Bruchlandung: Sascha Hohmann (Mitte) und der VfB holen gegen die TSG Balingen (Joschka Kralewski) und ihren starken Torhüter Max
Bruchlandung: Sascha Hohmann (Mitte) und der VfB holen gegen die TSG Balingen (Joschka Kralewski) und ihren starken Torhüter Maximilian Pfau nur einen Punkt. (Foto: Christian Metz)
Christian Metz

Der VfB Friedrichshafen ist gegen die TSG Balingen II nicht über ein 3:3 hinausgekommen. „Wir sind selbst schuld“ – was Kapitän Denis Nikic direkt nach dem Schlusspfiff sagte, trifft den Nagel auf den Kopf: Der VfB brachte sich mit Fehlern und einer Menge ausgelassener Torchancen selbst um die drei Punkte. Die ersten beiden Fehler unterliefen ausgerechnet den routiniertesten Spielern in den Reihen der Häfler: In der 11. Minute leistete sich Spielertrainer Daniel Di Leo einen Ballverlust in der eigenen Hälfte wenige Meter vor der Mittellinie – ein Pass in die Spitze und Balingens Cedric Guarino überwindet Philipp Maier im VfB-Tor mit einem Heber. Doppeltes Pech für die Friedrichshafener: Kurz vorher hatte sich Innenverteidiger Michael Metzler bei einer Abwehraktion am Rücken verletzt, Nicolai Weissenbacher lief sich schon warm – dem Sprintduell mit Guarino war Metzler jedenfalls nicht gewachsen. Kurz darauf musste der Wechsel vollzogen werden.

Auf den Rückstand antwortete der VfB mit einer ganzen Stafette von Angriffen. Die Balinger konnten sich kaum noch aus der Defensive befreien. Die erste Chance hatte Stürmer Damir Mirkovic, der in der 12. Minute nach Vorbereitung von Rechtsverteidiger Misel Saric volley am Tor vorbeischoss. Dann prüfte Harun Toprak Maximilian Pfau im TSG-Tor mit einem aus spitzem Winkel scharf aufs Tor gezogenen Freistoß. An Pfau arbeiteten sich die Friedrichshafener 90 Minuten lang ab: In der 18. Minute war Ralf Heimgartner zur Grundlinie durch und hob den Ball nach innen, Pfau lenkte Mirkovics Seitfallzieher gerade noch an die Latte.

In der 23. Minute lag die Kugel dann tatsächlich zum längst verdienten Ausgleich im Netz. Nach Vorarbeit von Dribbel-König Sebir Elezi ließ Toprak einen Gegenspieler stehen und Pfau keine Chance. Noch in Halbzeit eins hatte der VfB eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten – fast jeder durfte mal ran: Eugen Strom per Kopf, wieder Nico di Leo, Heimgartner aus der Distanz. Aber entweder ging der Ball knapp vorbei oder Pfau machte sich lang.

Kurz nach der Pause scheiterte noch einmal Mirkovic, kurz darauf ließ sich Heimgartner kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball abluchsen. Während die Friedrichshafener noch auf Foulspiel reklamierten, war Guarino wieder durch und der VfB ab der 47. Minute erneut in Rückstand. Mit dem 1:2 setzte starker Regen ein, aber nur zwei Minuten später hatte Mirkovic die große Chance zum erneuten Ausgleich, als Elezi von links flankte und der Friedrichshafener Stürmer völlig freistehend am Fünfmeterraum zum Kopfball kam – vorbei.

Stattdessen machte der VfB dem Gegner noch einmal den Weg zum Tor frei: In der 65. Minute legte Fahmer Guarino das dritte Tor auf. Die Friedrichshafener blieben am Drücker: In der 72. Minute traf Daniel Di Leo nach einem Eckball per Kopf die Latte, den Abpraller versenkte Strom zum Anschlusstreffer. Und als Balingens Verteidiger Samed Güngör Nikic in der 81. Minute ungeschickt zu Fall brachte, verwandelte der zuvor eingewechselte Sascha Hohmann souverän vom Elfmeterpunkt.

Daniel Di Leo: „Der Punkt bringt uns nichts“

Eine Menge Aufregung brachte noch einmal die allerletzte Aktion: Ein Pass auf Toprak, der ist links am Fünfmeterraum durch und passt nach innen, wo Sascha Hohmann den Ball nur noch ins leere Tor schieben muss. Der Torjubel bleibt den Friedrichshafenern aber in der Kehle stecken – an der Seitenlinie hat der Schiedsrichterassistent die Fahne oben. Heftige Proteste des VfB: Nur Mirkovic war beim Pass auf Toprak tatsächlich im Abseits gestanden, hatte aber nicht ins Spiel eingegriffen. Schiedsrichter Christian Cretnik vergewisserte sich extra noch einmal bei seinem Assistenten – und blieb bei seiner Entscheidung.

Die Friedrichshafener sind durch das Unentschieden hinter den FV Biberach auf Platz vier zurückgefallen: „Der Punkt bringt uns nichts“, ärgerte sich Spielertrainer Daniel Di Leo. „Wir haben heute gegen einen starken Torhüter zu viele Chancen liegengelassen.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen