Schwäbische Zeitung

(sz) - Die Villa Wagner wird am 15. März mit dem Denkmalschutzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Mit dem Preis, der zum 31. Mal vergeben wird, zeichnet der Schwäbische Heimatbund und der Landesverein Badische Heimat besonders gelungene Beispiele für einen vorbildlichen Umgang mit historisch wertvollen Gebäuden im Land aus. Finanziert wird der Preis mit Unterstützung der Wüstenrot Stiftung.

Fünf private Denkmaleigentümer erhalten den mit einer Prämie von 5000 Euro dotierten Denkmalschutzpreis 2011. Die Eigentümer der ausgewählten Gebäude erhalten eine Bronzeplakette zum Anbringen am Gebäude und eine Urkunde.

Die Villa Wagner wurde Mitte der 1960er Jahre von den örtlichen Architekten Klaus Sihler und seinem Partner Kurt Schliessmann gebaut. Ein solches, recht junges Denkmal zu erwerben, es nach genauer Bestandsaufnahme sorgfältig zu restaurieren und einfühlsam für eine neue Nutzung umzubauen: Darin sahen die Juroren eine besonders preiswürdige Leistung. Eine Renovierung sei gegenwärtig nicht leicht, was die Bewahrung des Originalzustands angehe. Hierbei seien die Architekten mit den Denkmalbehörden immer wieder vor Fragestellungen gestanden, die in der Denkmalpflege noch recht neu sind, zum Beispiel der Umfang mit zerstörten Betonfertigteilen.

Filmaufnahmen für eine Fernsehserie waren es, die 2001 die Denkmalbehörden auf das leer stehende Anwesen luxuriösen Zuschnitts aufmerksam machten. Die Verantwortlichen der auch heute noch weltweit tätigen Firma J. Wagner GmbH erkannten, dass sich der innovative Geist, die Technikbegeisterung und der Qualitätsanspruch des Firmengründers in hohem Maße in seinem ehemaligen Privathaus wiederfinden. 2007 kaufte die Firma das Anwesen zurück und beauftragte die Architekten Christa Kelbing und Frank Hilbert mit einer Sanierung. Heute ist das Haus Sitz der Josef-Wagner-Stiftung, in dem Konferenzen und Firmenpräsentationen stattfinden. Im Sockelgeschoss wurden anstelle der Hausmeister- und Chauffeurwohnungen drei Wohnappartements für leitende Mitarbeiter eingerichtet, alles unter größtmöglicher Berücksichtigung des ursprünglichen Zustandes.

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