VfB Friedrichshafen siegt gegen Düren: Sossenheimer in der Achterbahn

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Ressortleiter Sport

Wie jedem Trainer sind Vital Heynen leichte und somit leicht vermeidbare Fehler seiner Mannschaft ein Graus. Seinen Spielern vom VfB Friedrichshafen unterliefen im Volleyball-Bundesligaspiel gegen die Powervolleys Düren am Nikolaustag leichte Fehler en masse. Trotzdem hielt sich Heynen mit Wutausbrüchen verhältnismäßig zurück. Vielleicht merkte er, dass die Häfler Volleyballer auch so schon alles andere als stressresistent waren. Am Ende stand für den VfB an seinem siebten Spieltag dennoch der sechste Sieg. Und Heynen? Fühlte sich bestätigt. „Ich habe immer noch kein richtiges Gefühl für die Mannschaft. Wir haben heute wieder gespielt, als ob wir in einer Achterbahn wären. Mal gut, dann wieder schlecht. Uns fehlt noch die Konstanz“, sagte der Coach.

Mit 3:1 (18:25, 25:17, 25:23, 25:17) gewann der deutsche Vizemeister die Partie gegen Düren um den früheren Häfler Zuspieler Tomas Kocian, der von Heynen am Ende zum besten Dürener gewählt wurde. „Es waren zwei, drei Kleinigkeiten, die den Unterschied ausgemacht haben“, sagte er anschließend. Der zweite Ex-Häfler bei Düren, der prominente und erst in dieser Woche ins Training eingestiegene Neuzugang und Ex-Nationalspieler Björn Andrae, hatte die Reise an den Bodensee zwar mitgemacht, sah aber nur vorn außen zu, wie seine neuen Teamkameraden den Häflern im ersten Satz eine beinahe demütigende Lektion erteilten. Obwohl die Häfler zwischenzeitlich schon 13:8 führten, verloren Zuspieler Jakub Janouch, David Sossenheimer und Michal Petras auf den Außen, Andreas Takvam und Jakob Günthör im Mittelblock, Barlomiej Boladz auf der Diagonalen und Libero Markus Steuerwald in der Folge komplett den Faden. Düren machte Punkt um Punkt, und obwohl Vital Heynen in Athanasios Protopsaltis für Michal Petras seinen besten Annahmespieler brachte, zogen die Gäste davon. Und die Häfler? Spielten immer kopfloser und panischer, Janouch wollte zu schnell zu viel, seine Mitspieler leisteten sich unerklärliche Fehler im Mittelblock, standen entweder zu nah am oder zu weit vom Netz – und hatten nach einer 4:17-Serie diesen ersten Satz verloren.

Protopsaltis verletzt sich

Heynen reagierte, brachte Philipp Collin für Takvam, Daniel Malescha spielte jetzt statt Boladz auf der Diagonalen. Das brachte Stabilität, nach einem Netzfehler Kocians ging es mit einem 8:5 in die technische Auszeit. Gleich im Anschluss machte Collin mit einem Monsterblock das 9:5. Der Routinier stand etwas weiter weg vom Netz als Takvam – und schon funktionierte der Mittelblock wieder. Die Häfler taten in dieser Phase alles, um ihre Fehler aus dem ersten Satz zu korrigieren. Irgendwann lagen sie 14:9 vorne, als sich plötzlich wieder gewisse Unkonzentriertheiten in ihr Spiel mischten, die zu leichten Fehlern führten. Die Dürener kamen noch einmal bis zum 18:15 heran. Doch das war es, diesmal zogen die Häfler davon, gewannen den Satz 25:17. Tomas Kocian hatte für Düren aufgeschlagen, Protopsaltis angenommen, Collin zum Satzausgleich geschmettert. Alles wieder auf Anfang.

Der dritte Satz begann mit einem Fehler des VfB, ging mit einem tollen Aufschlag Collins und einem, der die Netzkante entlangrollte und schließlich in die Hälfte des VfB zurückfiel, weiter. Einige Punkte und noch mehr Fehler später stand es 17:17. Dann 19:19. Dann 22:22. Es war ein hochnervöser, von vielen unverständlichen Fehlern beider Mannschaften geprägter Satz. Zur Nervosität trugen auch die Schiedsrichter mit einigen umstrittenen Entscheidungen bei. Was dann auch Vital Heynen explodieren ließ. David Sossenheimer punktete schließlich zum 23:22. Machte mit einem wütenden Aufschlag das 24:22. Ein noch wütenderer führte zum 24:23. Der Ball ging ins Netz, der Satz aber dennoch an den VfB – dank Protopsaltis, der bei der Landung nach dem Schmetterball aber umknickte und von seinen Kollegen gestützt zur Seite humpelte.

Für den Griechen kam wieder Petras ins Spiel. Und wieder führte der VfB schließlich 13:8. Doch diesmal knickte der Vizemeister nicht wieder ein. David Sossenheimer, im dritten Satz zwischenzeitlich sogar für drei Punkte vom Parkett genommen von Heynen und in den ersten beiden Sätzen teils mit abenteuerlichen Fehlern in der Annahme, drehte nun richtig auf, am Ende standen 23 Punkte für ihn in der Datenbank – eine hervorragende Ausbeute.

Bereits in genau einer Woche treffen beide Mannschaften an gleicher Stelle (18 Uhr) wieder aufeinander. Es geht um den Einzug ins Pokalfinale.

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