VfB-Fußballer melden sich im Relegationsrennen zurück

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 Dreifacher Torschütze beim 5:0-Heimsieg gegen Biberach: Harun Toprak (23).
Dreifacher Torschütze beim 5:0-Heimsieg gegen Biberach: Harun Toprak (23). (Foto: Günter Kram)
Sportredakteur

„Hier regiert der VfB, hier reagiert der VfB“, skandierte eine Handvoll der treuen und lautstarken Fans des VfB Friedrichshafen, bekannt unter der Bezeichnung „Häfler Jungs“, am Samstagnachmittag gegen 16.45 Uhr von den Publikumsrängen. Soeben war auf dem Kunstrasenplatz des VfB-Stadiongeländes das Top-Verfolgerduell der Fußball-Landesliga zwischen dem VfB und dem FV Biberach vom Unparteiischen abgepfiffen worden. Mit 5:0 (2:0) schickte die Mannschaft von Daniel Di Leo den Tabellenzweiten nach Hause. „Wir sind wieder im Rennen“, gab sich der Spielercoach mit Blick auf die Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga erleichtert. Um sogleich hinzuzufügen: „Ich hätte auch 2:0 gewonnen.“

Di Leo spielte damit auf den Halbzeitstand des Tabellenvierten gegen die Gäste an, die durch ihre klare Niederlage nach dem Wochenende den zweiten Rang räumen und an den FV RW Weiler abtreten mussten. Entsprechend sauer über die die klare Niederlage war Dietmar Hatzing: „Wir haben uns selbst geschlagen. So kommen wir nicht in die Erfolgsspur zurück“, so der FVB-Coach, der weiter Platz zwei im Visier hat, jedoch auch weiß: „Da müssen wir uns anders anstellen.“

In der Tat präsentierten sich seine Schützlinge viel zu harmlos in den Zweikämpfen und dem Umschaltspiel nach vorne – wobei es die Hausherren den Gästen zugegebenermaßen recht schwermachten, überhaupt Druck nach vorne auszuüben. Fast über die gesamten 90 Minuten hinweg liefen die VfB-Spieler weit vor der Mittellinie den Gegner an und störten den Spielaufbau nachhaltig.

Nachdem sich beide Mannschaften mehr als 20 Minuten lang beschnupperten und ohne zwingende Aktionen nach vorne belauerten, fiel praktisch mit der ersten Torchance die Führung der Häfler. Ralf Heimgartner passte zu Sascha Hohmann, der den Ball weiter zu Harun Toprak steckte. Der wiederum setzte sich im Laufduell gegen Biberachs Außenverteidiger Jonathan Hummer vorbei, lief alleine auf Alexander Beck zu und schob in aller Ruhe am FVB-Schlussmann zum 1:1 (23.).

Danach musste Daniel Di Leo, der vor der Halbzeitpause das Geschehen mit Co-Trainer Giovanni Rizzo auf Spielfeldrang aus verfolgte, zweimal kurz durchschnaufen. Erst prüfte Heimgartner nach einer Flanke von Fabian Scheffold unfreiwillig seinen eigenen Torhüter, doch Philipp Meier war auf dem Posten und reagierte blitzschnell auf den Schuss des Teamkollegen, der in die falsche Richtung ging (25.). Kurz darauf war Meier zur Stelle, als der Rückpass von VfB-Kapitän Denis Nikic zu kurz geriet und der VfB-Torhüter im Fallen vor dem einschussbereiten Timo Heimpel rettete (29.).

Kurz darauf trabte Damir Mirkovic im Mittelfeld mit dem Ball, wurde weder von Nicolas Steidle noch Dominik Felger energisch angegriffen, und zog aus 20 Metern ab. Halbhoch zappelte Sekunden später das Spielgerät in den Maschen von Beck zum 2:0-Zwischenstand (30.).

Kurz vor dem Pausenpfiff hatten die Gäste in zwei Situationen nicht das Glück auf ihrer Seite: Nach einem Foulspiel an Heimpel ließ der Unparteiische den Vorteil nicht gelten. Zurecht ärgerte sich der freistehende Florian Treske, der in diesem Moment in Ballbesitz gekommen war (37.). Und nach einem Doppelpass von Jan Diamant mit Andreas Wonschick passte der FVB-Kapitän sofort weiter zu Treske. Doch traf der FVB-Kapitän den Ball nicht richtig, aus dem Schuss wurde ein Schüsschen – kein Problem für VfB-Torwart Meier (45.).

Nach der Pause ließ sich Daniel Di Leo einwechseln und übernahm sofort die Abwehrregie – aus gutem Grund: Biberach kam motiviert aus der Kabine und wollte den Rückstand so schnell als möglich wettmachen. Gleich mit der ersten Aktion ließ sich Nico Di Leo den Ball auf der rechten Seite Diamant abknöpfen, doch zischte dessen Schuss einen Meter über die Querlatte des Häfler Gehäuses. Vorweggenommen, war es fast die einzige gute Tormöglichkeit der Biberacher.

Als Sebir Elezi an der Seitenlinie auf Höhe Strafraumgrenze gefoult wurde, legte sich Ralf Heimgartner den Ball zum fälligen Freistoß zurecht. Die Hereingabe verlängerte Toprak am Fünfmeterraum mit der Fußspitze – 3:0 (63.), die Vorentscheidung. Gästecoach Hatzing versuchte, mit einem Doppelwechsel neuen Schwung ins Spiel seiner enttäuschenden Mannschaft zu bringen – allerdings ohne Erfolg. Ganz in Gegenteil: Die Häfler blieben am Drücker, hielten das Tempo aufrecht – und schlugen in der Schlussphase doppelt zu.

Beide Male erwies sich Sascha Hohmann als uneigennütziger Vorbereiter: Zunächst legte er, am linken Pfosten des Biberacher Gehäuses, den Ball zurück auf Harun Toprak, der unbedrängt sein drittes Tor des Nachmittags zum 4:0 machte (83.). In der Schlussminute verlud Hohmann FVB-Innenverteidiger Nicolas Steidle und bediente den eingewechselten Joshua Merz. Der brauchte zum 5:0-Endstand nur noch draufzuhalten.

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