Nicht zu stoppen: Clarissa Höhn (am Ball) hat mit ihren Toren maßgeblichen Anteil am Derbysieg ihrer TSG Ailingen gegen den TV
Nicht zu stoppen: Clarissa Höhn (am Ball) hat mit ihren Toren maßgeblichen Anteil am Derbysieg ihrer TSG Ailingen gegen den TV Kressbronn. (Foto: Alexander Hoth)
Schwäbische Zeitung

Freude auf der einen, Trauer auf der anderen Seite: Während sich die Bezirksliga-Handballerinnen der TSG Ailingen auf den zweiten Tabellenplatz verbessert haben, stehen die „Seesterne“ des TV Kressbronn nach der 18:22-Niederlage rechnerisch als Absteiger fest.

Dabei lieferten sich die beiden Kontrahenten im Derby in der Ailinger Sporthalle zunächst ein ausgeglichenes Spiel. Und das, obwohl es für beide Mannschaften erst mit einer rund 30-minütigen Verzögerung aufs Feld gegangen war. Denn der eigentlich eingeteilte Schiedsrichter war im Stau hängen geblieben und schaffte es nicht mehr rechtzeitig an den Bodensee.

TVK bleibt zunächst dran

Entsprechend hektisch und zerfahren waren die ersten Minuten gewesen. In der 13. Minute setzten sich die Gastgeberinnen erstmals etwas ab und gingen mit 6:4 in Führung. Doch die Mannschaft der beiden Trainerinnen Stefanie Raaf und Martina Kordic blieb bis zum 9:8-Halbzeitstand für die TSG stets in Schlagdistanz. Dies war dem Umstand geschuldet, dass Ailingen im Torabschluss zu ungenau zielte oder Michaela Fricker im TVK-Gehäuse die Würfe reihenweise entschärfte. Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Derby recht offen. Nach zwei Dritteln der Distanz war der neue Tabellenzweite mit 15:13 vorne, musste jedoch wenig später abermals den Ausgleich zum 15:15-Zwischenstand (46.) hinnehmen.

In den Schlussminuten wuchs TSG-Torfrau Nicole Kramer phasenweise über sich hinaus und hielt sensationell gut – der Grundstein zum verdienten 22:18-Heimerfolg für die TSG Ailingen, die sich dank der gleichzeitigen 23:24-Niederlage der HSG Friedrichshafen-Fischbach I gegen die HSG Lonsee-Amstetten den zweiten Tabellenplatz zurückholte. Doppelt so schlimm für die „Seesterne“, die im Abstiegskampf auch auf Häfler Schützenhilfe angewiesen waren. „Uns haben insbesondere in der Schlussphase die Nerven vor dem gegnerischen Tor einen großen Streich gespielt“, kommentierte Trainerin Steffi Raaf. „Wir haben bis zum Schluss alles gegeben – aber es sollte einfach nicht sein. Dieser Abstieg ist sehr bitter.“

Da die Auf- und Abstiegsfragen in anderen Ligen noch nicht geklärt sind, bleibt dem TV Kressbronn in Sachen Klassenerhalt noch ein kleines Hintertürchen offen. Ein schwacher Trost an einem Abend, an dem bei den „Seesternen“ auch so manche Träne geflossen ist. TSG-Coach Richard Darga wusste, bei wem er und seine Mädels sich zu bedanken hatten: „Wir sind überhaupt nicht in unser Angriffsspiel gekommen, Kressbronn hat super gekämpft. Am Ende hat uns Nicole (Torhüterin Kramer, Anmerkung der Redaktion) abermals gerettet.“

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