Wilfried Geiselhart

Friedrichshafen - „Wir haben eine strukturiert und ruhig abgelaufene Hauptübung erlebt, die sehr erfolgreich war und bei der unsere Abläufe gut funktioniert haben. Ich kann mit dem gesamten Team sehr zufrieden sein.“ Das Fazit ging Stadtbrandmeister Louis Laurösch leicht von den Lippen. Von der Demonstration der Einsatzstärke und des Ausbildungsstands der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen konnten sich am gestrigen Nachmittag aber auch viele Bürger im Bereich des Gebäudekomplexes „Neue Nordstadt Mitte“ in der Allmandstraße überzeugen. Unter der Einsatzleitung von Jochen Sauter waren insgesamt 60 Feuerwehrleute der Abteilungen Stadt und Fischbach und drei Löschzüge mit zwei ausfahrbaren Drehleitern im Einsatz.

Jeder Handgriff muss sitzen

Zum Szenario der Feuerwehrübung: Um 17 Uhr wird Feueralarm ausgelöst. Ein Fahrzeugbrand in der Tiefgarage der Fränkel AG in der Allmandstraße gibt zu großer Besorgnis Anlass. Vermutlich sind mehrere Fahrzeuge in Brand geraten. Durch verkeilte Brandschutztüren ist der Rauch auch in den Gängen und die Obergeschosse des Wohngebäudes vorgedrungen. Zu bedenken ist auch, dass die Tiefgarage keine eigene Zufahrt hat und über einen Tunnel mit der Tiefgarage auf der anderen Straßenseite verbunden ist. Es muss davon ausgegangen werden, dass Personen verletzt und in Gefahr sind.

Keine fünf Minuten nach Auslösung des Alarms trifft der erste Löschzug ein, dem sich binnen weniger Minuten zwei weitere Löschzüge anschließen. Der Einsatzleiter macht sich ein Bild über den Ernst der Lage. Kurze Besprechung vor Ort. Die in voller Montur erschienenen Feuerwehrleute nehmen schweres Atemschutzgerät auf. Jeder weiß, was er zu tun hat. Tempo ist gefragt, aber auch Besonnenheit. Jetzt muss jeder Handgriff sitzen – es geht um Menschenleben. Die großen Rettungsleitern werden ausgefahren. Auf der Gebäuderückseite kommen auch mobile Leitern für Menschenrettung zum Einsatz – hier gibt es über Treppen auch einen weiteren Zugang zur Tiefgarage. Gegen 17.45 scheint die größte Gefahr gebannt zu sein. Alle verletzten Personen konnten in Sicherheit gebracht werden. Für endgültige Entwarnung ist es aber noch zu früh. Zunächst geht es noch darum, den Rauch aus dem Gebäude zu bekommen.

Zufriedene Mienen beim umstehenden Publikum, auch bei Hans-Jörg Schraitle, Leiter des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt. „Insbesondere war auch der Einsatzort der Hauptübung gut gewählt“, sagt er. „Gerade ein neues und großes Objekt wie die Neue Nordstadt Mitte ist hervorragend für Übungszwecke geeignet – auch um die Gebäudeeigenheiten kennenzulernen und für den Ernstfall gerüstet zu sein.“ Ähnlich argumentiert auch Kreisbrandmeister Henning Nöh. „Eine hervorragende Gelegenheit, um Stärke unter Beweis zu stellen. Wir brauchen eine Feuerwehr, die sich in der Stadt auskennt“, zeigte er sich sehr beeindruckt.

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