Virtuoses Gitarrenspiel unter freiem Himmel

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Wenn der Vater mit dem Sohne: Joschi Graf (links) und Gismo Graf mit ihrem Bassisten Joel Locher.
Wenn der Vater mit dem Sohne: Joschi Graf (links) und Gismo Graf mit ihrem Bassisten Joel Locher. (Foto: Michael Tschek)
Michael Tschek

Virtuoses Gitarrenspiel auf höchstem Niveau wurde den Zuhörern bei der Matinee am Sonntagvormittag unter freiem Himmel geboten. Dafür garantierten die „Fantastischen Drei“ aus Stuttgart: Gypsy-Jazz-Gitarrist Gismo Graf, begleitet von seinem Vater Joschi Graf an der Rhythmusgitarre und Joel Locher am Kontrabass.

Mit der Verpflichtung des Gismo Graf Trios zur Matinee hat das Kulturbüro sicherlich ein gutes Händchen bewiesen: Der 25-jährige Gismo Graf hat mittlerweile einen festen Platz in der weltweiten Riege der Spitzengitarristen eingenommen und gehört somit zweifelsfrei zu den besten Gypsyjazz-Gitarristen der Gegenwart. Insider des Genres hatten das sehr wohl erkannt und deshalb füllte sich der Platz am Kulturufer schnell, wobei natürlich beim Einlass der Sprint zu den Schattenplätzen angesagt war. Unter Bäumen und Sonnenschirmen erwartete die Zuhörer dann ein wirklich bestechendes Konzert.

Der aus einer Stuttgarter Sinti-Familie stammende 25-jährige Gismo Graf legte von Beginn an eine atemberaubende Fingerfertigkeit auf den Gitarrensaiten hin. Er zog die Aufmerksamkeit der Zuhörer förmlich an. Begabung, ein enormes Maß an Fleiß und Ehrgeiz und natürlich sein großes Vorbild, der belgische Gitarrist Django Reinhardt, haben ihn im Laufe der Jahre zu diesen Höchstleistungen beflügelt.

Beim „Song Autonom“, „Dance Norwegienne“, „China Boy“ „Djangos Tiger“ oder „What kind of Friend“ (ein Stück seines Vorbilds Django Reinhardt) vermittelte er den Zuhörern gleich einmal eine Auswahl seines musikalischen Repertoires.

Neben dem anspruchsvollen Gitarrenspiel und den fantasievollen Eigenkompositionen verfügen Gismo Graf und seine Begleiter über eine besondere Art, altbekannten Titeln neues Leben einzuhauchen, sie in ihrer eigenen Weise zu interpretieren. Bestes Beispiel dafür war der Song „An Englishman in New York“ von Sting.

Feinschliff mit warmer Stimme

Apropos Begleiter: Stets an der Seite – auch beim Kulturufer – steht Gismos Vater und Mentor Joschi Graf. Mit seiner Rhythmusgitarre und seiner warmen Stimme verlieh er den Liedern den Feinschliff. Und da war dann noch der ebenfalls als Virtuose bekannte Joel Locher am Kontrabass. Beide zusammen bildeten für Gismo Graf das unerschütterliche Fundament des Konzerts.

Wie viel Spaß die drei am Musizieren hat, bewiesen sie dadurch, dass sie trotz brütender Hitze fast zwei Stunden durchhielten. Das Publikum bedankte sich bei ihnen mit einem lang anhaltenden Applaus.

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