Die Lagen der Geschäfts- und Wohnhäuser.
Die Lagen der Geschäfts- und Wohnhäuser. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung
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Friedrichshafen wird sich auch in den kommenden Jahren auf steigende Mieten einstellen müssen. Das geht aus einem Bericht des Immobilienkonzerns Engel und Völckers hervor. Grund ist auch das hohe Interesse von Immobilieninvestoren am Standort Friedrichshafen.

„Die Wohnungsmieten haben nach wie vor einen Trend nach oben“, sagte der Häfler Immobilienexperte Mirco Maurer im SZ-Gespräch zum Wohn- und Geschäftshäuser Marktbericht Deutschland. In sehr guten Wohnlagen - also in Seenähe oder mit Blick auf den See - haben sich die Spitzenmieten zwischen dem ersten Halbjahr 2015 und dem zweiten Halbjahr 2015 zum Beispiel von 14 auf durchschnittlich 14,50 Euro pro Quadratmeter gesteigert, ein Plus von dreieinhalb Prozent. Lediglich in einfachen Lagen, beispielsweise in den rückwärtigen Stadtgebieten, sind eher stabile Mieten zu verzeichnen. Laut Maurer lassen sich die Entwicklungen bei Wohn- und Geschäftshäusern durchaus auf den Gesamtmarkt übertragen.

Trotz des begrenzten Angebots scheint Friedrichshafen bei Immobilieninvestoren sehr begehrt zu sein. Grund ist die aktuelle Entwicklung von Preisen und Mieten in Großstädten. Dort würden Preise für Gebäude seit Jahren explodieren, die Mieten aber kaum schritthalten, so Maurer. In Friedrichshafen sei dieses Verhältnis zwischen Kaufpreisen und Mieten „in einem gesünderen Verhältnis“.

Die Befriedigung der Nachfrage von Immobilieninvestoren wie auch Mietern ist in Friedrichshafen aber auch nach Angaben des Maklerkonzerns sehr schwierig. Schon länger beschäftigt sich hier die Politk mit dem Mangel an Wohnraum. Auch Experte Maurer bekommt das Missverhältnis zu spüren: „Wir haben vielleicht fünf oder sechs Kaufangebote auf unserer Webseite, dabei keine einzige Vermietung“, sagt er. Auf der Gegenseite habe er Hunderte Suchanfragen von potentiellen Investoren für Wohn- und Geschäftshäuser.

Wegen wohl weiter stark bleibender Nachfrage nach Wohnraum und Grundstücken, sowohl von Seiten der wachsenden Industrie als auch durch die Lage am Wohnungsmarkt für Flüchtlinge, dürfte sich die Lage laut Maurer nicht allzu rasch wieder beruhigen.

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