Was Sie schon immer über den Kat wissen wollten

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Klare Regeln für den Katamaran: Die Reederei beantwortet häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 12. August.
Klare Regeln für den Katamaran: Die Reederei beantwortet häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 12. August. (Foto: Ralf Schäfer)

Die Katamaran-Reederei hat einen Fragenkatalog zur „Wasserrechtlichen Erlaubnis“ der Katamarane auf ihrer Internetseite veröffentlicht. Hintergrund sind immer wieder kehrende Fragen im Zusammenhang mit dem Unfall am 12. August, bei dem ein Katamaran mit einem Segelboot zusammengestoßen war. Die Yacht ging danach unter, der Vorfall liegt noch bei der Staatsanwaltschaft.

„Über diese so genannte ‚Wasserrechtliche Erlaubnis‘ kursieren derzeit viele Aussagen, zum Teil auch falsche“, erklärt Reederei-Geschäftsführer Norbert Schültke.

Auch Dieter Stauber, Fraktionsvorsitzender der SPD im Friedrichshafener Gemeinderat, hatte bei der vergangenen Ratssitzung angekündigt, einen Katalog an offenen Fragen an die Reederei und an Oberbürgermeister Andreas Brand zu schicken.

Die Wasserrechtliche Erlaubnis (WRE) ist die Grundlage für den Betrieb des Katamarans und wurde im Jahr 2000 vom Schifffahrtsamt Konstanz erteilt, damit der Katramaran verkehren durfte. Diese Genehmigung wurde 2013 erneuert. Die Ermittlungen zum Unfallhergang und der Ursache dauern noch an.

Die Schwäbische Zeitung hat die Fragen und Antworten von der Internetseite der Katamaran-Reederei hier zusammengefasst:

Was steht in der WRE über den Einsatz von Schiffsführern auf dem Katamaran?

Es müssen grundsätzlich ein Schiffsführer und ein Matrosen-Motorenwart an Bord sein. Aufgrund der Schichteinteilungen der Katamaran-Reederei Bodensee (KRB) wird der Kursverkehr allerdings grundsätzlich mit zwei Schiffsführern abgewickelt. Lediglich bei Charter- und Verstärkerfahren wird ein Matrosen-Motorenwart eingesetzt. Unter bestimmten Bedingungen müssen beide auf dem Steuerstand sein und gemeinsam das Schiff führen. Schiffsführer und Matrosen-Motorenwart müssen eine Radarpatentprüfung erfolgreich abgelegt haben. Bevor ein Schiffsführer den Katamaran steuern darf, muss er seit mindestens drei Jahren unfallfrei auf Bodensee-Fahrgastschiffen tätig gewesen sein.

Wann muss der Steuerstand des Katamarans doppelt besetzt sein?

Das ist nötig „bei unsichtigem Wetter oder bei dunkelheitsbedingter Sichtreduzierung im Schnellfahrbereich“ (Zitate aus dem Originaltext der WRE). Gemeint sind Nebel, Starkregen oder Dunkelheit.

Welche Änderungen im Einsatz von Schiffsführern gab es mit der neuen WRE, die zum 1. Januar 2013 wirksam wurde?

Laut der WRE vom 25. Oktober 2000 mussten zwei voll ausgebildete Schiffsführer an Bord sein, mit der neuen WRE ein Schiffsführer und ein Matrosen-Motorenwart. Die Schiffsführer mussten zum Start des Katamaran-Betriebs auf dem Bodensee mindestens fünf Jahre unfallfreie Fahrpraxis nachweisen, seit 2013 ist eine dreijährige unfallfreie Praxis Voraussetzung.

Wie ist der Umgang des Katamarans mit Seglern oder anderen Wassersportlern?

Grundsätzlich schreibt die WRE eine besondere Rücksichtnahme der Katamaran-Schiffsführer vor. Hierzu sind auch alle Schiffsführer per Dienstanweisung verpflichtet. Regelmäßig werden die Themen Sicherheit, Verhalten bei und Vermeidung von Gefahrenlagen sowie Rücksichtnahme mit Wassersport- und Fischereiverbänden besprochen. Der Bodensee-Segler-Verband zeichnete 2007 die Katamaran-Schiffsführer mit dem „Sonderpreis für Faires Miteinander auf dem See“ aus.

Sind die Schiffsführer bei der Katamaran-Reederei Bodensee angestellt?

Nein. Ein Dienstleistungsvertrag mit der Bodensee Schiffsbetriebe GmbH (BSB) regelt, dass die Schiffsführer von der BSB gestellt werden. Die Vorgaben aus der WRE werden hierbei vollumfänglich eingehalten. Die Gründe dafür liegen in der WRE, die ja einen vorherigen mehrjährigen Einsatz der Schiffsführer auf dem Bodensee vorsieht. Außerdem ist so die Einteilung der Schiffsführer für alle beteiligten Unternehmen effizienter vorzunehmen. Es war von Anfang an von den Gesellschaftern gewünscht, den Katamaran-Betrieb mit bestehendem Personal und Knowhow durchzuführen.

Hat der Katamaran den „Grünen Ball“, der einem Fahrgastschiff auf dem Bodensee Vorfahrt einräumt?

Der Katamaran führt den Grünen Ball als einziges Fahrgastschiff auf dem Bodensee nicht während der kompletten Fahrt. Der grüne Ball wird im Schnellfahrbereich, also außerhalb der Hafenbereiche von Friedrichshafen und Konstanz, eingeholt. Der Kat hat somit im Schnellfahrbereich keine Vorfahrt.

Muss der Katamaran einen bestimmten Kurs einhalten?

Ja, die Katamarane verkehren auf einem festgelegten Korridor zwischen den Häfen Konstanz und Friedrichshafen.

Mit welchen Sicherheits-Systemen hinsichtlich Navigation und Kommunikation sind die Fahrzeuge ausgerüstet?

Zwei voneinander unabhängige Radaranlagen, GPS, Bündelfunk, Kompass und elektronische Navigationskarte.

Wie schnell darf der Katamaran auf dem Bodensee fahren?

Der Katamaran darf auf dem See bis zu 40 Stundenkilometer fahren. Er fährt im laufenden Betrieb aber aus ökologischen und ökonomischen Gründen nur 32 Stundenkilometer.

Die Katamaran-Reederei veröffentlicht die Fragen und Antworten zur Wasserrechtlichen Erlaubnis auf der Internetseite

www.der-katamaran.de/WRE

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