Umfrage der Stadt: Häfler sind bei E-Scooter zum Ausleihen geteilter Meinung

 Nach der ersten Umfrage hatte die Stadt weitere Parkflächen für die E-Scooter ausgewiesen – zum Beispiel auf dem Franziskusplat
Nach der ersten Umfrage hatte die Stadt weitere Parkflächen für die E-Scooter ausgewiesen – zum Beispiel auf dem Franziskusplatz. (Foto: Florian Peking)
Redakteur

Die Stadt Friedrichshafen startet eine neue Umfrage zu den E-Scootern zum Ausleihen. Bereits nach dem Start des Angebots der Firma Tier im August 2021 hatte die Verwaltung begleitend Bürgerinnen und Bürger um ihre Meinung gebeten. Diese erste Umfrage hat die Stadt nun ausgewertet. Demnach begrüßen viele Bürger das Angebot – aber es gibt auch einige Kritiker.

Seit August 2021 stehen in Friedrichshafen mehr als 200 E-Scooter zur Anmietung bereit, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Die verlängerte Testphase endet am 31. Januar. Bürgerinnen und Bürger können unter www.friedrichshafen.de/umfrage-e-scooter bis Sonntag, 6. Februar, erneut ihre Meinung einbringen.

So ging die erste Umfrage aus

In einer ersten Online-Umfrage bis Mitte November 2021 haben laut Stadt mehr als 700 Menschen aller Altersklassen die E-Scooter-Testphase in Friedrichshafen bewertet. 52 Prozent von ihnen haben das Angebot bereits genutzt, 88 Prozent mehr als einmal.

35 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer waren mehrmals monatlich oder sind gar täglich mit den Rollern unterwegs, schreibt die Stadtverwaltung. 22 Prozent von ihnen gaben demnach an, die Roller als Alternative zum Pkw zu nutzen.

Insgesamt nahmen laut Stadt 47 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer das E-Scooter-Angebot in Friedrichshafen positiv wahr. Aber: 41 Prozent bewerteten die Roller negativ. 12 Prozent der Stimmen wählten die Option „neutral“.

37 Prozent wollen keine Scooter

Auch, wie es weitergehen soll, wurde abgefragt: 44 Prozent wünschten sich ein dauerhaftes Angebot, weitere 15 Prozent unter Vorbehalten, schreibt die Stadtverwaltung. 37 Prozent haben auf die Frage, ob E-Scooter dauerhaft in Friedrichshafen angeboten werden sollen, mit „Nein“ geantwortet. Die restlichen vier Prozent stehen einem dauerhaften Angebot neutral gegenüber.

Auf Grundlage der Umfrageergebnisse wurden seit Ende November 2021 zusätzliche Maßnahmen umgesetzt, schreibt die Stadt. So wurde das Einsatzgebiet erweitert. Es kamen hierbei insbesondere Spaltenstein und Ailingen neu hinzu. Die Anzahl der E-Scooter wurde von 200 auf 250 erhöht.

Um die Parksituation zu verbessern, wurden von der Stadt zusätzliche Parkplätze definiert. Sie befinden sich auf den Parkplätzen Alte Festhalle, Gemeindehaus Berg und Rathaus Ailingen sowie auf dem Marie-Curie-Platz und dem Franziskusplatz.

Neue Umfrage soll Feedback zu Anpassungen geben

Bei Rückgabe an den definierten Parkplätzen bekommen Nutzerinnen und Nutzer laut Stadt drei Freiminuten. Am Ende der Mietzeit muss außerdem über die Tier-App ein Foto des abgestellten E-Scooters gemacht werden.

Die Idee: Ordnungsgemäßes Parken soll gefördert und die Behinderung durch verkehrswidrig abgestellte Roller verringert werden. Die Reaktionszeit zur Beseitigung von umgestürzten, beschädigten oder gefährlich positionierten E-Scootern wurde zudem von zwölf auf acht Stunden reduziert, schreibt die Stadtverwaltung.

Mit der erneuten Umfrage erhoffen man sich ein Feedback, ob die Maßnahmen einen positiven Effekt haben, erklärt Nina Bohle, Sprecherin der Stadt Friedrichshafen, auf Nachfrage. Zudem wolle die Verwaltung ein Stimmungsbild zum verlängerten Testzeitraum erhalten, welcher im Gegensatz zur ersten Testphase die Wintermonate und die Zeit mit wenig Touristen und Urlaubern umfasst, sagt sie.

Nach dem Ende der Testphase und der erfolgten Auswertung werden die politischen Gremien informiert. „Wir streben eine Auswertung der zweiten Umfrage Ende Februar an“, so Bohle.

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