Oberbürgermeister Andreas Brand (rechts) resümiert die vergangenen acht Jahre.
Oberbürgermeister Andreas Brand (rechts) resümiert die vergangenen acht Jahre. (Foto: Ralf Schäfer)
Ralf Schäfer

Die Bewerbung für das Amt des Oberbürgermeisters hat Amtsinhaber Andreas Brand in der vergangenen Woche im Rathaus bereits abgegeben. Ein Unterstützerkreis ist jetzt ebenfalls gegründet. Dabei haben sich am Donnerstag 18 Unterzeichner gefunden, die auch finanziell im Wahlkampf helfen wollen.

OB Brand hat eine nicht genannte Summe festgesetzt, die er selbst für den Wahlkampf einsetzt. Sollte die finanzielle Unterstützung über die benötigte Gesamtsumme hinausgehen, so werde der Überschuss an „Häfler helfen“ oder andere wohltätige Zwecke gespendet, sagte der Fraktionschef der Freien Wähler, Eberhard Ortlieb. Genaue Modalitäten werden noch festgelegt, über Summen sagten die Freien Wähler nichts aus. Der Unterstützerkreis selbst wird in erster Linie beim Plakatieren und anderen nötigen Wahlkampfarbeiten tätig.

Vor acht Jahren

Die Freien Wähler hatten zu der Gründung eines Unterstützervereins aufgerufen. Gekommen waren etwa 50 Bürger. Eberhard Ortlieb moderierte den Abend, erzählte dabei, wie die Freien Wähler vor acht Jahren Andreas Brand gefragt und nach Friedrichshafen geholt hatten. „Damals waren wir überzeugt, den richtigen Kandidaten zu haben. Die Stadt verdient einen OB, der Leidenschaftlichkeit und Sachverstand vereint. Acht Jahre später wissen wir, dass wir den richtigen Kandidaten gefunden haben“, sagte Ortlieb, um anschließend Andreas Brand das Wort zu geben.

Und der bekannte gleich, kein Facebook zu haben. „Mein Facebook ist freitags auf dem Markt auf dem Adenauerplatz zu sehen.“ Brand sprach Themen an, die wichtig, die aktuell sind und derzeit das politische Geschäft bestimmen. Zu „Finanzen und Geld“ bilanzierte er Positives. FN stehe gut da, trotz großer Investitionen sei die Verschuldung aktuell auf 260 Euro pro Kopf gesenkt worden. Wirtschaftlich sei Friedrichshafen eine Marke, in den vergangenen zehn Jahren seien rund 7000 neue Arbeitsplätze in der Stadt geschaffen worden, davon am Flughafenareal alleine 1300. Grund dafür sei, dass Unternehmer investiert haben. Und das hätten sie nicht getan, weil die Gewerbe- und Grundsteuer in der Stadt seit einem Jahrzehnt geradezu unverändert geblieben ist, sondern weil sie hier eine Perspektive sähen.

Stets unterstrich Brand, dass nicht er alleine für die Entwicklungen in der Stadt verantwortlich sei. Er sprach von einem Team und meinte damit mal seine Kollegen im Rathaus, mal den Gemeinderat.

Er warb um Verständnis für Tempo 30 in der Stadt, auch wenn die einzelnen Zonen derzeit noch etwas ungeordnet seien. Das müsse sich ändern. Er lobte die Entwicklung des Stadtverkehrs, die Schaffung der Nachtbuslinien und das geplante Radwegenetz. Zur Elektrifizierung der Südbahn und dem Bau der B31-neu erinnerte Brand daran, dass es jetzt wichtig sei, sich Gedanken über das „vorgelagerte Verkehrsnetz zu machen“. Dazu gehörten auch die Friedrichstraße und die Gestaltung des Bahnhofs. Auch das Thema „Wohnen“ ist dem OB ein Anliegen. Die Stadt müsse so planen, dass auch in zehn bis 20 Jahren noch Flächen vorhanden seien. Bei der aktuellen Diskussion gab er zu bedenken, dass derzeit einschließlich der Solarstadt 1500 Wohneinheiten entstünden. Um geförderten Wohnraum zu schaffen – den Begriff Sozialwohnungsbau lehnt der OB ab – müsse die Stadt Geld in die Hand nehmen.

Dass beim Nachverdichten von innerstädtischen Wohnbauflächen die Anlieger nicht immer einverstanden seien, konnte der OB nachvollziehen, erinnerte aber auch hier an die Notwendigkeit, Innenverdichtung dem Flächenverbrauch im Außenbereich vorzuziehen. Bevor also die Konfliktbaufläche „Schätzlesruh“ bearbeitet werde, müsse zunächst mal der Fallenbrunnen entwickelt werden. Hier hat die Stadt Flächen gekauft, die für Wohnungsbau zur Verfügung stehen.

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