Neujahrskonzert bei Kerzenschein in der Kirche St. Nikolaus: Nikolai Geršak leitet die Sängerinnen Hedwig Sauter, Verena Witzig
Neujahrskonzert bei Kerzenschein in der Kirche St. Nikolaus: Nikolai Geršak leitet die Sängerinnen Hedwig Sauter, Verena Witzig und Lucia Sauter (von links). (Foto: Helmut Voith)

Eine wunderbar traute Stimmung hat am Abend des Neujahrstags über dem Neujahrskonzert in der Nikolauskirche gelegen. Kerzen entlang der Bankreihen lenkten den Blick der Zuhörer in der vollen Kirche zum Altar, wo zahlreiche Kerzen auf den Altarstufen, um das Christkind, am Marienaltar und vor den drei Sängerinnen brannten, die zusammen mit Kantor Nikolai Geršak das Konzert trugen. Nur ein gedämpftes warmes Gelb entlang der Chorraumwand und die Kerzen an den großen Christbäumen warfen noch etwas Dämmerlicht ins Rund.

Für die Kirche ist der 1. Januar ein hohes Marienfest, ein Gedenktag für die Gottesmutter. Was läge da näher als noch einmal im Wechsel von Orgelspiel und Gesang das Geheimnis der Geburt Jesu zu beleuchten. Sehr schöne Lieder, sogenannte Christmal Carols, hat da die anglikanische Kirche hervorgebracht, immer neue „Lullabys“, zärtliche Wiegenlieder, welche die Sopranistin Hedwig Sauter, die Mezzosopranistin Verena Witzig und die Altistin Lucia Sauter in vollkommener Harmonie und berührender Innigkeit in den Kirchenraum trugen.

Fein und feierlich war der a-cappella-Gesang zu Beginn, kunstvoll und innig zugleich, ein zärtlicher Engelsgesang, der dem „Lord Jesus“ huldigte. Sehr schlicht und eindringlich klang das „Vom Himmel hoch, o Engel kommt“, in wiegendem Rhythmus führte das Lied „It came upon the midnight clear“ zur Krippe, wobei hier Nikolai Geršak erst an der Orgel, dann am Piano sanft begleitete. So bekam jedes Lied seinen eigenen Charakter, ob a cappella oder mit Begleitung an der Orgel, am Piano oder an der Truhenorgel. Zärtlich waren das Lied der Hirten, das Lullaby für das „little baby“, heiter das abschließende „Carol of the bells“, ein gesungenes Glockenspiel.

Auch die Orgelwerke, die Geršak an der großen Orgel einstreute, führten zum Weihnachtsfest. Wie ein ausgelassenes Kinderlied begann Claude Balbastres „Il est un petit ange“ – er ist ein kleiner Engel – man hörte den Engel fröhlich hüpfen und singen.

Hell klingelnd setzte Johann Sebastian Bachs Fantasie G-Dur BWV 572 ein, ehe sie zum feierlichen Choral wurde. Ätherisch hell und klar setzte César Francks „Pastorale“ ein, ließ die zur Krippe eilenden Hirten und ihre Freude bei der Ankunft spüren. Sanft wiegend setzte die liebliche Pastorale von Charles Marie Widor ein, eine Vielfalt von Farben blühte auf, zartes Pianospiel berührte.

Schlusspunkt Allegro maestoso

Einen leuchtenden Schlusspunkt setzte Edward Elgars Allegro maestoso aus der Sonate G-Dur, zarte Idylle und majestätisches Orgelspiel, Christkind und Christkönig eindrucksvoll verbindend. Mit einem fröhlichen, an Judy Garland und Frank Sinatra erinnernden „Have yourself a merry little Christmas, let your heart be light“ entließen Sänger und Spieler die Zuhörer in die Nacht.

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