Unter der Kitzenwiese liegt eine Deponie, die nicht stinkt

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Hier untersucht die Stadt das Grundwasser.
Hier untersucht die Stadt das Grundwasser. (Foto: Grafik: Matthias Wagner)

Es stinkt noch immer erbärmlich in der Kitzenwiese und mitunter in benachbarten Straßen. Eine dringende Vermutung, das rühre von einer alten Deponie aus den 50er-Jahren, wurde jetzt von Stadt und Landkreis ausgeschlossen. Die Anwohner wollen aber lieber die Ursache finden, statt einen Verdacht nach dem anderen zu verwerfen. Sie wollen sich jetzt organisieren.

In den 50er-Jahren, so erzählt ein Häfler, der das Ereignis seinerzeit als Augenzeuge miterlebt hat, habe es dort, wo heute die Kitzenwiese gebaut sei, große Brachflächen und Schuttplätze gegeben, wo „alles mögliche abgeladen wurde. Fässer, Tonnen und jede Menge Trümmer aus dem Krieg“, erzählt der Mann, der heute selbst in der Kitzenwiese wohnt. Die Stadtverwaltung bestätigt diese Angaben zum Teil.

„In den 1950er-Jahren gab es in der heutigen Kitzenwiese eine städtische Deponie, auf der Grünabfall, Abfälle und Trümmerschutt abgelegt wurde. Der Bereich der damaligen Deponie wurde nach Ende der Nutzung abgedichtet“, schreibt die Stadt auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung. Seit 1995 finde ein Monitoring statt, bei dem an verschiedenen Grundwassermessstellen Wasserproben entnommen werden. Diese Untersuchungen finden alle fünf Jahre statt, zuletzt 2015, also kurz vor Auftreten der ersten Geruchswahrnehmungen. Dass der Gestank aber von dieser Deponie stammen könnte, schließen Stadt und Landkreis aus: „Von dem Bereich der damaligen Deponie gehen nach unserer Kenntnis keine Geruchsbelästigungen aus. Der in letzter Zeit von den Anwohnern wahrgenommene Geruch ist nicht dauerhaft, sondern tritt immer nur zu bestimmten Zeiten auf. Wenn die Geruchsbelästigung von der früheren Deponie ausgehen würde, wäre die Geruchsbelästigung dauerhaft und auch tagsüber wahrnehmbar.“

Auch Robert Schwarz, Sprecher des Landkreises, stimmt dem zu und sagt: „Eine Produktion von Deponiegas war nie ein Problem bei dieser Ablagerung. Nach den vielen Jahren seit Verfüllung der Ablagerung sollte die Produktion von Deponiegasen auch weitestgehend abgeschlossen sein, so dass auch wir in dieser Altablagerung keine plausible Quelle für Geruchsbelästigungen sehen.“

Die Bürger wollen sich jetzt organisieren und haben eine E-Mail-Adresse eingerichtet, an die Betroffene ihre Meldungen senden können:

Gestank-FN-Ost@web.de

Um sich zusammenfinden zu können, sollten dazu Name und Kontaktdaten mitgeteilt werden.

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