„Was wäre Friedrichshafen ohne Karl Maybach?“

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Personen unterhalten sich an Tischen
Experten und Expertinnen unter sich beim Maybach-Festakt, von links: Barbara Waibel vom Zeppelin Museum, Siegfried Rehm vom Freundeskreis Maybach Museum, Manfred Sauter vom Freundeskreis Zeppelin Museum und Heike Weißhaupt vom Maybach-Club. (Foto: Fotos: Siegfried Großkopf)
Siegfried Großkopf

Viele Maybächler, Mitglieder des Maybach-Freundeskreises und des Maybach Clubs haben Samstag in einem Festakt des 140. Geburtstags von Karl Maybach gedacht. Das Zeppelin-Restaurant war gut gefüllt, als dessen Tochter Irmgard Schmid-Maybach aus San Francisco ein Grußwort übermittelte und ihre Unterstützung für ein Maybach-Museum bekundete. Den Ball nahm anschließend Oberbürgermeister Andreas Brand auf, als er von aktuell anspruchsvollen Gesprächen auf dem Weg hin zu diesem Ziel sprach.

Momentan gehe es um Details, um die Fragen, wie viel Platz für welche Exponate benötigt werde, wofür Maybach stand und um das Vereinbaren eines klaren Fahrplans. „Auf diesem Weg sind wir“. Ganz im Sinne von Karl Maybach, der ebenfalls im Detail zuhause gewesen war, bemerkte der OB, und: Die Umsetzung benötige Sorgfalt. Dabei könne der Maybach‘sche Geist inspirierend sein. Bis Ende des Jahres hofft er zu einem Abschluss zu kommen.

Zuvor hatte das Stadtoberhaupt den von Wilhelm und Karl Maybach gelegten Grundstein für die heutige Industriegeschichte Friedrichshafens gewürdigt. „Was wäre Friedrichshafen ohne Karl Maybach?“ Diese Frage habe ihm einmal Irmgard Schmid-Maybach, die heute 96jährige „Grande Dame der Häfler Industrie“, gestellt. Und sie habe ihn daran erinnerte, dass „erst mit unseren Motoren Zeppelin gefahren ist“. Tatsächlich. Welcher technische Fortschritt wäre der Stadt verborgen geblieben?, fragte Brand. Der Oberbürgermeister nannte Karl Maybach einen Hochbegabten, der die Stadt geprägt und ihr seinen Stempel aufgedrückt habe, den die Nachwelt nicht vergessen sollte. Vor allem den vielen Maybächlern im Saal – unter ihnen Legenden wie dem ehemaligen Vertriebsvorstand Hermann Amrein – wünschte er in der Folge inspirierende Gespräche.

Maybach bleibt Vorbild

Die Unterstützung hin zu einem Maybach-Museum versicherte in einem von Annalena Lau verlesenen Grußwort der verhinderte Vorstandsvorsitzende der Rolls-Royce-Power-Systems, Andreas Schell. Das Nachfolgeunternehmen bringe dem Namen eine hohe Wertschätzung entgegen und folge heute noch dem Maybach-Geist, betonte er. Und: Karl Maybach würde heute die Digitalisierung vorantreiben, so wie die Firma heute diese Chance nutze. An der Motivation von Maybach bis zu Rolls-Royce-Power-Systems habe sich nicht viel geändert, nannte Schell als Beispiel die Talenteschmiede und damit den Ausbildungsbereich in den vergangenen 100 Jahren. „Karl Maybach bleibt ein Vorbild, auch 67 Jahre nach seinem Ausscheiden“, ließ Andreas Schell von Annalena Lau verlesen.

Eingangs hatte Fritz Reinheimer vom Freundeskreis Maybach Museum im Beisein von MdL Martin Hahn – der via Fahrrad und Zug aus Überlingen gekommen war – das Leben und Werk Karl Maybachs Revue passieren lassen, wie es schon am Freitag in der SZ nachzulesen war. Frank Fischmann vom Maybach-Club und sein Vater waren mit einem Maybach SW 38 aus Filderstadt-Bonlanden nach Friedrichshafen gerollt. Siegfried Rehm präsentierte anschließend die druckfrische Dokumentation der Ausstellung des Freundeskreis Maybach Museum mit dem Titel „In der Luft, zu Wasser und zu Land“ vor, die samt CD für fünf Euro zu erwerben war.

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