Der Seemannschor Friedrichshafen begrüßt jede Menge Shanty-Chöre im GZH.
Der Seemannschor Friedrichshafen begrüßt jede Menge Shanty-Chöre im GZH. (Foto: Felix Kästle)
Gerd Kurat

Bei einem Gala-Abend im Graf-Zeppelin-Haus ist der Seemannschor Friedrichshafen mit weiteren fünf Chören aus Deutschland und der Schweiz auf große Fahrt gegangen. Ein buntes Programm mit Seemanns-Liedern und Shanties in ganz unterschiedlicher Ausführung bekamen die Zuhörer am „Schwäbischen Meer“ geboten.

Eduard Hager begrüßte die Gäste in Vertretung von Oberbürgermeister Andreas Brand und wünschte viel Erfolg für das Konzert. Arthur Rusch, Steuermann beim Seemannschor, bedankte sich bei den Gastchören für ihr Kommen und natürlich bei seinem Organisationsteam für die ausgezeichnete Vorbereitung des Treffens. Sein ausführliches Referat über das „Shanty“ an sich, mit Rückblick bis zu den alten Römern, führte langsam zu Unruhe im voll besetzten Hugo-Eckener-Saal. Wollten doch die Zuhörer etwas Hören und die sechs Chöre ihr Repertoire auf der Bühne präsentieren.

Sehr schwungvoll war die musikalische Eröffnung durch die Gastgeber mit Titeln der Gruppe „Santiano“. Chorleiter Karl Reinhard Krüger führte Chor, Vorsänger und Begleitcombo mit „Frei wie der Wind“ oder „Es gibt nur Wasser“ sicher durch die Hits der erfolgreichen Gesangstruppe. Damit waren auch die Inhalte des Abends eingeführt: Segeln in steifer Brise, Freiheit auf dem Meer, Rum ist nie genug an Bord, Sehnsucht nach der Heimat und der große Abschiedsschmerz, wenn es auf große Reise geht. Beim Auftritt des Original Shantychor Unna (Nordrhein-Westfalen), in roten Hemden und großer Begleitung mit Akkordeons und Gitarren, klatschte das Publikum begeistert mit und ein Solist brachte in der Geschichte von Jan Maat den Klabautermann in Spiel. Die Shantysingers, rund 30 sangesfreudige Wassersportler vom Bodensee aus Steckborn (Schweiz), gestalteten ihre Songs in guter Textdeutlichkeit, klarer Begleitung und schönen Überstimmen. Klangvolle Soli, auch mit Mundharmonika und Teufelsgeige als Rhythmusinstrument, führten zu einem runden, aber auch humorvollen Shanty-Klang. Der Musikverein „Seeteufel“ aus Halle (Saale) brachte mit seinen fast 40 Frauen und Männern ausgelassene Stimmung in den Hugo-Eckener-Saal. In ihren Piratenkostümen, mit großer Instrumentalbegleitung, Soloeinalgen und Choreographien bekamen die „Binnenländler“, einziger Chor mit Frauenbesetzung und Dirigentin, reichhaltigen Applaus.

Mit 840 Kilometer hatten die Jungs vom Nordseedeich vom Shantychor Dorum (Cuxhaven) die weiteste Anfahrt. Sehr professionell ihre Präsentation von Seemannsliedern. Alle Lieder waren modern arrangiert und instrumentiert, im Wechsel zwischen vollem Chor- und Sologesang, gemäß ihrem Motto „Rau – aber herzlich“. Bewundernswert, wie nach mehr als drei Stunden Musik der Seemannschor Thetis Crew (Schweiz, Nestal) mit seinem Schwung und Elan die Zuhörer mitnahm. Bei „La Paloma“, „Nimm mich mit Kapitän auf die Reise, und „Capitano“ wurde herzhaft mitgesungen und kräftig geschunkelt.

Ein schönes Schlussbild gab es mit dem „Hamborger Veermaster“ mit allen annähernd 200 Mitwirkenden auf der Bühne.

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