Streifzug durch die Medienlandschaft

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Der Überlinger Landtagsabgeordnete Martin Hahn (zweiter von links) empfing die Häfler Gymnasiasten und sprach mit ihnen über di
Der Überlinger Landtagsabgeordnete Martin Hahn (zweiter von links) empfing die Häfler Gymnasiasten und sprach mit ihnen über die Rolle der Medien in der Politik. (Foto: Tobias Lardong)
Schwäbische Zeitung
Tobias Lardong

Mit dem Anspruch, Medien aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu untersuchen, hat der Seminarkurs Medien des Graf-Zeppelin-Gymnasiums (GZG) unter der Leitung der beiden Lehrkräfte Dr. Tilman Bechthold-Hengelhaupt und Tobias Lardong in Stuttgart verschiedene interessante Gesprächspartner und Orte besucht

Zuerst ging es bei einem Treffen mit dem Landtagsabgeordneten Martin Hahn um die Rolle von Medien in der Politik und um die Gefahr so genannter Fakenews. Aber auch um die Frage, ob soziale Medien eine geeignete Möglichkeit sind, um mit jungen Leuten in Kontakt zu treten.

Im Gegensatz zur Politik, die hier noch zögerlich ist, hat die Werbebranche soziale Medien längst in ihr Kerngeschäft integriert. Davon, wie Medien in Form von Bild, Ton und Schrift auf verschiedenen Kanälen für Marketingzwecke eingesetzt werden, wurde den Schülern beim Besuch der Werbeagentur Panama berichtet.

Spätestens aber im Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart wurde allen klar, dass Medien auch einen erheblichen technischen Aspekt besitzen. Hier besichtigt die Schülergruppe aus Friedrichshafen einen der 20 schnellsten Supercomputer der Welt, der mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7,5 Petaflops arbeitet und Gleichungen mit einer Million Variablen berechnen kann. Dabei erreicht der Computer, der eine ganze Halle füllt und mehrere Megawatt Strom bezieht, eine Schreibgeschwindigkeit von 350 GB pro Sekunde. Genutzt wird der Rechner neben dem wissenschaftlichen Rechnen, zum Beispiel zum Rendern von animierten Filmen oder zur Berechnung von Klimaveränderungen. Außerdem errechnet der Super-Computer Simulationsdaten für die Autoindustrie bei virtuellen Crash-Tests oder Windkanalstudien. Auch Kraftwerksbetreiber lassen hier errechnen, welche chemischen Prozesse in ihren Brennkammern ablaufen, um diese optimieren zu können.

Damit aber nicht genug: Diese Rohdaten werden dann in der „Cave“ in 3D visualisiert und so für alle sichtbar gemacht. Die „Cave“ ist ein für die virtuelle Realität ausgestatteter Raum, der auf jeder Seite mit einem Beamer versehen ist und dem Betrachter somit ermöglicht, mittels 3D-Brille zum Beispiel in die Brennkammer eines Kraftwerkes einzutauchen. Die zuvor errechneten Daten werden hier grafisch dargestellt und so standen die Schüler des GZG's virtuell mitten im Brenner, um sie herum werden Strömungsrichtung und Temperatur der Kohlepartikel sichtbar gemacht. Diese und weitere Anwendungsbeispiele faszinierten die Teilnehmer stark.

Danach folgte der Abschluss der Exkursion in der Staatsgalerie mit einer kurzweiligen Führung zu Joseph Beuys. Hier wurde der Medienbegriff nochmals hinterfragt und das Kunstverständnis der Teilnehmer herausgefordert. Kann auch ein ausgestellter Fingernagel Träger von Informationen und somit ein Medium sein und sogar zu Kunst erklärt werden? Die Gruppe blieb hier skeptisch.

Mit vielen Anregungen für die eigenen Jahresarbeiten und jede Menge Impulsen kehrten die Teilnehmer des Seminarkurses nach Friedrichshafen zurück.

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