Wandern für einen offenen Umgang mit Depressionen

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Mut-Tour macht auf  Depressionserkrankung aufmerksam

320 Millionen Menschen leiden laut Weltgesundheitsorganisation weltweit an Depressionen. Längst hat das Leiden den Stempel Volkskrankheit bekommen. Und trotzdem: Sich selbst als betroffen zu outen, ist für viele immer noch eine große Hürde. Das wollen einige Depressionserfahrene jetzt ändern, mit einer Wanderung in der Bodenseeregion.

Schwäbische Zeitung
Sarah Huß

Die Mut-Tour wirbt quer durch Deutschland für den offenen Umgang mit Depression. Als eine von mehreren Gruppen startete das „Ehemaligen-Team“ am Freitag ihre Wanderung in Friedrichshafen.

Die Frau, die sich den Smiley vor das Gesicht hält, soll all diejenigen repräsentieren, die sich nicht trauen, offen über dieses Thema zu sprechen und sich hinter einer lächelnden Fassade verstecken. Nach dem Motto „Mut haben und Mut geben“ wollen sowohl Depressionserfahrene als auch unerfahrene Menschen andere dazu animieren, sich gegenüber dieser Krankheit nicht zu verschließen. „Wir setzen uns dafür ein, dass man irgendwann mal genauso unbefangen sagen kann, dass man zum Psychotherapeut geht, wie man auch sagen kann, einen Termin beim Zahnarzt zu haben“, sagt Gert Treuter, ein Mitglied der Mut-Tour. Er selbst hat schon mehrere Etappen mitgemacht. „Die Mut-Tour hilft mir persönlich sehr gut, besser mit meiner Krankheit umzugehen. Es tut gut, mit Menschen zusammen zu sein, die einen verstehen. Wir kennen uns untereinander inzwischen sehr gut und achten aufeinander“, meint Treuter. Gemeinschaft ist ein wichtiges Stichwort, wenn es um die Mut-Tour geht. Auch Mia Anders ist bei dieser Etappe mit dabei. Laut ihr stützt sich die Mut-Tour auf vier Pfeiler: Gemeinschaft, Struktur, Natur und Bewegung. Bis die Tour voraussichtlich am 18. August, in der Nähe von Kempten, das Ende ihrer Etappe erreicht hat, schlafen die Mitglieder hauptsächlich in Zelten. „Die Tour hat echten Abenteuercharakter. Man weiß nie genau, wo man am Ende vom Tag landet“, sagt Nina Schulz, ein weiteres Mitglied. „Wer sich unserer Tour anschließen möchte, ist recht herzlich willkommen.“ Und sie fügt an: „Es wird auch nächstes Jahr wieder eine Mut-Tour geben, bei der wir uns freuen würden neue Gesichter zu sehen.“

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