Volles Haus beim Deutschland-Cup in Friedrichshafen

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 Eine der größten Formationen beim Deutschland-Cup wird Prekilla sein. Tanzschulen-Inhaber und Trainer Dominik Heinrich (Mitte)
Eine der größten Formationen beim Deutschland-Cup wird Prekilla sein. Tanzschulen-Inhaber und Trainer Dominik Heinrich (Mitte) und Tuan Ahnle sind die einzigen Jungs bei Prekilla. (Foto: Jochen Dedeleit)
Jochen Dedeleit

Dominik Heinrich von der Tanzschule Heinrich ist zuletzt gefragter gewesen denn je. Schließlich ist der Inhaber der gleichnamigen Friedrichshafener Tanzschule nicht nur der Ausrichter des Deutschland-Cups im Hip-Hop, den Hip-Hop-Battles, dem Electric Boogie und der Streetdance Show, sondern auch Trainer und selbst Teilnehmer. 47 Starts gehen in der Bodensee-Sporthalle auf das Konto der Gastgeber, insgesamt sollen es am Samstag (ab 9.30 Uhr) und Sonntag (9 Uhr/Siegerehrung gegen 15 Uhr) 1300 Starts von Hunderten Teilnehmern der zahlreichen Tanzschulen aus ganz Deutschland sein.

Die Hoffnung auf Podiumsplätze ist bei Dominik Heinrich groß. Der 33-Jährige ist schließlich Europa- und Weltmeister im Electric-Boogie-Duo, mehrfacher süddeutscher Meister, deutscher Meister, Europa- und Vizeweltmeister im Hip-Hop. Der Leistungsgedanke wird beim gebürtigen Geraer großgeschrieben, Heinrich weiß aber auch, dass bei den zahlreichen Kindern und Jugendlichen, die er täglich unterrichtet, der Spaß nicht zu kurz kommen darf. „Aber vor allem im Solo- und Duo-Bereich sind wir gut aufgestellt und können auf uns aufmerksam machen“, sagt Heinrich, der die ehemalige Tanzschule Schultz mit seiner Partnerin Romina Feuchter leitet.

Topsportler sind am Start

Nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen sind die 23 Teilnehmer der großen Formation Prekilla, die beim Deutschland-Cup in der Hauptgruppe der Hip-Hopper startet und eine der größten Gruppen auf der Tanzfläche sein wird. Einfacher haben es da das Septett von ElementZ in der Hauptgruppe sowie bei den Junioren die fünfköpfige Gruppe Giants oder auch die sieben Tänzer von „S.M.A.R.T.“ Im Team-Battle werden die Fünf von Alligators Crew versuchen, so lange wie möglich im Rennen zu bleiben. Manuel Prochnow und Rico Bühler gehören den Alligatoren an, starten aber auch im Solo. Wie Ilenia Errico, Eslem Yozgattigil, Jessica Fenrich und Julia Fast, die sich mit Prekilla und solo der Konkurrenz stellen – die beiden Erstgenannten auch noch im Duo. Dominik Heinrich mischt zum einen bei Prekilla mit, aber auch mit dem Kemptener Clemens Grill im Duo.

„Wenn es darauf ankommt, zeigen viele zu viel Respekt, das ist bei Jungs wie Mädchen gleich. Wir haben einige Newcomer dabei, aber auch alte Hasen sind vor zu viel Nervosität nicht gefeit. Natürlich ist es gut, wenn ein Teil Respekt oder auch Nervosität dabei ist, nur darf es nicht so viel sein, dass der Spaß auf der Strecke bleibt“, sagt Dominik Heinrich. „Sie dürfen sich nicht hinter den anderen Teilnehmern, die mit auf der Wettkampffläche stehen, verstecken.“ 35 Helfer werden am Wochenende in der Bodensee-Sporthalle mit dabei sein – an gleicher Stätte wurde 2018 schon die süddeutsche Meisterschaft ausgerichtet.

Der Deutschland-Cup wird dabei ohne Sponsoren gestemmt. „Es wäre schön gewesen, wenn wir jemanden gefunden hätten, der Pokale oder Sachpreise spendet“, meint Heinrich. Der 33-Jährige muss auf seine langjährige Tanzpartnerin Nina Zipfel verzichten, mit der er schon Weltmeister im Electric Boogie wurde. Zipfel laboriert noch an ihrer Knieverletzung. Angemeldet haben sich dagegen die drei Erstplatzierten der Weltmeisterschaften im Hip-Hop und Electric Boogie von Bremerhaven. Im Solowettbewerb der Erwachsenen räumten Can Berdermann, Sydney Amoo und Sidney Macauley sämtliche Medaillen für Deutschland ab.

Davon können Jessica Fenrich (23) und Sarah Bulling (31) bisher nur träumen. Die ältesten Teammitglieder von Prekilla wollen Spaß, denken durchaus aber auch an die bei diesem Cup mögliche Qualifikation für die Europameisterschaften 2020 in Potsdam. Aus diesem Grund ist das Niveau des Deutschland-Cups nicht schlechter als bei einer deutschen Meisterschaft. Im Gegenteil.

Erste Meisterschaft nach 15 Jahren

„Ich habe vor sieben Jahren mit Hip-Hop angefangen, tanze seit sechs Jahren im Durchschnitt drei Meisterschaften im Jahr. Wenn wir unter die Top fünf kommen, dürften wir nächstes Jahr zur EM“, blickt Jessica Fenrich voraus. Im Solo stellte sich die Kressbronnerin bei der süddeutschen Meisterschaft schon 85 Konkurrenten, Sarah Bulling steht diese Aufgabe noch bevor. Die 31-Jährige aus Berg war noch nie bei einer Meisterschaft, tanzt aber seit 15 Jahren. „Es macht einfach Spaß, wird aber wohl etwas anders sein, wenn du bewertest wirst.“ Fenrich hat da einen Tipp: „Auch ich bin noch nervös. Aber du musst die anderen Leute ausblenden. Ich tanze dann für mich, bin komplett bei mir.“

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