Gleich der Beginn der Strecke ist besonders schön: ihr Weg führt sie ins Eriskircher Ried.
Gleich der Beginn der Strecke ist besonders schön: ihr Weg führt sie ins Eriskircher Ried. (Foto: ler)
Schwäbische Zeitung
Lena Reiner

Stefanie Praher ist 32 Jahre, Mutter von zwei Töchtern im Alter von sieben und neun Jahren und legt im Jahr zu Fuß mehr als 3000 Kilometer zurück. Um Spenden zu sammeln und für die deutsche Gesellschaft für Kinderkrebsforschung aufmerksam zu machen, möchte die Plüderhausenerin in fünf Tagen 430 Kilometer zurücklegen – zuerst führt sie ihr Weg dabei rund um den Bodensee und dann über Garmisch-Partenkirchen auf die Zugspitze hinauf.

Auf die Frage, wie diese ungewöhnliche Streckenidee zustande kam, lacht sie. „Eigentlich fing alles mit einer Blödelei an, dass ich doch mal den tiefsten See und den höchsten Berg verbinden könnte. Und jetzt mache ich daraus ernst“, sagt Praher. Nachdem neben mehreren Verwandten ihr bester Freund und ein Kind im Kindergarten ihrer Töchter an Krebs erkrankt sei, habe sie sich dazu entschieden, Spendenläufe zu veranstalten. Der aktuelle soll der Gesellschaft für Kinderkrebsforschung dienen.

Bis 2010 hat Praher geraucht

Vor zwei Jahren lief sie zugunsten der Kinderkrebsstation des Olgaspitals in Stuttgart den Remstal-Höhenweg bis zum Olgaspital in Stuttgart an einem Stück und legte dabei immerhin 250 Kilometer zurück. Die deutlich längere Strecke bereite ihr kein Kopfzerbrechen, meint die braungebrannte Frau, die außerdem gesteht, eigentlich nie sonderlich sportlich gewesen zu sein. „Ich habe viel geraucht und war auch sonst nicht sonderlich nett zu meinem Körper, bis ich 2010 beschlossen habe, etwas zu ändern.“ Seitdem habe sie dann Schritt für Schritt das Laufen für sich entdeckt und den Reiz daran, die eigenen Grenzen auszutesten. Am liebsten lege sie Strecken zurück, die sie noch gar nicht kenne. Das sei auch das Tolle für sie an der Bodenseetour, denn von dem Rundwanderweg kenne sie bisher nicht das kleinste Bisschen. „Man entdeckt zu Fuß einfach so viel mehr, als man es mit dem Auto je tun würde“, sagt sie und man merkt ihr die Vorfreude auf die mehrtägige Tour an. Eine Extremerfahrung würden diesmal die ersten 48 Stunden für sie darstellen. Normalerweise begleite sie immer ein Supporterteam, diesmal sei sie die ersten zwei Tage aber ganz auf sich allein gestellt. Ein GPS-Gerät weist ihr den Weg, das Handy ist stets griffbereit und eine Dose Pfefferspray klemmt an ihrem Rucksack, der im Übrigen ganz schön klein ist. In ihm bewahrt sie nur das Allernötigste auf. Etwas für die kleinen Wehwehchen zwischendurch und die passende Sportlernahrung wie auch einen Wasserbeutel – der Schlauch hängt außen immer in Reichweite. Pausen möchte die Ultramarathonläuferin so gut wie möglich vermeiden: „Wenn ich schlafe, dann zwischen einer halben und ganzen Stunde.“ Natürlich habe eine so extreme Vorgehensweise auch Auswirkungen auf die Psyche, irgendwann fange es dann auch schon mal mit Halluzinationen an, verrät die Extremsportlerin. Die seien auf den Schlafmangel zurückzuführen und auch nicht gesundheitsschädlich. Trocken ergänzt sie: „Dann muss man sich eben mal zehn Minuten hinsetzen.“

Ihr sei es wichtig, eine besonders extreme Leistung zu bringen und die Strecke in kürzester Zeit zurückzulegen, um besonders viel Aufmerksamkeit für die ihr am Herz liegende Thematik zu generieren.

Mehr Infos gibt’s auf Facebook unter „Steffi rennt“ sowie unter www.kinder-krebs-forschung.de.

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