Die Camerata Serena lebt weiter: Freudig übergibt Hans-Peter Sailer seinen Taktstock und seinen Chorkoffer dem neuen künstlerisc (Foto: Helmut Voith)
Christel Voith

„Es gibt einen Neubeginn.“ Das war die frohe Botschaft bei der Mitgliederversammlung des Vokalensembles „Camerata Serena“ am Samstagnachmittag im Graf-Zeppelin-Haus, bei der eigentlich die Auflösung des Vereins beantragt werden sollte.

„Es war ein friedvoller, schöner Abend und doch überschattet von Wehmut, denn es war das letzte Konzert des Vokalensembles, das sich mit seiner gehobenen Chormusik einen festen Platz in der Region geschaffen hat. 1987 hat Hans-Peter Sailer das Ensemble initiiert, 25 Jahre hat er es mit großer Freude geleitet, doch nun beendet er die Ära des Projektchores mit Sängerinnen und Sängern, die bis aus Sigmaringen kamen.“ So stand es im vergangenen März in der Schwäbischen Zeitung, so hatte es damals auch ausgesehen. Wie Hans-Peter Sailer jetzt bei der Mitgliederversammlung erklärte, war es nach seiner krankheitsbedingten Zwangspause 2008/09 immer schwerer, genügend Sänger für ein Projekt zu finden: „Wir sind zusammen älter geworden.“ Der Moment zum Aufhören schien gekommen. Doch da waren junge Menschen um Nikolaus Henseler, begeisterte Chorsänger, die schon lange einen Weg gesucht hatten, einen Chor zu gründen. Einer von ihnen, Adriano Handrich, hatte beim Frühjahrskonzert der Camerata mitgesungen und sah mit dem Auflösungswunsch die Chance gekommen. Hans-Peter Sailer wie Nikolaus Henseler berichten von einem wunderbar reibungslosen Übergang und vom Wunsch, das 25-jährige Erbe fortzuführen. So war es selbstverständlich, dass nach der Entlastung des geschlossen zurücktretenden Vorstands ebenso einstimmig die neue Mannschaft gewählt wurde: Neuer Erster Vorsitzender ist Nikolaus Henseler, Zweite Vorsitzende Miriam Lieb, Adriano Handrich ist Kassier und Dr. Hermann Henseler Schriftführer.

Hans-Peter Sailer nutzte die Stunde, seinem Nachfolger seinen „Chorkoffer“ mit allen nötigen Utensilien zu übergeben: leere Ordner, ein Handbuch für Vereinsvorsitzende und vor allem ein Taktstock mit dem Namenszug der Camerata serena. In einem Vortrag blickte Sailer noch einmal auf die Konzerte der vergangenen 25 Jahre zurück. 70 bis 80 Konzerte mit ca. 50 Programmen und ca. 2000 Stunden Chorproben seien es gewesen, sagte der bisherige Zweite Vorsitzende Eduard Roth, der hervorhob, mit wie viel Langmut und Geduld Sailer sein Ziel, auf möglichst hohem Niveau Musik zu machen, durchgesetzt hatte.

Nun stehen die „Neuen“ in den Startlöchern. „Zunehmend optimistisch“ blicke Nikolaus Henseler nach den bisherigen Proben auf das Konzert, das am 4. November um 17 Uhr mit dem neuen Chor in St. Magnus in Fischbach stattfindet. Ein bunt gemischter Chor sei es nun mit einem Durchschnittsalter von etwa 40 Jahren, mit jungen Mitgliedern und einigen aus der bisherigen Camerata serena, und ein „wunderschönes geistliches A-cappella-Programm“ mit Werken von J.S. Bach, Schumann, Homilius und Mendelssohn Bartholdy.

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