist die wichtigste Maßnahme, um ein Fortschreiten der COPD zu verhindern. Trotz dieses Wissens rauchen etwa 38 von 100 COPD-Patienten nach der Diagnose weiter.

Die Gesundheitskasse bietet COPD-Patienten mit AOK-Curaplan ein strukturiertes Behandlungsprogramm an. Zu den wesentlichen Bausteinen zählen neben Patientenschulungen regelmäßige Arzt-Patienten-Gespräche, bei denen gemeinsam der Behandlungsverlauf besprochen und Therapieziele vereinbart werden. Darüber hinaus startet zum 1. Juli der Facharztvertrag Pneumologie, den die AOK gemeinsam mit dem Berufsverband der Pneumologen in Baden-Württemberg und mit MEDI geschlossen hat.

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