Das Fagottquartett spielt ein abwechslungsreiches Programm.
Das Fagottquartett spielt ein abwechslungsreiches Programm. (Foto: christian lewang)
Gerd Kurat

Mit einem musikalisch-literarischen Streifzug durch die Jahrhunderte hat das „Fagottquartett ffff“ in der katholischen Kirche Sankt Vitus in Fischbach ein Benefizkonzert gegeben. Anke Eich, Martin Haardt, Katrin Kaspari und Wolfgang Riedißer, Fagottisten in Liebhaberorchestern in Esslingen und Tübingen, haben sich zusätzlich zum Quartettspiel zusammengefunden.

Zum Einhören für den zunächst etwas ungewöhnlichen Klang bei gleichen Instrumenten diente eine vierstimmige Canzone von Giovanni Gabrieli. Ein „Gang durch die Schöpfung“ war der Leitfaden der Moderation von Cäcilia Riedißer. So stand der Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis zunächst im Vordergrund. Nach jedem Tag kommentierten die Fagotte das Geschehen musikalisch sehr abwechslungsreich: mit dem Chorsatz „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ oder dem Engel-Terzett „Hebe deine Augen auf zu den Bergen.“

Stück eines Schweineliebhabers

Im Solo-Madrigal „Amarilli mia bella“ legte ein Fagott eine ariose Melodie über dezente Begleitung. Nach der Erschaffung der Tiere stand „Pigs for Basson Quartett“ auf dem Programm. Das humoristische Werk von Alan Ridout war seinem Lehrer Gordon Jacob, einem ausgewiesenen Schweineliebhaber, gewidmet. Nach Psalm 104 mit dem Schluss „Preise den Herrn, meine Seele! Halleluja“ und einer Betrachtung über Zweifel an der Gegenwart Gottes gab es zwei erfrischende Werke des deutschen Fagottisten Julius Weissenborn mit schönen Umspielungen. Ausführlich informierte Cäcillia Riedißer über die Charta Oekumenica zum Erhalt der Schöpfung.

Der Würger, das Fagott

Musikalisch ging es heiter weiter mit dem „Scherzo Humoristique“. Sergei Prokofjew hatte bei der Bearbeitung des ursprünglichen Klavierstücks für vier Fagotte angefügt: „Und jener Krächer, Würger, das Fagott…“ Kein Würger waren die Variationen im ausgeglichenen Quartettklang über das Thema „La Folia“ von Arcangelo Corelli.

In der letzten Moderation ging es um eine Humoreske aus der Neuen Musikzeitung von 1882 „Über die musikalischen Rassen“. Darunter befinden sich innerhalb der Holzbläser auch die Fagottbläser, die wie folgt beschrieben werden: gutmütig, originell und wunderlich, bei herannahendem Alter auffallend gräulich. So sollte das Publikum den Ausflug in die wilden 20er-Jahre an den Broadway und zu den Comedian Harmonists mit einem Augenzwinkern verstehen. Ehrlicher, lang anhaltender Schlussapplaus für die Gäste, die sich kostenlos in den Dienst der guten Sache gestellt hatten.

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