SZ schenkt der Stadt Tafeln für den Geschichtspfad

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SZ schenkt der Stadt Tafeln für den Geschichtspfad
SZ schenkt der Stadt Tafeln für den Geschichtspfad

Mit einem ganz besonderen Geburtstagsgeschenk wartet die Schwäbische Zeitung der Stadt Friedrichshafen zu ihrem Jubiläum auf: 121 neue Tafeln für den Geschichtspfad als sichtbares Zeichen ihrer Verbundenheit mit der Stadt und deren Bürgern, für die sie seit mehr als 150 Jahren tagtäglich in Wort und Bild über das aktuelle Geschehen berichtet.

In Anwesenheit von Andreas Gessler, dem Herausgeber der SZ, Oberbürgermeister Andreas Brand sowie rund 30 Mitgliedern des Arbeitskreises Geschichtspfad wurden gestern die ersten beiden Tafeln am Buchhorner Brunnen an der Ecke Goldschmiedstraße/Wilhelmstraße und an der ehemaligen Polizeidirektion in Friedrichstraße enthüllt. Die Tafeln knüpfen an ein Projekt an, das 1995 vom damaligen Stadtarchivar Dr. Georg Wieland und dem Leiter der Volkshochschule, Niko Nimmerrichter, angestoßen und zusammen mit 22 engagierten Autoren des Arbeitskreises bis 2008 umgesetzt wurde. Mittlerweile stehen mehr als 80 Tafeln an historisch markanten Plätzen und Gebäuden. Nicht wenige von ihnen sind beschädigt und in einem jämmerlichen Zustand. Neue, wie die gestern enthüllten, kommen hinzu.

Während andere Städte ihr Wachsen und Werden an historischen Bauwerken dokumentieren, musste sich Friedrichshafen nach dem Zweiten Weltkrieg buchstäblich neu erfinden. „Ihre Geschichte wurde weggebombt“, wie Oberbürgermeister Brand sagte. Das ursprüngliche Gesicht Friedrichhafens kennen mittlerweile nur noch ganz wenige Zeitzeugen. Um so wichtiger sei es, den Nachkommen und Rein’schmeckten an prominenten und geeigneten Stellen zu zeigen, wie die Stadt früher ausgesehen hat. Zum reinen Text muss deshalb meist ein historisches Foto oder eine Grafik kommen. Der Dank des OB galt den engagierten Stadthistorikern, die den Geschichtspfad erfunden haben, und der SZ, die mit dem Geschenk ihre Verbundenheit mit und Verwurzelung in der Stadt dokumentiere.

Zu einem Geburtstag sollte man nicht mit leeren Händen kommen, sagte Andreas Querbach, Geschäftsführer der SZ Friedrichshafen. „Wir wollten etwas Dauerhaftes in Richtung Geschichte machen und haben uns in Absprache mit dem Stadtarchiv für die Tafeln entschieden“, sagte Querbach. Für die SZ sei das Engagement keine Eintagsfliege. „Wir werde das Projekt über das Jubeljahr hinaus begleiten und dafür Sorge tragen, dass die Tafeln in gutem Zustand bleiben“, versprach Querbach. Ferner wies er auf die laufende Geschichtsserie in der SZ hin.

Über die Inhalte der Tafeln entscheiden die Historiker im Stadtarchiv – Jürgen Oellers als Leiter und Dr. Hartmut Semmler – souverän. Die ursprüngliche Form und Gestalt der Tafeln werden grundsätzlich beibehalten, allein Grafik (Wagner, Tettnang), Druck und Material (Zinser, Friedrichshafen) sind verbessert worden. Angesichts alter oder fehlender Vorlagen sei die optische Umsetzung nicht immer ganz einfach.

„Nur wer seine Wurzeln kennt, kann Zukunft gestalten“, sagte Brand. Sein Wunsch, die seit Jahresbeginn jeweils samstags in der SZ veröffentlichte Serie zu 200 Jahre Friedrichshafen kompakt als Buch oder Broschüre nachlesen zu können, dürfte sich erfüllen lassen. Die Enthüllung der neuen Geschichtstafel vor dem ehemaligen Polizeigebäude in der Friedrichstraße gestalteten die Archivare Oellers und Semmler zusammen mit dem ehemaligen Leiter des Karl-Maybach-Gymnasiums, Dieter Messerschmied, als eine ebenso lehrreiche wie ergreifende Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus. Das Datum 9. November passte dazu. Sie lasen unter anderem aus unveröffentlichten Prozessakten, in denen ehemalige KZ-Häftlinge ihre Erlebnisse in Friedrichshafen schildern.

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