Zwei Personen stehen in entsprechender Kleidung neben einem Motorrad
Seit Oktober 2018 sind Kai Fuchsschwanz und Nicola Seiferling mit ihren Motorrädern unterwegs. (Foto: Fotos: privat)
Schwäbische Zeitung

Wer wissen will, wie die Reise weitergeht, kann dies auf der Webseite nachlesen

www.niuka.de

. Dort wird auch kontinuierlich der Reiseblog aktualisiert. Mehr Fotos und aktuelle Eindrücke gibt es zudem regelmäßig auf Instagram und Facebook online unter:

@niuka.de

Schon fast ein Jahr sind Nicola Seiferling und Kai Fuchsschwanz mit ihren Motorrädern unterwegs, um das „Abenteuer Panamericana“ zu erleben. Im Oktober 2018 sind sie in Friedrichshafen aufgebrochen, um von Süd- nach Nordamerika, von Chile bis nach Alaska zu fahren. Ihr Motto dabei ist: „Raus aus dem Hamsterrad – rein ins Abenteuer“. Kai Fuchsschwanz ist 37 Jahre alt, gelernter Industriekaufmann und hat in der Disposition Flugsteuerung gearbeitet. Nicola Seiferling ist fünf Jahre jünger und Personalreferentin. Beide haben Wirtschaftswissenschaften studiert und mit dem Bachelor of Science abgeschlossen. Doch der Beruf hat derzeit Pause. Hier berichten sie von ihrer abenteuerlichen Tour:

„Den Traum, auf Weltreise zu gehen, hatten wir schon seit dem Studium. Doch damals fehlte uns das Geld. Nach fünf Jahren Berufsleben dann aber die Komfortzone zu verlassen, alles zu verkaufen und auf Weltreise zu gehen, war doch ein großer Schritt. Aber wir haben es nicht bereut. Im Gegenteil. Es ist unvorstellbar, was alles zu beachten und zu organisieren ist. Besonders wenn man mit dem eigenen Gefährt plus Surfausrüstung und Kitesurfmaterial auf Reisen geht. Warum mit Motorrädern? Weil es das pure Abenteuer ist und man besser in Kontakt mit den Menschen kommt. Und es zudem eine riesige Herausforderung darstellt. Vor allem für Nici, die ihren Motorrad-Führerschein erst ein Jahr zuvor gemacht hatte.

Im Oktober 2018 ging es endlich los. Wir reisten durch Brasilien und Chile und dann ging es weiter gen Süden zum Wellenreiten und Kitesurfen. Dort mussten wir uns notgedrungen im Offroadfahren üben, um überhaupt an die Strände zu kommen.

Danach hangelten wir uns langsam Richtung Norden hoch, entlang der Küste, um weitere Spots zu erkunden, sowie in das Landesinnere und in die Anden. Chile beeindruckte uns sehr. So viele unterschiedliche Landschaften und sehr nette, hilfsbereite Menschen. Besonders die Gegend in und um die Atacamawüste hatte es uns angetan: tiefe Schluchten, hohe Vulkane, viele Lamas und die Salzwüste. Der Sternenhimmel war ein Traum, und die Berge der Anden sind atemberaubend.

Das nächste Highlight lag gleich um die Ecke: Bolivien. Die Lagunenroute war mit eines der schönsten Erlebnisse. Jede Lagune hat eine andere Farbe, meist direkt vor Bergen oder Vulkanen gelegen und bewohnt von tausenden pinkfarbenen Flamingos - und das auf über 4000 Metern Höhe.

In Peru fuhren wir entlang traumhaft schöner Küsten- und Bergstraßen und feierten Silvester in einer Oase mitten in den Dünen. Nach Tausenden von Kilometern durch die Wüste kamen wir schließlich über die Grenze nach Ecuador in tropische Gefilde. Dort blieben wir zum ersten Mal länger an einem Ort und genossen es, drei Wochen lang jeden Tag zum Surfen zu gehen. Über den Nebelwald ging es zurück in die Anden und weiter nach Kolumbien. Hier mussten wir etwas Gas geben, da unser Verschiffungstermin für Ende März nach Panama schon feststand. Mit der Verschiffung lief leider nichts wie geplant, und wir mussten anderthalb Wochen in Cartagena ausharren, bis wir endlich unsere Motorräder im Container verfrachtet hatten und wir selbst nach Panama segeln konnten.

Dieser Segeltörn war ein weiterer Höhepunkt der gesamten Reise. Nach zwei Tagen auf offener See (wir sind nur den Bodensee gewöhnt und hatten mit Seekrankheit zu kämpfen) ging es zum Schnorcheln zu den San Blas-Inseln in der Karibik. Wir wurden auf dem Weg von Delfinschulen begleitet und suchten am Strand nach fluoreszierendem Plankton, das mit den Sternen um die Wette funkelte. Unsere Motorräder hatten keine so angenehme Überfahrt: Der Blinker der BMW war abgebrochen, und man hatte versucht, die BMW Embleme zu stehlen. In Panama blieben wir wieder länger an einem Ort, um zwei Wochen zu surfen. In Costa Rica fluchten wir über die schlechten Straßen, bestaunten aber auch die wunderbare Tierwelt. Wir hatten sogar das Glück, ein Faultier bei seinen seltenen Bewegungen zu filmen. In Nicaragua trotzten wir dem Dauerregen. El Niño und ein großes Tiefdruckgebiet sorgten dafür, dass es zwei Wochen fast ununterbrochen regnete. Mit dem Motorrad unterwegs zu sein in der Regenzeit, ist kein Spaß. Es wurde einfach nichts mehr richtig trocken.

Zudem ging nach knapp einem halben Jahr langsam alles kaputt - von der Luftmatratze über Kissen bis hin zum Zelt. Neben dem Regen hatten wir wieder sehr außergewöhnliche „tierische“ Begegnungen. Wie zum Beispiel mit den riesigen Ameisen, die sich in den Motorradstiefeln eingenistet und Eier gelegt hatten, oder den Krokodilen, die im Fluss neben dem Surfspot lagen.

In Honduras erwarteten uns Straßenblockaden und brennende Autos und ihre Überreste am Straßenrand. Danach erholten wir uns in El Salvador von einem Bakterium, das wir seit Nicaragua mitschleppten. In Guatemala kamen unsere „Pferde“ erstmals in den Service. Danach besuchten wir Maya-Stätten im Norden des Landes und in Mexiko. Dort erfüllten wir uns auch den Traum vom Schwimmen mit Walhaien. Eine längere Pause, um Kitesurfen zu gehen, legten wir in Yucatan/Mexiko ein.

Zurzeit in Mexiko

Derzeit sind wir in den Bergen in Mexiko unterwegs und kühlen von den heißen Temperaturen der Pazifikküste runter. Geplant ist, die Motorräder über den Winter unterzustellen und durch Australien / Neuseeland zu reisen. Dann wollen wir im Frühjahr 2020 bis Alaska/Kanada hochfahren. Dann geht es zurück nach Europa. Das ist zumindest derzeit geplant, aber Pläne können sich ändern.“

Wer wissen will, wie die Reise weitergeht, kann dies auf der Webseite nachlesen

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