Mit Verletzungssorgen plagen sich die Häfler Volleyballer (im Bild während einer Spielszene gegen Tabellenführer Hypo Tirol Alp
Mit Verletzungssorgen plagen sich die Häfler Volleyballer (im Bild während einer Spielszene gegen Tabellenführer Hypo Tirol Alpenvolleys) vor dem Heimspiel gegen Lüneburg herum. (Foto: gkr)
Schwäbische Zeitung

Nach fast einem Monat ohne Profivolleyball in der Häfler ZF-Arena startet der VfB Friedrichshafen am Samstag, 12. Januar, um 19.30 Uhr (live bei sporttotal.tv) gegen die SVG Lüneburg ins Volleyballjahr 2019. Vor dem Ligaduell Tabellenzweiter gegen Tabellendritten verfügt VfB-Cheftrainer Vital Heynen nicht über den kompletten Kader. Wettmachen sollen dies auch die Zuschauer, für die sich der VfB eine spezielle Aktion ausgedacht hat.

„Er ist gerade mein wichtigster Mann.“ VfB-Trainer Vital Heynen steht am Rand der ZF Arena und schaut seiner Mannschaft beim Training zu. Er spricht von Thilo Späth-Westerholt. Dem einzigen Spieler in seinem Kader, der als Mitarbeiter der Sparkasse Bodensee nur Profivolleyballer im Nebenjob ist. „Er hat das Spiel in Königs Wusterhausen für uns gedreht. Vor der Saison hat er lange überlegt, ob er diese Doppelbelastung noch mitmachen möchte. Und heute wüsste ich gar nicht, was ich ohne ihn tun würde. Das ist Wahnsinn.“ Lobende Worte vom Chef für seinen Libero, der im Moment als Außenangreifer agiert.

Der Grund für diese lobenden Worte ist wenig erfreulich. Heynen hat Personalsorgen. Große Sorgen. „Wir könnten gerade täglich mit dem Kleinbus zum Arzt fahren“, scherzt er mit einer gehörigen Portion Galgenhumor. So viele verletzte Spieler habe er im Moment. Zusätzlich kehrt Athanasios Protopsaltis erst kurzfristig vor dem Spiel am Samstag gegen die SVG Lüneburg nach Friedrichshafen zurück. Der Grieche war mit seiner Nationalmannschaft unterwegs. „Hoffentlich kommt Sakis wenigstens ohne Blessuren zurück“, wünscht sich Heynen. „Im Moment brauche ich einfach jeden Mann.“ Wie seine Aufstellung gegen Lüneburg aussehen wird, weiß er noch nicht. „Wir müssen einfach sehen, wer fit ist.“

Punkte wünscht sich Vital Heynen gegen den Gegner aus Norddeutschland trotzdem. Leicht wird das Duell Tabellenzweiter gegen Dritter für die Häfler allerdings nicht. Nur einen Punkt steht der VfB vor der SVG. Lüneburg hat in dieser Saison schon Berlin aus dem Pokal geworfen und zuletzt den TSV Herrsching mit 3:0 besiegt. Cody Kessel war dabei der überragende Akteur. Auch Diagonalangreifer Ryan Sclater ist ein wichtiger Teil der Erfolgsgeschichte von SVG-Trainer Stefan Hübner. „Ich wäre auch mit zwei Zählern zufrieden“, sagt Vital Heynen und fügt hinzu: „Wir brauchen die Punkte, um in der Liga oben mit dabei zu bleiben.“

Vielleicht ist erneut Späth-Westerholt der Schlüssel zum Erfolg. Vielleicht kehren bis Samstag ein paar Spieler aus dem Lazarett zurück. Sicher ist aber, dass die Zuschauer eine große Rolle spielen werden. „Mit Unterstützung von den Rängen geht’s leichter“, weiß Heynen. Und weil der Trainer eben seine Startaufstellung für Samstagabend noch nicht kennt, hat sich der VfB eine Aktion mit dem Namen „Starting Six“ ausgedacht. Jede Sechsergruppe, die zusammen zum Spiel kommt, bezahlt nur für drei Tickets.

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