Stadtwerk am See tauscht im Bodenseekreis Ladesäulen aus

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Eine neue Ladesäule des Stadtwerk am See in der Charlottenstraße in Friedrichshafen.
Eine neue Ladesäule des Stadtwerk am See in der Charlottenstraße in Friedrichshafen. (Foto: af)
Anton Fuchsloch
Redakteur

Mit der Emma-Ladekarte konnten Nutzer bisher an 32 Ladesäulen im Bodenseekreis kostenlos Strom tanken. Das funktioniert seit Ende 2018 nicht mehr. Die vom Stadtwerk am See betreuten Ladestationen werden erneuert. Neun sind bereits ausgetauscht. Bis Ende Februar 2019 steht der Strom dort noch kostenlos zur Verfügung. Dann wird abgerechnet und zwar mit 30 Cent/Kilowattstunde. Gezahlt wird via Smartphone mit der eCharge-App. Dazu schließt der Kunde einen „Auto Öko Strom“-Vertrag ab, bekommt eine Kontakt-ID und ein Kennwort, die er in der App hinterlegt. An der Stromtankstelle startet er den Ladevorgang entweder mit dem dort angebrachten QR-Code oder er wählt die Säule in der App einfach aus. Es soll aber auch ohne Vertrag mit Paypal oder Kreditkarte funktionieren.

Ein ähnliches System setzt das Regionalwerk Bodensee für ihre zehn Ladesäulen ein, die im Moment ebenfalls noch kostenlos zu nutzen sind. Akzeptiert werden später roamingfähige Karten, Paypal, Kreditkarten und Apps. Abgerechnet wird ebenfalls nach Kilowattstunden. Der Preis steht noch nicht fest.

Für die Bezahlung des Ladevorgangs an den OEW-Säulen gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten: per Ladekarte diverser Anbieter oder mit der EnBW mobility+ App. An der Säule im Markdorfer Stadtgraben wird derzeit maximal 1 Euro pro Ladevorgang berechnet.

Die öffentlichen Ladesäulen verfügen in der Regel über eine maximale Leistung von 22 kW (Haushaltssteckdose ca. 3,6 kW). Das Regionalwerk bietet bei der Autofabrik Tettnang eine Ladesäule mit 150 kW. Sie ist damit leistungsfähiger als die Tesla-eigenen Supercharger.

So entwickelte sich die Elektromobilität im Bodenseekreis: 2011 waren bei der Zulassungsstelle im Landratsamt zwei Elektrofahrzeuge registriert, 2016 stieg die Zahl auf 110, und 2018 waren 491 Fahrzeuge mit Elektroantrieb zugelassen. Ihr Anteil beträgt im Bodenseekreis knapp 2,5 Prozent. (af)

An der Zukunft der Elektromobilität führt kein Weg mehr vorbei. Hersteller und Zulieferer arbeiten mit Hochdruck an neuen Fahrzeugen. Aber auch Stromversorger, Kommunen und Betriebe rüsten sich, schließlich müssen auch E-Mobile tanken. Das Stadtwerk am See tauscht im Moment die veralteten Emma-Ladesäulen gegen neue aus. Das Regionalwerk Bodensee baut sein Netz an Stromtankstellen aus und lockt Kunden mit einem E-Mobil Bonus. Darüber hinaus bringt die EnBW über ihren Anteilseigner Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) Strom auf die hiesigen Landstraßen.

Im Fahrradbereich hat sich die Elektromobilität weitgehend etabliert. Laut Zweirad-Industrieverband (ZIV) belief sich der Anteil der E-Bikes im vergangen Jahr auf 19 Prozent. Tendenz steigend. In der Autowelt kommen die Stromer eher schleppend voran. Bundesweit sind laut Brancheninstitut Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach zurzeit 1,9 Prozent der Pkw rein elektrisch oder als Plug-in-Hybride unterwegs. Die Auswahl an Modellen ist bis dato noch überschaubar, deren Alltagstauglichkeit beschränkt, die Anschaffungspreise sind hoch und die Ladeinfrastruktur unterentwickelt. Diese Parameter werden sich in den nächsten Jahren jedoch ändern, sodass E-Autos zu einer echten Alternative gegenüber Verbrennern werden.

„Im Moment ist vieles im Fluss“, sagt Bernhard Schultes. Er ist Geschäftsführer der Netzwerk Oberschwaben GmbH und koordiniert für den Bodenseekreis die Projekte rund um die E-Mobilität. Eines der ersten und umfangreichsten war Emma (E-Mobil mit Anschluss), das nach fünf Jahren ausgelaufen ist. Gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat Emma versucht, die E-Mobilität im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu integrieren – mit eher bescheidenem Erfolg. Nur der Stadtverkehr Überlingen setzt einen reinen E-Kleinbus (7 Fahrgäste) ein, teilt Robert Schwarz vom Landratsamt mit. Ein weiterer E-Bus soll im Rahmen der Landesgartenschau angeschafft werden. Darüberhinaus hinterlässt das Projekt ein Netz mit 32 öffentlichen Emma-Ladesäulen. Sie wurden vom Stadtwerk am See betreut und gehen jetzt an die Kommunen. Weil sie technologisch nicht mehr auf dem neuesten Stand sind, werden sie in den kommenden Monaten sukzessive erneuert.

