Die Besucher der Eurobike kommen aus 100 Nationen. Fast alle von ihnen brauchen ein Hotelzimmer in der Region.
Die Besucher der Eurobike kommen aus 100 Nationen. Fast alle von ihnen brauchen ein Hotelzimmer in der Region. (Foto: EUROBIKE Friedrichshafen)

Mit der Eurobike läuft derzeit die größte Messe in Friedrichshafen. Besucher, die nicht frühzeitig ein Zimmer gebucht haben, müssen entweder etwas tiefer in die Tasche greifen oder aber auf das Hinterland ausweichen und einen längeren Anfahrtsweg zur Messe in Kauf nehmen. Für Hoteliers sind die Messen ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor – umso enttäuschter sind sie, dass die Outdoor 2019 wegfällt.

Uwe Felix ist Inhaber der Traube am See in Fischbach. Seine 94 Zimmer sind zu Messezeiten immer ausgebucht. Während der Eurobike nächtigen in 90 von ihnen Messebesucher. „Die Messe erhöht die Nachfrage extrem“, sagt er. Das wissen auch seine Gäste, deshalb buchen diese schon rund ein Jahr vorher. „Es sind meistens die gleichen Firmen, die wir in dieser Zeit beherbergen“, sagt Felix, der auch stellvertretender Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga für die Kreisstelle Bodenseekreis ist.

Kurzfristig gibt es während der Messe kaum noch Zimmer in Friedrichshafen und den benachbarten Gemeinden. Ein Blick in Online-Buchungsportale verrät, dass die Auswahl an freien Zimmern in der Stadt sehr begrenzt ist und die Preise für zwei Nächte in der Regel bei rund 300 Euro für ein Zimmer liegen. Auch in den umliegenden Gemeinden liegen die Preise nicht deutlich darunter.

Aus dem Hinterland zur Messe

Für den Fall, dass Besucher keine Zimmer mehr in Friedrichshafen bekommen, hat die Messe schon vor einigen Jahren vorgesorgt und einen Shuttle Service eingerichtet. Die Busse fahren bei den großen Messen wie der Eurobike die umliegenden Gemeinden ab. „Dieser Service wird von unseren Gästen sehr gut angenommen“, sagt Wolfgang Köhle, Pressesprecher der Messe Friedrichshafen. Besonders bei den Fachmessen komme die Leute von weiter her – so auch bei der aktuellen Messe. „Bei der Eurobike sind rund 100 Nationen vertreten“, sagt Köhle.

Auch Uwe Felix hat während der Messe nicht nur ein volles Haus, auch die Preise für eine Nacht in seinem Hotel sind etwas höher als sonst. „Wir ziehen die Preise während der Messe an“, sagt er. Um wieviel Prozent der Preis dann höher ist, das möchte Felix nicht verraten. „Der Preis ist aber immer noch gerechtfertigt“, sagt er. Hinzukommt auch der Fakt, dass er oftmals eine Nacht vor Anreise der Messegäste ein nur halb belegtes Hotel hat. „Wenn samstags Anreisetag für die Messebesucher ist, dann vermiete ich die Zimmer nur bis Freitag“, sagt er. Anders würde es nicht funktionieren, dass die Gäste alle am Samstag abreisen.

Den Weggang der Outdoor sieht Felix trotz des guten Geschäfts für ihn gelassen. „Die Messe war in der Hauptsaison, da bekommen wir das Hotel auch mit Touristen voll“, sagt er. Trotzdem werde sich der Wegfall bei ihm bemerkbar machen. Felix schätzt, dass die kleineren Hotels, die weiter im Hinterland liegen, ein größeres Problem mit dem Wegfall einer so großen Messe haben. Denn dorthin mussten viele Gäste ausweichen, wenn sie nicht mehr stadtnah ein Zimmer bekommen haben.

Das sieht auch Bernd Dahringer, Geschäftsführer Dehoga Baden-Württemberg in Ravensburg, so. „Messen wie die Eurobike oder Outdoor strahlen stark ins Hinterland. Wir haben Übernachtungsgäste von Friedrichshafen bis nach Bad Waldsee. Wenn eine Messe wie die Outdoor wegfällt, ist das eine ordentliche Einbuße für die Region“, sagt er. Die Messe sei ein starker Wirtschaftsfaktor für die Region. Dennoch boome der Tourismus in der Bodenseeregion, aber nur in den Sommermonaten. „Besonders die Hotels in den kleinen Gemeinden müssen im Sommer ihr Geld verdienen. Deshalb wäre es eigentlich ideal, wenn eine große Messe in der Nebensaison stattfinden würde“, sagt Dahringer.

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