Unfallbilanz 2018: Zahl der Toten sinkt

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 Sorgenkinder der Polizei: Radfahrer sind immer öfters in Unfälle verwickelt, im vergangenen Jahr waren sie es im Bereich des Po
Sorgenkinder der Polizei: Radfahrer sind immer öfters in Unfälle verwickelt, im vergangenen Jahr waren sie es im Bereich des Polizeipräsidiums Konstanz 1339 mal. Zehn Menschen starben, fünf von ihnen trugen keinen Helm. (Foto: Daniel Bockwoldt/dpa)
stellv. Regionalleiterin

2018 sind deutlich weniger Menschen bei Unfällen gestorben als im Jahr zuvor. Das ist die wichtigste Nachricht, die aus der Verkehrsunfallbilanz 2018 abzulesen ist, die das Polizeipräsidium Konstanz am Dienstag veröffentlicht hat. Die Zahlen für den Bodenseekreis: zehn Tote (2017: 15) bei 5927 Unfällen (6251). Für die Polizei Grund zu großer Sorge: Motorradfahrer und Radler sind immer öfters beteiligt.

Zum Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums gehören die Landkreise Bodenseekreis, Ravensburg, Sigmaringen und Konstanz zuzüglich der Autobahn 81 bis zur Anschlussstelle Geisingen. Insgesamt kam es dort 2018 zu 24 848 Unfällen. Das sind 1031 weniger als 2017. Die Zahl der Toten ging um deutliche 36 Prozent zurück: „Nach einem bedauerlichen Anstieg auf 58 Verkehrstote im Jahr 2017 fiel deren Zahl im Präsidiumsbereich vergangenes Jahr auf 37 und liegt damit auch deutlich unter den 41 bei Unfällen getöteten Verkehrsteilnehmern aus dem Jahr 2016“, teilt Gerold Sigg, kommissarischer Leiter, mit.

Eine positive Entwicklung, die auch bei den Unfällen mit Personenschaden Niederschlag finde, die sich um fast zwei Prozent auf 3661 Fälle reduziert hätten. Im Bodenseekreis lag diese Zahl bei 916 (2017: 930). Verunglückte Personen zählte die Polizei 1146, unter ihnen zehn Tote, 235 schwer und 901 leicht Verletzte.

Unfallursache Alkohol

Alkohol war 2018 im Präsidiumsbereich 392 mal Unfallursache, 2017 waren es 411 Fälle. Drei Menschen kamen in dem Zusammenhang ums Leben (2017: fünf). Bei 31 Unfällen hatten die Fahrer zuvor Drogen genommen, das sind drei mehr als im Jahr zuvor. Polizeivizepräsident Sigg zufolge ist die Zahl der Verunglückten zwar von 27 auf zwölf zurückgegangen. Dass bei der geringen Anzahl an Verkehrsunfällen unter Drogeneinfluss eine Person getötet und elf Personen verletzt worden seien, zwei davon schwer, zeige allerdings das Gefahrenpotenzial. Die Folge: Die Bekämpfung der Unfallursachen Alkohol und Drogen werde weiterhin oberste Priorität haben.

Die entsprechenden Ziffern für den Bodenseekreis: 91 Unfälle unter Alkoholeinfluss (2017: 117), 55 verunglückte Personen (85), ein Mensch starb (zwei), 16 wurden schwer (31) und 38 leicht (52) verletzt. Drogen waren bei zwölf Unfällen (2017: neun), vier Verunglückten (sechs), einem schwer (null) und drei leicht (sechs) Verletzten.

Polizei bei Zweirädern alarmiert

327 Unfälle mit Fußgängern (2017: 290) sind in der Bilanz zu finden. Der Anteil der verunglückten Personen erhöhte sich von 312 auf 346 und damit um 7,8 Prozent. Im Bodenseekreis waren es 89 Unfälle (66), davon ein Toter (vier), 30 schwer (20) und 70 leicht (70) Verletzte.

Was die Zahl der Verkehrsunfälle auf zwei Rädern angeht, ist die Polizei alarmiert. Motorradfahrer waren im Präsidiumsbereich 797 mal beteiligt (2017: 775). Zehn Menschen kamen ums Leben (18). 205 verletzten sich schwer (211) und 470 leicht (538). 418 Unfälle verursachten die Motorradfahrer selbst, in 175 Fällen waren sie zu schnell unterwegs, in 46 Fällen machten sie Fehler beim Überholen und in 65 Fällen war der Sicherheitsabstand zu gering.

Radler ohne Helm

Die Polizei werde nicht nachlassen, „durch intensive Kontrollmaßnahmen, aber auch verstärkte und enge Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Organisationen die Zahl der Verunglückten deutlich zu senken“, betont Gerold Sigg. Für den Bodenseekreis weist die Bilanz 206 Motorradunfälle (2017: 190) auf – einen Toten (drei), 58 schwer (49) und 134 leicht (144) Verletzte.

Große Sorgen bereiten der Polizei die Fahrrad- und Pedelecfahrer, die in immer öfters in Unfälle verwickelt sind. 2018 waren es insgesamt 1339 (2017: 1203), was einem Anstieg von 7,1 Prozent entspricht. Zehn Radfahrer wurden getötet (2017: neun), 285 schwer (268) und 1071 leicht (939) verletzt. Acht der tödlich verunglückten Radler haben laut Bilanz die Unfälle selbst verschuldet, fünf von ihnen trugen keinen Helm.

Im Bodenseekreis zählte die Polizei 435 Unfälle mit Radfahrern (2017: 418). Drei Menschen starben (vier). 89 verletzten sich schwer (83) und 336 leicht (325). Ein Resümee der Bilanz: Neben dem Umstand, dass die Bodenseeregion bei Radlern sehr beliebt sei, dürfte ein weiterer Grund für den steten Anstieg der Unfallzahlen sein, dass Pedelec und Rad als alternative Verkehrsmittel immer mehr an Bedeutung gewinnen.

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