Alte Säulen werden ersetzt

Das Stadtwerk hat damit bereits angefangen. In Friedrichshafen, Wilhelmsdorf und Kißlegg wurden die bisherigen Säulen bereits durch neue ersetzt, in den nächsten Wochen folgen weitere, teilt das Unternehmen mit. Wenn am 1. März das neue System aktiv ist, können Stadtwerk-Kunden mit dem Auto-Ökostrom-Tarif nicht nur an über 100 Ladepunkten in der Region, sondern zusätzlich an rund 2500 deutschlandweit laden – zum einheitlichen Tarif von 30 Cent pro Kilowattstunde. Abgerechnet wird nach dem effektiven Verbrauch. „So zahlen die Kunden nur das, was sie auch wirklich laden – ohne Grundgebühr oder Zeittarif“, sagt der Vertriebschef beim Stadtwerk am See, Erik Dittrich. Bis Ende Februar tanken Kunden an den bereits umgerüsteten Stationen noch umsonst.

Einen ähnlichen Weg geht auch das Regionalwerk am Bodensee. Insgesamt hat der kommunale Versorger in fünf seiner sieben Verbandsgemeinden zehn Ladesäulen mit insgesamt 20 Ladepunkten installiert. Vier weitere Ladesäulen mit acht Ladepunkten sind in Planung und werden 2019 ans Netz gehen, teilt der Sprecher des Regionalwerks, Stefan Wortmann, mit. Die bestehenden und geplanten Ladesäulen, darunter drei ehemalige Emma-Ladestationen, befinden sich in Kressbronn, Tettnang, Langenargen, Eriskirch und Meckenbeuren. Die Anschaffungskosten der Ladesäulen tragen die Gemeinden. Sie beauftragen das Unternehmen mit Planung, Beschaffung, Installation, Betrieb und Wartung. Die Nutzung der Ladesäulen ist im Moment noch kostenfrei, so Wortmann. Man erarbeite und kalkuliere zurzeit einen Ladetarif, der zeitnah an den Ladesäulen eingestellt werden soll. Beide Versorger bieten auch für Betriebe und Privatnutzer Lösungen an. Das Stadtwerk etwa betreibt die Ladestationen bei ZF. „Wir sind auch im Gespräch mit Handwerkern und gehen das Thema im privaten Sektor groß an“, sagt der Sprecher des Stadtwerks, Sebastian Dix. Auch das Regionalwerk betreibt bereits Ladesäulen für Firmen und hat im privaten Bereich Ladelösungen parat. Wer sich als Kunde Zuhause eine Ladebox (Wallbox) zum Aufladen eines Elektroautos installieren lassen möchte, erhält bei Bezug von Ökostrom vom Regionalwerk einen Bonus von bis zu 150 Euro.

Eine öffentliche Ladestation für E-Mobile hat die OEW vor zwei Monaten in Markdorf installiert. Sie ist die erste von 54 geplanten Ladestationen, die der Zweckverband in neun Landkreisen aufstellen will, um elektrisches Autofahren über Land zu erleichtern. Schultes rechnet damit, dass sich der Markt jetzt schneller entwickelt und weitere Anbieter auftreten werden. Ladestationen bei Discountern oder Supermärkten, auf öffentlichen und firmeneigenen Parkplätzen, bei Hotels und Restaurants werden folgen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Förderprojekte von Bund und Ländern, die unter anderem auch für Firmen interessant seien. Bis dato finden laut Schultes 85 Prozent der Ladevorgänge zu Hause statt, zehn Prozent beim Arbeitgeber und nur fünf Prozent unterwegs.

Ladestationen für Elektroautos in der Region

Mit der Emma-Ladekarte konnten Nutzer bisher an 32 Ladesäulen im Bodenseekreis kostenlos Strom tanken. Das funktioniert seit Ende 2018 nicht mehr. Die vom Stadtwerk am See betreuten Ladestationen werden erneuert. Neun sind bereits ausgetauscht. Bis Ende Februar 2019 steht der Strom dort noch kostenlos zur Verfügung. Dann wird abgerechnet und zwar mit 30 Cent/Kilowattstunde. Gezahlt wird via Smartphone mit der eCharge-App. Dazu schließt der Kunde einen „Auto Öko Strom“-Vertrag ab, bekommt eine Kontakt-ID und ein Kennwort, die er in der App hinterlegt. An der Stromtankstelle startet er den Ladevorgang entweder mit dem dort angebrachten QR-Code oder er wählt die Säule in der App einfach aus. Es soll aber auch ohne Vertrag mit Paypal oder Kreditkarte funktionieren.

Ein ähnliches System setzt das Regionalwerk Bodensee für ihre zehn Ladesäulen ein, die im Moment ebenfalls noch kostenlos zu nutzen sind. Akzeptiert werden später roamingfähige Karten, Paypal, Kreditkarten und Apps. Abgerechnet wird ebenfalls nach Kilowattstunden. Der Preis steht noch nicht fest.

Für die Bezahlung des Ladevorgangs an den OEW-Säulen gibt es ebenfalls mehrere Möglichkeiten: per Ladekarte diverser Anbieter oder mit der EnBW mobility+ App. An der Säule im Markdorfer Stadtgraben wird derzeit maximal 1 Euro pro Ladevorgang berechnet.

Die öffentlichen Ladesäulen verfügen in der Regel über eine maximale Leistung von 22 kW (Haushaltssteckdose ca. 3,6 kW). Das Regionalwerk bietet bei der Autofabrik Tettnang eine Ladesäule mit 150 kW. Sie ist damit leistungsfähiger als die Tesla-eigenen Supercharger.

So entwickelte sich die Elektromobilität im Bodenseekreis: 2011 waren bei der Zulassungsstelle im Landratsamt zwei Elektrofahrzeuge registriert, 2016 stieg die Zahl auf 110, und 2018 waren 491 Fahrzeuge mit Elektroantrieb zugelassen. Ihr Anteil beträgt im Bodenseekreis knapp 2,5 Prozent. (af)

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