Was tun, wenn mein Kind betrunken heimkommt?

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 Hilfe und Unterstützung, wenn Kinder übermäßig Alkohol konsumieren, bietet das Präventionsprojekt „Hart am Limit (HaLT)“ der Ps
Hilfe und Unterstützung, wenn Kinder übermäßig Alkohol konsumieren, bietet das Präventionsprojekt „Hart am Limit (HaLT)“ der Psychosozialen Beratungsstelle. (Foto: Landratsamt Bodenseekreis)
Schwäbische Zeitung

Betroffene können sich an die Psychosoziale Beratungsstelle Friedrichshafen, Katharinenstraße 16, wenden, Telefon 07541 / 95 01 80, E-Mail

info@suchtberatung-fn.de

und im Internet unter

www.suchtberatung-fn.de

www.pille-palle.net

Schuljahresende, Ferien, Sommerfeste – eine Zeit, in der Jugendliche genügend Gründe für eine ausgelassene Feier mit Spaß, Tanz und Alkohol finden. Manchmal eskaliert die Party für Jugendliche sogar mit gefährlichen Folgen durch übermäßigen Alkoholkonsum, warnt das Landratsamt Bodenseekreis in einem Schreiben und weist auf das Präventionsprojekt „Hart am Limit (HaLT)“ der Psychosozialen Beratungsstelle hin.

Gerade für Eltern sei die Situation, wenn Tochter oder Sohn von der Polizei nach Hause gebracht oder sie mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden, oftmals sehr schwierig und mit vielen Fragen verbunden. Was soll ich tun? Wie reagiere ich? In so einer Situation bringen Gespräche aber meist erstmal nichts, heißt es in dem Schreiben weiter. Diese Zeit könnten Eltern zunächst nutzen, um sich einige Dinge durch den Kopf gehen zu lassen wie zum Beispiel: Warum trinken Jugendliche eigentlich? Wie wirkt Alkohol auf mein Kind? Wie stark ist der Gruppendruck und was hat das mit uns Eltern zu tun?

Konsum reflektieren

Als Eltern erkenne man schnell, wie umfassend dieses Thema ist und dass man sich intensiver damit und mit seinen Kindern auseinandersetzen muss. Wichtig sei auch, den Konsum und den Vorfall nicht zu ignorieren oder zu verharmlosen. Auch sollte das Risiko, das mit diesem übermäßigen Konsum verbunden ist, benannt werden. Dabei sei wichtig, dass jugendlicher Risikokonsum nicht mit erwachsenem Konsum gleichzustellen sei. Das Risiko für den ungeübt trinkenden Jugendlichen, der in der Entwicklung steckt, sei um ein Vielfaches höher, schreibt das Landratsamt weiter. Um sich auf ein Gespräch vorzubereiten, sei es nützlich, seinen eigenen Konsum zu reflektieren. Als Eltern ist man Vorbild und sollte sich auch danach verhalten. Es geht darum, Grenzen zu setzen, was ist akzeptabel und was nicht. Auf Verletzungen dieser Grenzen müsse angemessen reagiert werden. Eltern sollten eine gemeinsame klare Haltung entwickeln.

Wichtig sei, mit dem eigenen Kind über dessen Konsum ins Gespräch zu kommen und mehr über die Hintergründe für das exzessive Trinken zu erfahren. Ebenso sei es wichtig, mit den Jugendlichen über deren Lebenssituation und Perspektiven zu reden und sich auszutauschen. Hilfe und Unterstützung bietet dabei das Präventionsprojekt „Hart am Limit (HaLT)“ der Psychosozialen Beratungsstelle. Dieses Projekt widmet sich dem Problem des Rauschtrinkens und erreicht riskant konsumierende sowie gefährdete Kinder und Jugendliche, die ihre Grenzen austesten. Gemeinsam mit der örtlichen Polizei, den Krankenhäusern, der Suchtberatungsstelle der Psychosozialen Beratungs- und ambulanten Behandlungsstelle der Diakonie und Vertretern des Landratsamtes werden Lösungsansätze herausgearbeitet, um den Alkoholkonsum bei Jugendlichen zu reduzieren. Ist ein Kind oder ein Jugendlicher aufgrund seines Alkoholkonsums aufgefallen, ist vorgesehen, dass ein Mitarbeiter der Suchtberatungsstelle mit den Eltern und dem Kind Kontakt aufnimmt und die Möglichkeit der gemeinsamen Reflexion über das Vorgefallene anbietet.

Angebot ist kostenlos

Ziel der Kontaktaufnahme sei es, das einschneidende Ereignis zu besprechen und die Kinder und Jugendlichen für eine Auseinandersetzung mit ihrem Konsum- und Risikoverhalten im Rahmen eines Gruppenangebotes zu motivieren. Für Eltern gibt es die Möglichkeit, Beratungsgespräche wahrzunehmen, um eine klare Haltung entwickeln zu können. Das Angebot ist kostenlos und die Mitarbeiter der Beratungsstelle unterliegen der Schweigepflicht.

Betroffene können sich an die Psychosoziale Beratungsstelle Friedrichshafen, Katharinenstraße 16, wenden, Telefon 07541 / 95 01 80, E-Mail

info@suchtberatung-fn.de

und im Internet unter

www.suchtberatung-fn.de

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