Wegen Corona: Facebook-Gruppen bieten Hilfe an

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Personen strecken die Hände in die Mitte
In Friedrichshafen bietet eine Facebook-Gruppe HIlfe an für Menchen die durch Corona diese Hilfe brauchen.. (Foto: Susanne Maasch)

Auch in Friedrichshafen hat sich eine Gruppe auf der Internetplattform Facebook gegründet, die Hilfe anbietet. In Kooperation mit der bereits bestehenden Markdorfer Gruppe hat Susanne Maasch die Beschreibung und Organisation mit den Markdorfer Administratoren abgestimmt und startet durch.

„Ich bekomme in der Arztpraxis in der ich arbeite immer mehr Menschen mit, die Hilfe benötigen. Die machen sich selbst zwar keinen Stress, aber sie brauchen uns irgendwann“, erzählt Susanne Maasch, Gründerin der Gruppe namens „Nebenan-Nachbarschaftshilfe in Friedrichshafen“ auf der Internetplattform Facebook. In dieser Gruppe steigt die Mitgliederzahl wie auch in der Markdorfer Gruppe enorm an. Am Montag um 17 Uhr waren es bereits 450 Mitglieder.

Für Susanne Maasch ist die Intention, die sie bei Gründung der Gruppe hatte, anderen Menschen Hilfe anzubieten, von vielen anderen auch aufgenommen worden. Ihr Sohn Levent ist Mitglied im Jugendparlament. Er war von der Idee seiner Mutter begeistert und motiviert dieses Gremium, ebenfalls in der Gruppe mitzuhelfen und aktiv zu werden.

Formular
Dieses Formular bietet die Facebookgruppe an, damit es verteilt werden kann. (Foto: Susanne Maasch)

„Ich brauchte echt etwas Mut, um diese Gruppe zu gründen, wer weiß, welche Kommentare da kommen“, sagt sie. Es hat sich gelohnt. Dumme Kommentare kamen gar keine, statt dessen Angebote zur Mithilfe. So auch von Traudel Mara Günther. Sie ist zusätzliche Administratorin der Gruppe.

„Als Susanne fragte, wer helfen möchte, habe ich mich spontan gemeldet. Ich moderiere das jetzt übers Internet, weil ich mich auf Anraten meiner Kinder in freiwillige Quarantäne begeben habe“, erzählt Traudel Mara Günther, die sich bereits einen Namen bei den Häfler Hilfsorganisationen „Namibia Kids“ oder „Sinai Desert Kids“ gemacht hatte.

Ihr missfiel die fehlende Hilfsbereitschaft, die man überall habe wahrnehmen können und wollte dagegen etwas tun. Jetzt ist sie begeistert von den Rückmeldungen in er Gruppe. Dort ist die Hilfsbereitschaft groß.

Wir möchten hier eine Nachbarschaftshilfe aufbauen - eine Kontaktbörse für Hilfsgesuche und Angebote,

schreibt die Gründerin der Gruppe.

Die Gründerin der Gruppe schreibt: „Wir möchten hier eine Nachbarschaftshilfe aufbauen - eine Kontaktbörse für Hilfsgesuche und Angebote. Wer kann im Moment nicht mit dem Hund Gassi gehen? Wer kommt nicht mehr zum Einkaufen? Wer hat ganz andere Probleme? Hier wollen wir helfen - als Kontaktbörse. Jeder darf Hilfsangebote stellen oder hier um Hilfe bitten. Jede Form der Hilfe darf hier gesucht werden.“ Auch Susanne Maas betont, nur eine Vermittlergruppe zu sein. Und das mit Recht.

Schon die Markdorfer Gruppe hat die Angebote und Hilfesuche nach Kinderbetreuung unterbunden. Polizeikommissar Peter Köstlinger, mit dem der Markdorfer Admin Matthias Schopf Kontakt aufgenommen hatte, riet dringend vor der Fremdbetreuung ab. „Ohne zu wissen, mit welchen Qualifikationen, Ausstattung, oder sonstigem die wildfremden Menschen ausgestattet sind, ist es nicht zu verantworten, die Kinder so betreuen zu lassen“, sagt Köstlinger.

„Es gelten die üblichen Sicherheitsvorkehrungen und -bedenken im Umgang mit Fremden was die Herausgabe persönlicher Daten, Geld und andere Dinge betrifft. Hier können wir natürlich keine Haftung übernehmen“, sagt Susanne Maasch.

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Wer in der Gruppe denke, dass er mit der Krise ein paar Euro machen kann, sei absolut falsch am Platz. Aufwandsentschädigungen können natürlich vereinbart werden. Die beiden Hilfsgruppen arbeiten zusammen und sprechen sich untereinander ab. Viele Mitglieder sind auch in beiden Gruppen angemeldet. Zugleich gibt es aber hier und da Gruppen von Menschen, die meinen, sich im Netz profilieren zu müssen. So baut in Konstanz jemand eine Gruppe, die sich gleich um die Landkreise Villingen-Schwenningen, Konstanz und Bodenseekreis kümmern will.

Das sei utopisch, weil sich das zu sehr räumlich voneinander unterscheide, sagt Matthias Schopf, der zusammen mit Dilek Ellerbrock in Markdorf aktiv ist.

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