Die jüngsten Besucher sausen beim Geburtstagsfest mit ihren Bobby Cars um die Wette.
Die jüngsten Besucher sausen beim Geburtstagsfest mit ihren Bobby Cars um die Wette. (Foto: Kerstin Schwier)
Kerstin Schwier

Für Daniel und Ghadeer war es eine Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte. Gemeinsam sind der neunjährige Deutsche und die zwölfjährige Irakerin vor gar nicht allzu langer Zeit durch die Räume des Familientreffs „Treff 22“ getobt, haben zusammen gespielt, gebastelt und Spaß gehabt. „Es war toll,“ erklären die beiden unisono. Selbstredend, dass sie beim 25. Geburtstag „ihres“ Treffs dabei sein wollten. Und nicht nur sie!

Zahlreiche Kinder – angefangen vom Säugling im Kinderwagen bis hin zum Teenager – Väter, Mütter, Großeltern, Freunde, Bekannte und Förderer des Treffs waren am Freitagmittag in die Heinrich-Heine Straße 22 gekommen, um gemeinsam das Jubiläum zu feiern. „Unsere Räume sind klein, aber fein. Es ist eng. Aber für die Kinder ist es schön, weil sie sich schon im frühesten Alter kennenlernen. Selbst einstige Krabbelkinder können einander wiedererkennen“, erklärte Familientreffleiterin Heimgart Schneider den Gästen.

Neben Vertretern des Jugendamts und der Stadt Friedrichshafen freute sie sich, dass mit Dieter Hoffmann und Matthias Buck auch zwei Mitarbeiter der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SGW) zum Gratulieren vorbeischauten. Schließlich stellt die SGW seit 25 Jahren die Räume des Familientreffs mietfrei zur Verfügung. Für die Nebenkosten kommt die Stadt Friedrichshafen auf.

Was 1994 als Treffpunkt für Alleinerziehende zunächst in der Heinrich-Heine Straße 21, später in der Heinrich-Heine Straße 22, begann, hat sich mittlerweile zur festen Institution in der ehemaligen Franzosensiedlung gemausert. Durch den Zuzug vieler ausländischer Familien, vor allem seit der Flüchtlingskrise 2015, wird der Familientreff zunehmend von Familien aller Kulturen genutzt.

Die Räume des Treffs 22 sind an fünf Tagen der Woche durchgehend belegt. Ob Babytreff für Kinder ab sechs Monaten, Spielgruppe für Eltern mit ihren Kindern ab etwa einem Jahr oder aber dem offenen Café für Eltern mit ihren Kindern – die Angebote des Treffs 22 erfreuen sich großer Beliebtheit. „Der Familientreff bietet eine Verschnaufpause im Alltag. Hier können Kontakte geknüpft, Informationen ausgetauscht und Ratschläge eingeholt werden. Der Familientreff hat sich etabliert. Er ist aus der Franzosensiedlung nicht mehr wegzudenken. Er ist lebendig, kreativ und hat ein tolles Team. Er profitiert von den vielen Kulturen“, stellte Sandra Leschick vom Jugendamt in ihrer Laudatio fest.

Den lobenden Worten ihrer Vorrednerin schloss sich auch Tanja Abele, Familienbeauftragte der Stadt Friedrichshafen, gerne an. „Es ist spannend, wie sich der Familientreff über die Jahre verändert hat. Der Bedarf ist nach wie vor da“, konstatierte Abele. Das kann auch Carina Mayer, die mit Söhnchen Leopold (mittlerweile 16 Monate) und ihrem Partner im Frühjahr von Stuttgart nach Jettenhausen gezogen ist, bestätigen. „Wir sind dem Treff super dankbar. Hier findet man sofort Anschluss und muss nicht alleine mit dem Kind zu Hause sitzen und weiß nicht, was zu tun ist“, so Mayer. Im Zuge der allgemeinen Digitalisierung findet sie es umso wichtiger, dass hier noch reale Begegnungen stattfinden. „Der Austausch hier ist viel wertvoller als im Internet zu recherchieren und dort nach Antworten zu suchen.“

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