Von nützlichen Bakterien und charmantem Durchfall

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Mitmachen und Mitlachen ist angesagt bei der medizinischen Comedy-Lesung von Ärztin Sibylle Mottl-Link.
Mitmachen und Mitlachen ist angesagt bei der medizinischen Comedy-Lesung von Ärztin Sibylle Mottl-Link. (Foto: Anne Jethon)
Crossmedia-Volontärin

Sie war die Überraschung zum Ende der Sommerakademie der Kinderuni Friedrichshafen, bei der fünf- bis 14-Jährige an Workshops und Vorlesungen teilnehmen durften: Ärztin Sibylle Mottl-Link hat ihrem jungen Publikum am Freitag eine medizinische Comedy-Lesung ihres Buches „In meinem Körper ist was los“ geboten.

Wozu gibt es Nasenschleim? Warum sind Darmbakterien gut, wenn sie doch eigentlich Bakterien sind? Warum hat man Durchfall? Diese Fragen beantwortete Sibylle Mottl-Link mehr als 40 Kindern und Jugendlichen. Mit Mimik, Gestik und einer Handpuppe, die ein Darmbakterium darstellen sollte, brachte sie die Kinder immer wieder zum Lachen. Sie simulierte mit ihnen „peinliche Geräusche“ bei der Verdauung und zeigte, dass die Lunge beim Einatmen wie ein Luftballon aufgeblasen wird.

„Sie hätten lieber Komödiantin statt Ärztin werden sollen“, sagte eines der Kinder im Publikum. Kurze Zeit später zeigte Mottl-Link ihrem Publikum den laut einer Buchkritik „charmantesten Durchfall, der je gezeichnet wurde“. So ein Durchfall sei zwar unangenehm, „aber der Körper macht nur seine Arbeit“, erklärte Mottl-Link.

Mehr als 100 Lesungen in ganz Deutschland bietet die Ärztin im Jahr an – so oft, dass sie von ihrem Dienst in einer Notaufnahme beurlaubt wurde. „Dieses Lesungs-Mitmach-Gruppentheater ist einfach mein Ding. Da gibt es eine bessere Rückmeldung, als wenn man nur Spritzen gibt“, sagt sie. Sie spreche bei ihren Lesungen oft von echten Einsätzen aus ihrem Arbeitsleben. „Die Kinder merken das“, sagt sie.

Genau nach diesem und weiteren Kriterien hat auch die Kinderuni Friedrichshafen nach ihren Dozenten gesucht. „Sie müssen vom Fach sein“, sagt Gudrun Schäfer-Burmeister, die Vorstandsvorsitzende der Kinderuni. Nur dann könne man auf die spontanen Fragen der Kinder immer eine gute Antwort geben. Ziel der Kinderuni ist es, Wissenschaft mit Spaß verständlich zu machen. „Da stellt sich natürlich immer die Frage, wo man solche Leute findet, die das können“, sagt Schäfer-Burmeister. Oft kenne man die Dozenten schon von vorigen Vorlesungen in der Kinderuni, bei neuen gebe es ein Vorstellungsgespräch.

Die Mühe lohnt sich. Grundschülerin Carlotta ist von den Vorlesungen bei der Kinderuni überzeugt: „Ich fand die Überraschung mit der Ärztin besonders toll“, sagt sie. Jakob geht schon seit drei Jahren zur Kinderuni und freut sich, wenn er dort Experimente machen kann. „Mir hat dieses Mal die Weltall-Vorlesung am besten gefallen. Da wurde gezeigt, wie die Sonne geboren wird und auch stirbt“, sagt er und lacht. Valentin geht dagegen gerne zu den Betreuungen, bei denen gebastelt, gespielt und Sport gemacht wird. „Ich habe aber auch gerne den Workshop gemacht, bei dem gezeigt wurde, wie man als Redakteur arbeitet“, sagt er.

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