Schwäbische Zeitung

In einer weiteren Gemeinschaftsaktion haben der Tauch-Sport-Club und die DLRG Friedrichshafen vor Kurzem eine Unterwasser-Seeputzede an der Uferpromenade durchgeführt. Die geplante Schwimm- und Tauchroute führte die 18 Taucher vom Tauch-Sport-Club Friedrichshafen jeweils in Zweierteams von der Freitreppe in die Nähe des Moleturms in unterschiedlichen Tiefen an der Uferpromenade entlang, heißt es in einer Pressemitteilung des Clubs.

Die Taucher sollten allen Unrat bergen, der sich unter Wasser angesammelt hatte. „Das Seehasenfest und die Festivitäten an der Uferpromenade hatten ihre Wohlstandsspuren hinterlassen“, sagte Christian Bernhardt vom Tauch-Sport-Club, der die Gemeinschaftsaktion initiiert und organisiert hatte.

Begleitet wurden die Sporttaucher von zwei Booten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die Bootsbesatzungen unterstützten die Taucher bei ihrer Arbeit und hatten insbesondere dafür zu sorgen, dass die Taucher dem Schiffsverkehr nicht zu nahe kommen. Dazu war eine gedachte Linie auf Höhe des Moleturms gezogen worden, die von den Tauchern nicht überquert werden durfte. „Der Einsatz und die Disziplin der Sporttaucher war vorbildlich“, sagte der DLRG-Einsatzleiter Jens Kaboth. Die Taucher wurden zusätzlich vom DLRG-Jugend-Einsatzteam unterstützt, das in Strömungsretter-Schutzausrüstung den Tauchern die Arbeit in Ufernähe erleichterte.

Der Müll landet im Container

Die Taucher und die Einsatzkräfte der DLRG waren selbst überrascht, wie viel Müll an die Oberfläche gebracht wurde. „Neben den erwarteten Hinterlassenschaften der Uferfeste, wurden 16 Gartenstühle, drei Gartentische aus Gußeisen, fünf Sonnenschirmständer, vier Autoreifen, etliche große Eisenteile, Kabel und Blumentöpfe geborgen“, sagte Bernhardt. Die städtischen Baubetriebe hatten für die Säuberungsaktion unter Wasser einen Container gestellt, in dem der geborgene Unrat abtransportiert wurde.

Bernhardt und Kaboth hatten im Vorfeld die zuständigen Behörden von Wasserschutzpolizei, Landratsamt und Stadt Friedrichshafen informiert und die erforderlichen Genehmigungen für die Aktion eingeholt. Ein gemeinsamer Infostand von Tauch-Sport-Club und DLRG Friedrichshafen wurde am „Antoniuseck“ im Eingangsbereich des Parkhauses Karlstraße aufgebaut. „Trotz des Regenwetters kamen viele Passanten, um zu erfahren, was die beiden DLRG-Boote und die vielen Taucher da zu suchen hätten“, sagte Irmgard Eberhardt vom Tauch-Sport-Club, die den Aufbau und die Betreuung des Infostandes übernommen hatte. „Es haben sich sogar viele Leute dafür bedankt, dass wir diese Seeputzede unter Wasser durchführen und so etwas Ungewöhnliches für die Umwelt tun“, sagte Eberhardt.

Besonders das Bergen der Gartentische aus Gußeisen, die Sonnenschirmständer und die schweren Gegenstände aus Eisen machten den Tauchern zu schaffen. Die Gegenstände hatten sich teilweise tief in den Seegrund eingegraben, sodass diese nur mit ungeheurem Krafteinsatz der Taucher an die Oberfläche gebracht werden konnten. „Einige mussten wegen körperlicher Erschöpfung oder Muskelkrämpfen den Tauchgang vorzeitig abbrechen und den Rückweg zur Freitreppe zu Fuß an der Promenade entlang gehen“, sagte Bernhardt.

Dass die Gemeinschaftsaktion wieder ein Erfolg war, da waren sich Jens Kaboth und Christian Bernhardt einig, heißt es weiter in der Mitteilung. Die DLRG und der Tauch-Sport-Club Friedrichshafen kooperieren schon seit einigen Jahren erfolgreich miteinander.

„Als Nächstes ist wieder ein Schnuppertauchen mit Drucklufttauchgeräten im Hallenbad für die Jugendgruppe der DLRG geplant“, sagte Bernhardt.

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