Ulrich Gresch, Regionalleiter der Bruderhaus Diakonie, wird am Donnerstag in einer Feierstunde im Bonhoeffer-Gemeindehaus in den
Ulrich Gresch, Regionalleiter der Bruderhaus Diakonie, wird am Donnerstag in einer Feierstunde im Bonhoeffer-Gemeindehaus in den Ruhestand verabschiedet. (Foto: Brigitte Geiselhart)
Brigitte Geiselhart

Mit einem neuen Lebensabschnitt beginnt das neue Jahr für Diakon Ulrich Gresch. Seit dem 1. Januar ist der Regionalleiter der Bruderhaus Diakonie im Ruhestand. Offiziell verabschiedet wird der 66-Jährige am Donnerstag, 9. Januar in einer Feierstunde im Gemeindehaus der Bonhoeffergemeinde. Von einem Rückzug aufs Altenteil kann allerdings im Falle Ulrich Gresch keine Rede sein. Im Auftrag des Vorstands der Bruderhaus Diakonie wird er als Berater das Geschäftsfeld Altenhilfe in Baden-Württemberg trägerweit weiterhin im Auge behalten – wenn auch im zeitlich beschränkten Umfang. Gresch bleibt auch Geschäftsführer der Evangelischen Diakonie Ambulante Dienste Friedrichshafen gGmbH.

Seit 31 Jahren ist Ulrich Gresch für die Bruderhaus Diakonie tätig. Er verantwortete die Altenhilfe sowie ab 2018 alle Geschäftsbereiche der Region Bodensee-Oberschwaben. In dieser Zeit entstand 1991 das Seniorenzentrum Gustav-Werner-Stift in Friedrichshafen im Stadtteil Oberhof. Weiter Seniorenzentren folgten - 2004 das Gustav-Werner-Stift in Ravensburg, 2009 das Wilhelm-Maybach-Stift im Häfler Osten und 2010 das Gustav-Werner-Stift in Weingarten. In sein Aufgabengebiet fiel auch das vor einem Jahr eröffnete Bezner-Areal in Ravensburg, das einen konsequenten Schritt in Richtung eines zukunftsorientierten Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Behinderung geht. Begonnen hat Ulrich Gresch seine Berufstätigkeit im Heim Haslachmühle bei Horgenzell – einer Einrichtung der Zieglerschen Anstalten für Menschen mit Mehrfachbehinderungen. Im Sommer 1980 schloss er den Studiengang Soziale Diakonie an der kirchlichen Hochschule Karlshöhe in Ludwigsburg ab, wurde anschließend in das Amt des Diakons der Evangelischen Landeskirche Württemberg eingesetzt, war später auch Erziehungsleiter in der Evangelischen Stiftung Lichtenstern – einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung.

Meilensteine im Bereich der Altenhilfe konnte Ulrich Gresch in den vergangenen Jahrzehnten viele setzen. „Eines meiner persönlichen Highlights war die Einführung eines Qualitätsmanagements, für das das Häfler Gustav-Werner-Stift schon 1996 zertifiziert wurde“, sagt er. Das von ihm zusammen mit der langjährigen Pflegedienstleiterin Christine Doni damals herausgebrachte „Pflegehandbuch“ sei zu einem vielgeschätzten Standardwerk im Bereich der Pflege geworden.

Offen zu sein für wegweisende Ideen – gerade auch angesichts des immer mehr zur Realität werdenden Pflegenotstandes – hatte für Ulrich Gresch immer hohe Priorität. Dass Jung und Alt in punkto wohnen gut zusammenpassen können und dass auch in Friedrichshafen hinreichend Bedarf für solche neuartigen Wohnformen vorhanden ist, davon war er schon vor Jahren überzeugt. Umso glücklicher ist er heute darüber, dass die von ihm angestrebte Senioren-WG für Menschen mit leichtem Unterstützungsbedarf im Allmand Carré in der Häfler Nordstadt mittlerweile gut nachgefragt wird und dass neben acht Senioren hier auch zwei Studenten oder Auszubildende Wohnraum finden, die den Älteren im Haushalt und bei der Bewältigung ihres Alltags unter die Arme greifen – und dadurch ihre eigenen Wohnkosten reduzieren. Gut angenommen werde aber auch die Senioren-WG im „Haus Vitalis“ in der Ravensburger Straße, in der Senioren mit unterschiedlichem Betreuungsansprüchen eingezogen sind.

„Ich darf insgesamt auf mehr als 40 Jahre Arbeit in der Diakonie zurückblicken. Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Ulrich Gresch. Seine Gefühle seien angesichts des jetzt beginnenden Ruhestands schon „ambivalent“, wie er gerne zugibt. „Dass ich die Personalverantwortung für mehr als 500 Mitarbeiter abgeben kann, darüber bin ich aber schon froh“, fügt er hinzu und blickt seiner künftigen Aufgabe als Berater mit Freude entgegen. Genauso freut sich der Vater zweier erwachsener Kinder auch darüber, mehr Zeit mit der ganzen Familie verbringen zu können, sich dem Garten künftig mehr zu widmen und auch die eine oder andere Reise zu unternehmen. Und Visionen hinsichtlich einer zukunftsorientierten Altenhilfe wird er ganz sicher auch in Zukunft mit Leidenschaft mit auf den Weg bringen.

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