Umfrage an der DHBW zeigt: Mix aus Präsenz- und Onlinelehre erwünscht

Auch Isabel Mögle von der Studierendenvertretung hört ihre Vorlesungen gerade online von zu Hause aus.
Auch Isabel Mögle von der Studierendenvertretung hört ihre Vorlesungen gerade online von zu Hause aus. (Foto: dhbw)
Schwäbische Zeitung

Im Zuge der Corona-Pandemie hat auch die DHBW die Lehre im Frühjahr 2020 komplett von Präsenz- auf Online-Vorlesungen umgestellt. Eine Gruppe von Forschern an der DHBW Ravensburg ist nun den Erfahrungen der Studierenden mit der Online-Lehre auf den Grund gegangen und hat die Studierenden zudem gefragt, was sie sich für die Zukunft wünschen – Vorlesungen in Präsenz oder online. Das teilt die Pressestelle der Hochschule in einem entsprechenden Schreiben mit.

2829 Studierende haben demnach an der Befragung im Herbst 2020 teilgenommen. Eine der Erkenntnisse: Die Studierenden wünschen sich einen Mix aus Online- und Präsenzvorlesungen – der Schwerpunkt sollte dabei allerdings auf der Präsenz liegen.

Im Frühjahr 2020 musste alles extrem schnell gehen, die Hochschulen mussten im laufenden Betriebe die Lehre von Präsenz auf online umstellen. Innerhalb kürzester Zeit ist dies auch geglückt. Was aber bedeutet dies für die Studierenden auch im Hinblick auf die Qualität der Lehre und was könnte das für die Zukunft in der Lehre bedeuten? Diesen Fragen sind die Forscher der DHBW in ihrer Studie nachgegangen. Ganz allgemein geben 86 Prozent der Studierenden an, sehr schnell gelernt zu haben, die verschiedenen digitalen Lerntools anzuwenden. 77 Prozent gaben an, in kurzer Zeit die digitalen Videokonferenz-Tools wie Alfaview oder Zoom gewinnbringend für sich zu nutzen. Rund 51 Prozent der Studierenden wollen auch in Zukunft stärker digitale Medien in den Lernprozess einbinden. Abgefragt wurden auch verschiedene Merkmale für die Qualität der Lehre – vom Lern- und Arbeitsverhalten der Studierenden selbst über das Verhalten der Lehrenden bis zum Kompetenzerwerb. Dabei zeigte sich, dass die Mehrzahl der Studierenden bei vielen Qualitätsmerkmalen keinen Unterschied zwischen Präsenz oder online erkennen.

Machen sie dennoch einen Unterschied fest, so erkennen sie in der Regel in der Präsenz-Lehre einen Vorteil. Den größten Vorteil in der Präsenzlehre sehen sie in der didaktischen Aufarbeitung des Lernstoffs und im kommunikativen Austausch mit den Kommilitonen und Dozenten.

Für die Umstellung der Lehrformate von Präsenz auf online blieb im Frühjahr und im Sommer kaum Zeit. Luft nach oben gibt es für die Studierenden daher in der Umsetzung der Online-Lehre. Nur 34 Prozent der befragten Studierenden denken, dass es gelungen ist, Inhalt und Menge des Lehrstoffs an das neue Format anzupassen. 42 Prozent geben an, dass die Studierenden nicht ausreichend an den Vorlesungen beteiligt wurden.

Was wünschen sich die Studierenden für die Zukunft – online oder Präsenz?

84 Prozent der Studierenden wünschen sich auch für die Zeit nach der Pandemie keine Rückkehr zu einer reinen Präsenzlehre. 79 Prozent der Befragten befürworten einen Mix aus Präsenz- und Online-Lehre. Der Anteil der Präsenzlehre sollte dabei allerdings höher sein, als der der Online-Vorlesungen.

Die aktuelle Befragung ist eingebettet in die Panel-Studie „Studienverlauf – Weichenstellung, Erfolgskriterien und Hürden im Verlauf des dualen Studiums an der DHBW“. Seit 2015 haben die Forscher dabei umfassend Studienverläufe an allen Standorten der DHBW in Baden-Württemberg untersucht.

Sie haben dazu mehrfach Studierende, Professorinnen und Professoren und Duale Partner befragt. An der aktuellen Studie waren von Seiten der DHBW Ravensburg Prof. Dr. Ernst Deuer und Dr. Valeska Gerstung beteiligt; zudem von der DHBW Stuttgart Ingo S. Hettler, Mandy Badermann und Prof. Dr. Thomas Meyer.

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